Eine Frau fährt mit Skiern eine Abfahrt herunter und achtet dabei auf eine gute Haltung, um ihre Knie zu schonen.

Bei jedem zehnten Skiunfall reißt das Innenband des Daumens ganz oder teilweise – diese Verletzung wird umgangssprachlich als „Skidaumen“ bezeichnet. Doch auch bei vielen anderen Sportarten oder sogar bei Haushalts- und Arbeitsunfällen kann es zur Überdehnung oder zum Riss dieses Bandes am Daumengrundgelenk kommen. Wenn nach einem gewaltsamen Abspreizen des Daumens Schmerzen und Schwellungen auftreten, sind der Weg zum Arzt und eine unmittelbare Behandlung unverzichtbar.

Das Daumengrundgelenk, die Verbindung zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem Grundglied des Daumens, ist durch eine Gelenkkapsel und starke, zugfeste Bänder gesichert. Die Bänder dienen dazu, die Beweglichkeit des Gelenks einzuschränken und den Kontakt zwischen den Gelenkflächen zu sichern. Sie sind nicht elastisch – deshalb können sie bei einer übermäßigen Krafteinwirkung überdehnt werden oder reißen. Ohne Bänder verliert das Gelenk seine sichere Führung und wird instabil.

Ursachen: Wie kommt es zum Skidaumen?

Darstellung der Anatomie der Hand mit einer vorliegenden Skidaumen-Erkrankung.

Der Skidaumen entsteht typischerweise, wenn die Hand beim Sturz in der Schlaufe des Skistocks hängen bleibt und gewaltsam vom Zeigefinger weggespreizt wird. Zu dieser Verletzung kommt es – anders als es ihr Name zunächst vermuten lässt – aber auch bei anderen Sportarten: So bergen Ballsportarten wie Handball oder Basketball ebenfalls typische Verletzungsrisiken, etwa beim Fangen eines sehr kraftvollen Wurfes. Genauso können alltägliche Unfälle, beispielsweise ein Sturz im Haushalt oder mit dem Fahrrad, einen Bänderriss am Daumen verursachen.

Beim sogenannten Skidaumen ist das Innenband des Daumengrundgelenks betroffen, das an der Innenseite vom Ende des Mittelhandknochens aus über das Gelenk zieht und am Grundglied des Daumens ansetzt.

Erstversorgung nach einer Daumenverletzung

Unmittelbar nach einer derartigen Verletzung des Daumens können die Betroffenen zunächst eine Erstversorgung nach dem PECH-Prinzip vornehmen. Dazu zählen die folgenden Schritte:

  • Pause (Tätigkeit abbrechen)
  • Eis (Kühlen mit Eiskompresse oder anderen Kühlanwendungen)
  • Compression (Anlegen eines leichten Druckverbandes, um eine größere Schwellung zu verhindern)
  • Hochlagern (den Arm nicht hängen lassen und auf  Brust-/Bauchhöhe lagern)

Zur Sicherheit sollte im Anschluss aber ein Arzt konsultiert werden.

Symptome und Diagnose eines Skidaumens

Die Überdehnung des Bandes oder gar der Riss (Ruptur) verursacht starke, einschießende Schmerzen und eine Schwellung im betroffenen Bereich, meist auch einen Bluterguss. Der Daumen – vor allem sein Grundgelenk – wird druckschmerzhaft und das Greifen unmöglich. Zudem wird der Daumen überbeweglich: Das Grundgelenk lässt sich bei der Untersuchung „aufklappen“, also weit über sein normales Bewegungsausmaß hinweg abspreizen.

Nach einer vorangegangenen Befragung und Begutachtung sichert der Arzt beim Skidaumen die Diagnose durch bildgebende Verfahren. Bei der Röntgenaufnahme lassen sich knöcherne Bandausrisse oder begleitende Brüche (Frakturen) erkennen. Weichteile wie die Bänder werden jedoch nicht dargestellt. Magnetresonanztomographie-Aufnahmen oder hochauflösende Ultraschallbilder hingegen lassen erkennen, ob und inwieweit Bänder und Gelenkkapsel in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Skidaumen Behandlung und Nachsorge

Ist die Diagnose ärztlich gesichert, wird unverzüglich mit der Skidaumen-Behandlung begonnen. Diese zielt vor allem darauf ab, das Band – und damit die optimale Führung des Gelenks und die Greiffunktion der Hand – wiederherzustellen. Dazu wird der verletzte Daumen zunächst ruhiggestellt. Das geschieht meist mithilfe einer Gipsschiene oder einer Orthese, die sich leichter anlegen und abnehmen lässt. Bei einem Teilriss oder einer Überdehnung des Bandes reicht diese Schonung (über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen) aus.

Eine anschließende physiotherapeutische Behandlung dient dazu, den durch die Ruhigstellung verursachten Verlust von Kraft, Geschicklichkeit und Beweglichkeit wieder rückgängig zu machen und die Hand für die Anforderungen des Alltags aufzutrainieren.

Skidaumen OP: Wann muss operiert werden?

Bei einer kompletten Ruptur ist eine Operation notwendig, um die Enden des gerissenen Bandes wieder miteinander zu verbinden. Dies sollte möglichst frühzeitig geschehen. Auch knöcherne Bandausrisse oder die sogenannte Stener-Läsion – eine Einklemmung des abgerissenen Bandes unter einer benachbarten Sehnenplatte – machen eine Operation zwingend notwendig. Meist reißt das Band unmittelbar am Knochen ab, sodass es nicht genäht werden kann. Stattdessen wird es mit einem sogenannten Knochenanker aus bioverträglichem Material an der Abrissstelle befestigt. Seltener reißt das Innenband mittig – dann lässt es sich mit einer einfachen Bandnaht versorgen.

Nach der Skidaumen Operation folgt eine mehrwöchige Ruhigstellungsphase im Daumengips. Nach etwa fünf bis sechs Wochen wird der Gips abgenommen und durch eine Orthese ersetzt, welche die physiotherapeutische oder ergotherapeutische Nachbehandlung erleichtert. Acht bis zehn Wochen nach der Operation ist das Innenband in der Regel wieder voll belastbar.

Der Einsatz von Orthesen in Therapie und Nachbehandlung

Ein Ehepaar sitzt an einer Berghütte und schaut in die Ferne. Die Frau hält einen Thermoskannen-Becher in ihren Händen. Sie trägt am rechten Arm eine ManuLoc, eine stabilisierende Handgelenksorthese von Bauerfeind.

Bei Bänderdehnungen oder geringgradigen Einrissen des Innenbandes kann anstelle des Gipsverbandes eine Orthese wie die ManuLoc Rhizo 

eingesetzt werden. Sie stabilisiert das Daumengrundgelenk zuverlässig und lässt sich – zum Beispiel zur Körperpflege oder zur Anwendung von Salben – leicht abnehmen und wieder anlegen. Da die Orthese über einen integrierten Aluminiumbügel individuell anpassbar ist, bietet sie ein bequemes Tragegefühl in Verbindung mit hoher Stabilität. Die speziell geformte Klettlasche der ManuLoc Rhizo Daumenorthese ermöglicht eine optimale Anpassung und eine zuverlässige Ruhigstellung des Daumengrundgelenks. Auch lässt das atmungsaktive Material der Orthese – anders als beim Gips – eine gute Belüftung der Hand und des Handgelenks zu. So kommt es weder zu einer übermäßigen Feuchtigkeitsbildung noch zu Juckreiz.

Auch nach der Entfernung des Gipsverbandes im Anschluss an eine Operation leistet die Orthese einen Beitrag zur Heilung des Skidaumens: Sie entlastet das betroffene Gelenk bis zur kompletten Ausheilung und verhindert ungünstige Bewegungen und Zug auf das operierte Band.

ManuLoc® Rhizo

Stabilisierende Handgelenkorthese mit Daumenschiene
Besonders schmerzhafte Kombi-Verletzungen von Hand- und Daumengelenk, postoperative Zustände, Arthrose oder Reizzustände: Die ManuLoc Rhizo von Bauerfeind stabilisiert Daumen und Handgelenk und stellt diese bei Bedarf vollkommen ruhig.