Ab und zu geschwollene Beine, kleine Besenreiser: Was auf den ersten Blick harmlos erscheint, ist oft ein Anzeichen für eine Venenerkrankung. Und die trifft tatsächlich einen Großteil der Erwachsenen, oft schon in jungen Jahren. Entscheidend ist, rechtzeitig aktiv zu werden, um das Leben weiterhin möglichst unbeschwert genießen zu können. Hier bieten wir dir umfassende Informationen rund um Venenerkrankungen und was du für deine Gesundheit tun kannst.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählen Venenleiden weltweit zu den häufigsten Krankheitsbildern.

Dass Venenerkrankungen nur die ältere Generation betreffen, ist aber ein Irrtum: In Deutschland liegen bei rund 90 Prozent der über 18-Jährigen Veränderungen am Venensystem vor, wobei Männer und Frauen gleichermaßen betroffen sind.* Die Beschwerden reichen von leichten Besenreisern bis hin zum sogenannten „offenen Bein“, dem schwersten Stadium chronischer Venenerkrankungen.

*Quelle: Bonner Venenstudie der deutschen Gesellschaft für Phlebologie (Phlebologie 1 2003; 32: 1 14)

Wie entsteht ein Venenleiden?

In den Venen wird dein Blut in Richtung Herz transportiert. Dafür sorgt, neben den Venen selbst, vor allem die Beinmuskulatur, die durch ein Wechselspiel von Anspannung und Entspannung, während du dich bewegst, wie eine Pumpe wirkt und das Blut aus den Beinen herzwärts presst. Im Inneren der Venen sind die Venenklappen dafür zuständig, dass das Blut nicht wieder zurückfließt.

 

Bei Venenleiden sind somit hauptsächlich zwei Funktionen beeinträchtigt: Wenn die umliegende Muskulatur zu wenig aktiviert wird, gerät dieser Motor ins Stocken, und der Blutfluss wird nicht mehr ausreichend angeregt. Und wenn sich die Gefäßwände der Venen aufgrund des Rückstaus dehnen, kann daraus eine krankhafte Erweiterung entstehen, wodurch die Venenklappen nicht mehr vollständig schließen. Das Blut staut sich und der nächste Venenabschnitt wird überdehnt. Doch auch das Bindegewebe spielt eine Rolle: Denn ein Großteil der Patienten mit Venenleiden haben eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche.

 

Wer ist besonders anfällig für eine Venenschwäche?

Grundsätzlich sind Venen – wie der gesamte Körper – einem natürlichen Verschleiß ausgesetzt: Die Venenwände können im Laufe des Lebens an Elastizität verlieren, sie halten Verformungen nicht mehr so gut stand, und die Venenklappen schließen nicht mehr ausreichend. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass Venenerkrankungen nur ältere Menschen betreffen. Wie bereits erwähnt, können Venenleiden auch in jungen Jahren erstmals auftreten.

 

Frauen sollten besonders aufmerksam sein. Zum einen ist ihr Bindegewebe generell schwächer als das von Männern, was eine Venenschwäche begünstigt. Zum anderen können auch hormonelle Veränderungen, etwa während einer Schwangerschaft, das Venensystem stark beanspruchen.

 

Aber auch das Verhalten im Alltag hat großen Einfluss darauf, ob es den Venen gut geht. Denn Bewegungsmangel, Übergewicht, langes Stehen oder Sitzen, eine unausgewogene Ernährung, Rauchen und ungünstige Kleidung wie hochhakige Schuhe oder zu enge Hosen führen zu einer erhöhten Belastung der Venen.

Risikofaktoren für die Venen im Überblick

 

  • Bewegungsmangel
  • Langes Stehen oder Sitzen, zum Beispiel bei der Arbeit
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Stark fett- und/oder zuckerhaltige Ernährung
  • Ungünstige Kleidung (hochhackige Schuhe, zu enge Hosen)

Was sind die Symptome einer Venenschwäche?

Ein Arzt untersucht die Beine einer Patientin, welche auf einem Hocker vor ihm steht. Da manchmal eine Venenthrombose ohne Symptome auftritt, sollte bei plötzlichen Schmerzen oder Spannungsgefühlen im Bein unbedingt zeitnah eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Da bei rund neun von zehn Erwachsenen in Deutschland das Venensystem bereits Veränderungen aufzeigt, sollte jeder aufmerksam werden, wenn sich kleine Besenreiser zeigen oder die Beine sich häufig müde und schwer anfühlen oder geschwollen sind.

 

Oftmals werden die Schwellungen auf einen langen Tag im Büro, die Sommerhitze oder unbequeme Schuhe geschoben, und Besenreiser werden eher als kosmetisches und nicht als gesundheitliches Problem wahrgenommen. Dabei sind dies meist die ersten Anzeichen einer Venenschwäche.

 

Wenn nichts dagegen unternommen wird, hat das negative Folgen für das gesamte Beinvenensystem: Vermeintlich harmlose Besenreiser können Symptome einer tiefen Venenschwäche sein, Krampfadern können Venenentzündungen begünstigen, oder lange unbehandelte Ödeme können sich bis zum offenen Bein entwickeln. Nicht unterschätzen sollte man auch die mögliche Bildung einer Venenthrombose, also eines Blutgerinnsels, das schlimmstenfalls eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen kann.

 

Wichtig ist also, bei ersten Symptomen keine Scheu zu zeigen und vom Arzt abklären zu lassen, was genau mit den Beinvenen los ist.

Welche Venenerkrankungen gibt es?

Du hast bereits eine Diagnose zu deiner Venenschwäche erhalten oder möchtest dich zu spezifischen Venenerkrankungen informieren? Hier findest du eine Übersicht der häufigsten Venenerkrankungen mit weiterführenden Informationen.

Wie wird eine Venenschwäche behandelt?

Grundsätzlich gilt: Bei Venenerkrankungen sind nur die Begleiterscheinungen und Symptome therapierbar. Es ist nicht möglich, bereits geschädigte Venen zu heilen. Operative Eingriffe wie die Entfernung, Verödung oder der Verschluss erkrankter Venen können allerdings Stauungssymptome und Thromboserisiken reduzieren. Die zugrunde liegende Venenschwäche wird damit jedoch ebenfalls nicht geheilt.

 

Es gibt jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Im Gegenteil: Bei einem Venenleiden ist entscheidend, die Beschwerden gezielt und konsequent anzugehen. Dazu ist es wichtig, die Ursachen zu kennen und über die Wirkung der einzelnen Therapiebausteine Bescheid zu wissen. Dabei helfen dir unsere Infoseiten, vor allem aber dein Arzt, der mit dir die geeignete Behandlung abstimmt. Durch deine konsequente Umsetzung der Therapiemaßnahmen lassen sich zum einen Symptome lindern, was erheblich dazu beiträgt, dass du dich wohlfühlst und aktiv am Leben teilnehmen kannst. Zum anderen kannst du einem Fortschreiten der Erkrankung wirksam vorbeugen.

 

Dafür musst du noch nicht einmal deinen Alltag auf links drehen. Es gibt viele Kleinigkeiten, mit denen du deine Venengesundheit fördern kannst. Um weitere Venenleiden zu verhindern oder ein Fortschreiten aufzuhalten, ist etwa ein gesünderer Lebensstil mit viel Bewegung und das Tragen medizinisch bewährter Kompressionsstrümpfe ratsam.

Venen unterstützen mit medizinischen Kompressionsstrümpfen

Medizinische Kompressionsstrümpfe bestehen aus einem elastischen Gewebe. Beim Tragen und besonders in der Bewegung werden die erweiterten Venen sanft von außen zusammengedrückt, wodurch die Venenklappen wieder vollständig schließen können. Im Ergebnis wird der venöse Rückstrom verbessert, die Venenschwäche kompensiert und Symptome werden gelindert.

 

Um unterschiedlichen individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, gibt es vier verschiedene Kompressionsklassen (I – IV) mit entsprechend zunehmendem medizinisch wirksamem Anpressdruck, das heißt Druckstärken. Wichtig ist, dass du den Kompressionsstrumpf erhältst, der auf deine individuellen Beschwerden und deinen persönlichen Lebensstil abgestimmt ist – und der exakt passt. Dabei ist das Gespräch mit deinem verschreibenden Arzt wichtig, denn er legt Spezifika wie die Kompressionsklasse und die Strumpflänge fest. Dein Fachhändler berät dich anschließend bei der Wahl des passenden Modells und stellt die Passform der Strümpfe sicher.

Über die Vorteile und Wirkweisen unserer medizinischen Kompressionsstrümpfe gibt es natürlich einiges zu erfahren.

Informiere dich ausführlicher:

Vergiss nicht: Wenn Venen erst einmal krankhaft erweitert sind, können sie sich nicht mehr regenerieren. Je früher du anfängst, medizinische Kompressionsstrümpfe zu nutzen, desto besser für deine Venengesundheit.

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