Ratschow Gedächtnismedaille

Die Ratschow Gedächtnismedaille wird im Jahresrhythmus seit 1969 vom CURATORIUM ANGIOLOGIAE INTERNATIONALIS an besonders verdiente wissenschaftliche Persönlichkeiten aus dem Bereich Gefäßmedizin und diese tangierenden Disziplinen verliehen. Das Kuratorium (siehe Reiter „Kuratorium“) ist für die Organisation des Auswahlprozesses und die Verleihung zuständig. Ihm gehören ausschließlich Wissenschaftler aus dem internationalen Gefäßbereich an.

Geehrt wird Prof. Dr. Max Ratschow (siehe Reiter „Max Ratschow“), der als Begründer der Angiologie gilt. Die Initiative zu dieser Stiftung geht auf seinen verdienstvollen Schüler Prof. Dr. Norbert Klüken zurück.

Die mit der Medaille geehrten Wissenschaftler präsentieren auf einer Sitzung während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie (DGP) eine ihrer Hauptarbeiten. Diese werden in den "Documenta Angiologorum" vom Schattauer Verlag publiziert.

Prof. Dr. Eberhard Rabe (Präsident des Kuratoriums) schreibt dazu:

Die Documenta Angiologorum haben unter den angiologischen Periodica eine besondere Zielsetzung. Sie sollen wissenschaftliche Persönlichkeiten und deren Arbeiten entsprechend würdigen. So gelangen in dieser Publikation Beiträge zum Abdruck, die wichtige Entwicklungsakzente in der Angiologie setzen und meist auch gleichzeitig das Lebenswerk des international anerkannten Forschers darstellen, der durch die Verleihung der Ratschow Gedächtnismedaille geehrt wird.

Seit Jahren ist das Unternehmen Bauerfeind Mäzen dieser Stiftung. Es unterstützt die Arbeit des Kuratoriums, hilft bei der Ausrichtung der Verleihungszeremonie und übernimmt alle anfallenden Kosten.

Kontakt:
Dr. Hans-Jürgen Thomä
(hans-juergen.thomae@bauerfeind.com)

Preisträger 2016 - Dr. Peter Gloviczki
Peter Gloviczki, M.D.

Preisträger 2016

Die 41.Ratschow-Gedächtnismedaille wurde im Rahmen der 58. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in Dresden an Dr. Peter Gloviczki aus Rochester, Minnesota verliehen. Das Curatorium Angiologiae Internationalis ehrte ihn für sein Lebenswerk.

Der in der USA lebende Ungar ist ein weltweit herausragender Vertreter der Gefäßmedizin. Seit mehr als 30 Jahren setzt sich der praktizierende Arzt auf dem Gebiet der Phlebologie und Angiologie mit großem Engagement für Forschung, Lehre und Entwicklung ein. Er ist Spezialist für Venen- und Aortenchirurgie, beispielsweise für Aneurysmen der Arteria poplitea und endoskopische Verfahren.

Dr. Peter Gloviczki ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften und hat vielen dieser Vereinigungen auch schon als Präsident oder Vize-Präsident vorgestanden. Er war Präsident des American Venous Forum und der Society of Vascular Medicin. Als Herausgeber des Handbook of Venous Disorders und Schriftleiter des Journals of Vascular Surgery hat er großen Einfluss auf die Entwicklung der Gefäßmedizin.

Preisträger 2014 - Dr. med. Dr. h. c. Albert-Adrien Ramelet
Dr. Albert-Adrien Ramelet

Preisträger 2014

Die 40. Ratschow-Gedächtnismedaille wurde im Rahmen der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in München an den Schweizer Dr. Albert-Adrien Ramelet  aus Lausanne verliehen. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich der Verfasser mehrerer Lehrbücher und praktizierende Arzt auf dem Gebiet der Phlebologie und Angiologie mit großem Engagement für Forschung, Lehre und Weiterbildung ein.

Dr. Albert-Adrien Ramelet gehört zu den bekanntesten heute aktiv tätigen Spezialisten für Gefäßerkrankungen. Er ist Ehrenmitglied zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften und hat vielen dieser Vereinigungen auch schon als Präsident oder Vize-Präsident vorgestanden.

Als Oberarzt an der Dermatologie in Lausanne führte Dr. Ramelet den Doppler und die zuvor bei Dr. Robert Muller erlernte Phlebektomie ein – immer im Bestreben, den medizinischen Fortschritt überall zu etablieren. Und ihn auch persönlich voranzutreiben: Er entwickelte beispielsweise die nach ihm benannten Ramelet-Häkchen, da keine der bis dato marktüblichen Phlebektomie-Häkchen seinen Ansprüchen genügten.

Seine vier Lehrbücher zur Phlebologie, von denen bereits mehr als 100.000 Exemplare verkauft wurden, gelten als Referenzwerke. In seiner Praxis hospitieren seit Jahren Generationen angehender Phlebologen.

Preisträger 2013 - Dr. Michel R. Perrin
Dr. Michel R. Perrin

Preisträger 2013

Die 39. Ratschow-Gedächtnismedaille wurde im Rahmen der 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in Hamburg an den Franzosen Dr. Michel R. Perrin aus Lyon verliehen. Dr. Perrin verfügt über 50 Jahre Erfahrung auf dem Fachgebiet der Phlebologie und hat sich unter anderem als Präsident der Französischen Gesellschaft für Phlebologie (Société Francaise de Phlebologie) und als Vize-Präsident der Internationalen Union der Phlebologie (IUP) verdient gemacht.

Dr. Michel R. Perrin studierte von 1949 bis 1957 Medizin an der Universität von Lyon. 1966 erhielt er das Zertifikat als Chirurg vom French Board of Surgery. Seine Qualifikation zum Gefäßchirurgen schloss er 1995 erfolgreich ab.

Von 1962 bis 1998 arbeitete Dr. Michel R. Perrin als Gefäßchirurg in Lyon und lehrte als Professor am Universitätsklinikum von Grenoble.

Mehr als 400 Publikationen sowie zahlreiche Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen, Gesellschaften und Kollegs sprechen für sein wissenschaftliches und praktisches Engagement für die Gefäßchirurgie.

Preisträger 2012 - Prof. Waldemar L. Olszewski
Prof. Dr. med. Waldemar L. Olszewski

Preisträger 2012

Die 38. Ratschow-Gedächtnismedaille wurde im Rahmen der 54. Jahrestagung in Lübeck an Prof. Dr. med. Waldemar L. Olszewski aus Warschau verliehen. Bereits seit Jahrzehnten trägt Prof. Olszewski mit seiner Arbeit entscheidend zur Entwicklung der Lymphologie bei.

Prof. Olszewski absolvierte sein Studium von 1949 bis 1954 an der medizinischen Fakultät der Universität in Warschau. 1962 erhielt er den Doktortitel auf dem Gebiet der Chirurgie. Seit 1978 ist er Professor am Medical Research Center der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau

Neben der Gefäßchirurgie gilt sein besonderes Interesse dem menschlichen Lymphsystem und allem, was damit zusammenhängt. Bereits mit den Anfängen seines Medizinstudiums betreibt er die lymphologische Forschung mit großem Enthusiasmus und machte seitdem die Physiologie und Chirurgie des lymphatischen Systems zu einem seiner wissenschaftlichen und klinischen Schwerpunkte. Zahlreiche grundlegende Erkenntnisse der Lymphologie gehen auf ihn zurück. So entdeckte er, dass das menschliche Lymphsystem sich spontan rhythmisch kontrahiert. Weiterhin entwickelte Prof. Olszewski das Verfahren der lymphovenösen Anastomose und forschte zur Chemie der menschlichen Lymphe sowie zur hydraulischen Kontraktilität des subkutanen Gewebes. Auch die mittlerweile nicht nur in asiatischen Ländern mit großem Erfolg praktizierte Methode, langfristig geringe Penicillin-Dosen zur Prävention wiederholter bakterieller Entzündungen bei Lymphödempatienten zu verabreichen, geht auf seine Initiative und seine Arbeiten zur Bakteriologie der menschlichen Lymphe zurück.

Seine wissenschaftliche Tätigkeit schlägt sich in einer Vielzahl von Vorträgen und über 600 Publikationen in den Gebieten der Gefäßchirurgie, Transplantation, Physiologie sowie der Chirurgie des lymphatischen Systems nieder.

Preisträger 2011 - Prof. Dr. med. H.A. Martino Neumann
Prof. Dr. med. H.A. Martino Neumann

Preisträger 2011

Die 37. Ratschow-Gedächtnismedaille wurde im Rahmen der 53. Jahrestagung in Berlin an Prof. Dr. med. H.A. Martino Neumann aus Rotterdam verliehen.

Martino Neumann ist international anerkannter Dermatologe und Phlebologe, der sich kontinuierlich für die Evidenz der Kompressionstherapie ausgesprochen hat. Seine Ideen und Konzepte haben mit dazu beigetragen, die phlebologische Therapie zu standardisieren und auch in die Praxis umzusetzen.

Neumann studierte von 1968 - 1976 an der Rijksuniversiteit in Leiden. Von 1976 - 1980 erfolgte die Ausbildung zum Dermatologen und Venenrologen an der Gemeentelijke Universiteit Amsterdam.

1983 erfolgte die Promotion an der Universität Amsterdam mit dem Titel "Relevance of fluorenscence techniques in immunological medaited skin disease".

Von 1980 - 1991 war er am St. Lambert Ziekenhuis, Helmond und Willibrordus Ziekenhuis in Deurne, von 1992 - 1997 als Dermatologe/ Phlebologe am Academic Ziekenhuis in Maastricht und von 1997 - 2001 an der Universität Maastricht tätig. Seit 2002 ist er Professor für Dermatologie und Venerologie am Erasmus MC, Universitair Medish Centrum Rotterdam.

Seine wissenschaftliche Tätigkeit schlägt sich in einer Vielzahl von Vorträgen und Publikationen nieder. Martino Neumann ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Vereinigungen und bekleidet internationale und nationale Funktionen in der Medizinwelt.

Frühere Preisträger
Frühere Preisträger der Ratschow-Medaille

M. COMEL. Betrachtungen über die Angiologie der Gegenwart und der Zukunft. 1968.

W H. HAUSS. Die Rolle der Mesenchymzellen in der Pathogenese der Arteriosklerose. 1969.

F. MARTORELL. Ulcus hypertonicum. 1970.

E. WOLLHEIM. Kapillarkreislauf und Blutvolumen. 1971.

R. FONTAINE. Die chirurgische Behandlung der arteriosklerotischen Verschlüsse der unteren Extremitäten. 1972.

G. OTTAVIANI. Allgemeine biologische Aussagen über das Lymphsystem. 1973.

L. LASZT. Die Biochemie und Pharmakologie der Venenwand. 1974.

0. OLSSON. Angiographie als Grundlagenuntersuchung in der klinischen Medizin. 1975.

W. REDISCH. Von William Harvey zu Otfried Müller.1976.

R. TOURNAY, H. R. VAN DER MOLEN. Die Entwicklung der Phlebologie in den letzten 30 Jahren (1948-1978). 1977.

R. C. MAYALL. Das Hyperstomie-Syndrom, eine klinische Entität, verursacht durch einen arteriolovenulären Shunt, unter diagnostischen und therapeutischen Aspekten. 1978.

G. V R. BORN. Der Einfluß hämodynamischer Bedingungen auf die Hämostasefunktion der Thrombozyten. 1979.

ROBERT W. WISSLER. Neueste Studien über die Pathogenese und Rückbildung der Atherosklerose. 1980.

MICHAEL FÖLDI. Insuffizienz des Lymphgefäßsystems. 1981.

EDUARDO C. PALMA. Das postphlebitische Syndrom - operative Therapie. 1982.

DIETRICH WERNER LÜBBERS. Die Sauerstoffversorgung der Warmblüterorgane. 1983.

JEAN FRANCOIS MERLEN. Die Akrozyanosen - klinische, pathogenetische und therapeutische Paradoxien. 1985.

R. J. A. M. VAN DONGEN. Heutiger Stand und Bedeutung der vaskulären Chirurgie. 1986.

GERD ASSMANN. Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen. 1987.

F. COCKETT. Der Einfluß anatomischer Varietäten auf das Venensystem und seine Behandlung.1988.

W. DOERR. Grundsätzliches zur Pathogenese der Gefäßkrankheiten. 1989.

E. BETZ. Experimentelle Studien zur Rolle von Gefäßwandmuskelzellen bei der arteriellen Verschlußkrankheit. 1991.

CHR. M. PAPENDIECK. Zur Behandlung der Hypertension des Venensystems im Kindesalter. 1992.

H. JELLINEK. Die Wirkung von Magnesiumorotat auf die Herzmuskulatur und die Koronarien bei verschiedenen Tierarten in Modellexperimenten. 1996.

ST. KUBIK. Die Entwicklung und Bedeutung des Lymphgefäßsystems bei der Verhütung der Ödembildung unter Berücksichtigung der Struktureigenschaften. 1997.

G. W. SCHMID-SCHÖNBEIN. Mechanismen und Konsequenzen der Zellaktivierung in der Mikrozirkulation. 1999.

N. KLÜKEN. Vaskuläre Dys- und Hyperplasien bei Kindern.  2000.

T. J. RYAN. The blood supply and lymphatic drainage of the skin. 2001.

H. PARTSCH. Die Antistase, ein vernachlässigtes Therapiekonzept bei der tiefen Beinvenenthrombose. 2002.

H. K. BREDDIN. Tiefe Beinvenenthrombose: Pathogenese, Diagnostik und Therapie Was ist gesichert? Welche Fragen bleiben offen? 2004.

ETELKA FÖLDI. Die Brücke vom Experiment zur Klinik: Das Lymphödem. 2005.

R. V. CLUZAN. Peripheral lymphoedema treatment. 2006.

Sir N. BROWSE. 50 years of phlebology. Advance or standstill? 2007.

U. SCHULTZ-EHRENBURG. Prospective epidemiological study on the beginning of varicose veins. Bochum study I-IV. 2008.

L. VILLAVICENCIO 2009

W. HACH. 2010

Kuratorium
Präsidenten
Prof. Dr. N. Klüken (1969-1999)    
Prof. Dr. K.U. Tiedjen (1999-2006)   u.tiedjen@t-online.de
Prof. Dr. E. Rabe (seit 2006)
eberhard.rabe@ukb.uni-bonn.de

Wissenschaftlicher Beirat

R. Bauersachs Darmstadt gefaesszentrum@klinikum-darmstadt.de
E. Földi Hinterzarten foeldi@foeldiklinik.de
M. Jünger Greifswald dermatologie@uni-greifswald.de
M. Neumann Rotterdam h.neumann@erasmusmc.nl
C.M. Papendieck Buenos Aires cmpapendieck@angiopediatria.com.ar
H. Partsch Wien hugo.partsch@meduniwien.ac.at
M. Stücker Bochum m.stuecker@derma.de
Prof. Dr. K.U. Tiedjen Bochum  u.tiedjen@t-online.de
M. Zabel Recklinghausen zabel@hautzentrum-re.de

aktiv / verstorben

Max Ratschow
Max Ratschow
Max Ratschow

(* 7. August 1904 - † 8. November 1963)

Prof. Dr. med. Max Ratschow gilt als Begründer der Fachdisziplin der Angiologie, dem jüngsten Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße beschäftigt. Nach seinem Studium der Medizin in Rostock, Freiburg, Wien, München, Berlin und Breslau von 1924 bis 1929 folgte 1930 die Promotion zum Dr. med. an der Universität Breslau und 1936 die Habilitation an der Universität Kiel für Physiologie. Von 1939 bis 1952 war Max Ratschow an der Medizinischen Universitätsklinik Halle tätig, ab 1948 als ordentlicher Professor für Pathologische Physiologie. Mit dem Ziel eine Forschungsklinik für Gefäßkrankheiten einzurichten, siedelte er 1952 in die damalige Bundesrepublik Deutschland über. Von 1953 bis zu seinem Tod 1963 war Max Ratschow Direktor der medizinischen Klinik Darmstadt und Ordinarius für Innere Medizin. Während dieser Tätigkeit baute er das erste angiologische Forschungszentrum (Eröffnung Mai 1963) auf, aus dem später die nach ihm benannte Max-Ratschow-Klinik für Angiologie am Klinikum Darmstadt entstand. 

Die schnelle Entwicklung der neuen Fachdisziplin war verbunden mit Max Ratschows besonderem Engagement für die wissenschaftliche Untersuchung und Therapie von Gefäßkrankheiten und Durchblutungsstörungen. Auf dem Deutschen Ärztetag in Köln 1992 schließlich wurde die Angiologie als Teilbereich der Inneren Medizin anerkannt. Die Ehrung seiner Verdienste um die Gründung des Faches belegen zwei nach ihm benannte Wissenschaftspreise. Seit 1968 wird von der Deutschen Gesellschaft für Angiologie der Max-Ratschow-Preis für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Gefäßmedizin vergeben. Die Ratschow-Gedächtnismedaille wird seit 1969 vom Curatorium Angiologiae Internationalis an wissenschaftliche Persönlichkeiten für ihr Lebenswerk im Bereich der Gefäßmedizin verliehen. Die Stiftung der Gedächtnismedaille initiierte Ratschows Schüler Prof. Dr. med. Norbert Klüken.