Schwere Beine und Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft: Ursachen und Tipps

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit voller Vorfreude auf das neue Leben – für viele Eltern beginnt damit ein ganz neuer Lebensabschnitt. Auch der weibliche Körper macht dabei viele Veränderungen durch: Denn um das Kind optimal zu versorgen, passt er sich während der Schwangerschaft den neuen Umständen an. Bis zur Geburt und in den Wochen danach leistet der Körper Höchstarbeit. Daher bringt eine Schwangerschaft auch immer einige Begleiterscheinungen mit sich.

Krampfadern und Wassereinlagerungen sind in der Schwangerschaft unter anderem hormonell bedingt. Zu den typischen Beschwerden während der Schwangerschaft zählen schwere, müde und schmerzende Beine.

Ein häufiges Symptom in der Schwangerschaft sind Krampfadern
Krampfadern – ein häufiges Symptom in der Schwangerschaft

Viele Frauen leiden während der Schwangerschaft unter den sogenannten Krampfadern (Varizen). Diese sind immer ein Zeichen für eine gestörte Venenfunktion. Unsere Venen transportieren dunkelrotes, sauerstoffarmes Blut aus den Armen, Beinen und dem Körper zurück zum Herzen. Dabei fungiert die Beinmuskulatur als natürliche Pumpe: Entgegen der Schwerkraft drückt diese Muskelpumpe das Blut nach oben. Wie eine Art Rückschlagventil verhindern die Venenklappen zugleich, dass das Blut zurück in die Beine fließt. Sind die Venen geweitet, ist die uneingeschränkte Funktion der Venenklappen nicht mehr gewährleistet. Krampfadern können entstehen und sichtbar werden.

Ein Grund für das erhöhte Auftreten von Krampfadern in der Schwangerschaft ist das Gelbkörperhormon, das Progesteron. Es lockert nicht nur das Gewebe der Gebärmutter auf, sondern bewirkt auch, dass die Gefäßwände nachgiebiger werden. Zudem drückt die wachsende Gebärmutter auf die untere Hohlvene (Vena Cava), wodurch sich der Blutdruck in den Beinen erhöht. Insbesondere bei erblich bedingter Bindegewebsschwäche halten die Klappen der erweiterten Venen diesem Druck nicht mehr stand.

Erschwerend kommt in der Schwangerschaft hinzu, dass das Blutvolumen bis ins dritte Trimester hinein kontinuierlich ansteigt, sodass sich die Blutmenge im Körper bis zur Geburt erheblich erhöht hat. Zugleich beschleunigt sich auch die Herzfrequenz. Dadurch steigt das Herzminutenvolumen an, also die Menge an Blut, die in einer Minute durch den Körper gepumpt wird. Die durchlässig gewordenen Venenklappen haben somit sogar noch mehr zu bewältigen als gewöhnlich. In der Folge kommt es zu einem Rückfluss des Blutes: Statt zum Herzen gepumpt zu werden, fließt es – der Schwerkraft gemäß – in Richtung der Füße. Durch das Zurücksacken des Blutes werden die Gefäße noch weiter ausgedehnt – die unschönen Krampfadern können entstehen.

„Ein Grund für das erhöhte Auftreten von Krampfadern in der Schwangerschaft ist das Gelbkörperhormon, das Progesteron. Es lockert nicht nur das Gewebe der Gebärmutter auf, sondern bewirkt auch, dass die Gefäßwände nachgiebiger werden.“

Krampfadern sind mehr als ein „Schönheitsfehler“

Im Gegensatz zu den meist harmlosen Besenreisern, sind Krampfadern aber nicht nur ein optisches Problem. Durch den Rückstau des Blutes in den Venen können Blutgerinnsel und in der Folge eine Thrombose entstehen. Im schlimmsten Falle können diese Blutgerinnsel bis zur Lunge wandern und dort zu einer Lungenembolie führen. Zudem ist es auch möglich, dass sich in tieferen Gewebeschichten Krampfadern bilden. Diese sind erst mit dem Ultraschallgerät diagnostizierbar. Spezielle medizinische Kompressionsstrümpfe können hier Abhilfe schaffen: Sie regen die Durchblutung in den Venen an, senken das Thromboserisiko und tragen so zum Wohlbefinden in der Schwangerschaft bei.

Wie kommt es zu Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft?

Das Versacken des Blutes in den Beinen ist auch die Ursache für die vielfach auftretenden Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft, denn mit dem Blut versackt auch die Gewebeflüssigkeit in den Beinen. Dieses Phänomen tritt im letzten Schwangerschaftsdrittel bei ca. zwei Drittel der Schwangeren auf. Solche Wassereinlagerungen – auch Ödeme genannt – sind zumeist störend. Sie treten oft an den Beinen auf und verursachen geschwollene Knöchel. Aber auch an den Unterarmen, den Händen und sogar im Gesicht kann sich Gewebeflüssigkeit ansammeln. Die stärksten Beschwerden haben Betroffene in der wärmeren Jahreszeit sowie abends nach längerem Stehen oder Sitzen am Tag. Solchen unangenehmen Wassereinlagerungen lassen sich vorbeugen.

Thrombose und Wassereinlagerungen: Probleme während der Schwangerschaft
Hilfreiche Tipps gegen Krampfadern und Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Schwere Beine, Krampfadern und Wassereinlagerungen sind für viele Betroffene unangenehm. Die folgenden Tipps helfen, Venenleiden vorzubeugen bzw. die Symptome zu verringern:

  • Ausreichend Bewegung ist eine wesentliche Maßnahme gegen Venenleiden, denn dadurch kommt die Muskelpumpe in Gang: Versuchen Sie daher auch in der Schwangerschaft, täglich aktiv zu sein.
  • Vermeiden Sie langes Stehen.
  • Beim Sitzen sollten Sie das Überkreuzschlagen der Beine unbedingt unterlassen.
  • Legen Sie Ihre Füße und Beine so oft wie möglich hoch.
  • Tragen Sie flache Schuhe. Auf Absätze sollten Sie in der Schwangerschaft verzichten.
  • Eine zu starke Gewichtszunahme kann die Symptome verschlechtern – achten Sie daher auf eine ausgewogene Ernährung.
  • Kälte sorgt für Entlastung: Duschen Sie Ihre Beine täglich kalt ab oder machen Sie kalte Beinumschläge.
  • Trinken Sie ausreichend. Schwangere benötigen ausreichend Flüssigkeit für den Stoffwechsel und den Kreislauf. Entwässernde Medikamente sind daher in der Schwangerschaft tabu – ebenso wie sanftere Hausmittel, die entwässernd wirken (z. B. Brennnesseltee oder Wacholderbeeren).
Tipps gegen Krampfadern und Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Spezielle medizinische Kompressionsstrümpfe helfen ebenfalls dabei, Venenleiden zu verhindern. Denn durch den Druck unterstützen sie die Venenfunktion. Mediziner raten daher, Kompressionsstrümpfe bereits ab der zwölften Schwangerschaftswoche zu tragen. Sie sollten die Strümpfe am besten bereits morgens im Liegen anziehen. So ist gewährleistet, dass sich nicht bereits zu viel Blut in den Beinen zurückstaut.

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Giorgia Pucci, Mutter & VenoTrain Micro-Model

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