Ratgeber Venen

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Venenentzündung: Was tun, wenn aus Besenreisern eine Erkrankung wird?

Venenleiden gehören zu den großen Volkskrankheiten in Deutschland. Wie entstehen sie? Warum sind Frauen davon häufiger betroffen? Wie erkennt man sie frühzeitig? Was hilft dagegen? Lesen Sie mehr dazu und über die Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung in unserem Ratgeber.

Unsere Venen sind Teil eines Hochleistungsnetzwerks. Im Verbund mit den Arterien übernehmen sie den Transport von Blut durch unseren Körper. Während über die Arterien mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichertes Blut gepumpt wird, übernehmen die Venen den Rücktransport des mit Abfallstoffen angereicherten Blutes zum Herzen. Dabei müssen Venen die Hauptlast des im Körper zirkulierenden Blutes bewältigen. Insbesondere in den Beinvenen, wo die Pumpleistung des Herzens nicht ausreicht, muss der Rückfluss durch eigene Transportmechanismen übernommen werden.

Venen unter ständiger Beanspruchung

In den Beinvenen ermöglicht die sogenannte „Wadenmuskelpumpe“ den Transport des Blutes zum Herzen. Durch ein Wechselspiel von Anspannen und Entspannen erzeugen die Wadenmuskeln in den Venen eine Pump- und Saugwirkung, mit der das Blut aus den Beinen herzwärts gepresst wird. Im Abstand von wenigen Zentimetern sorgen die Venenklappen dafür, dass sich das Blut immer nur in Richtung Herz bewegt. Diese ständige Beanspruchung führt über Jahrzehnte hinweg häufig zum Verschleiß der Venenwände. Sie leiern aus, die Venenklappen schließen nicht mehr vollständig, es kommt zum Blutstau und zur Überdehnung des nächsten Venenabschnitts. Wenn nichts dagegen unternommen wird, hat das negative Folgen für das gesamte Beinvenensystem: Aus vermeintlich harmlosen Besenreisern werden Krampfadern, die sich zu Venenentzündungen oder gar zum offenen Bein entwickeln können. Schlimmstenfalls droht sogar eine Venenthrombose, ein Blutgerinnsel, das eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen kann.

Wer ist besonders anfällig für Venenleiden?

80 Prozent aller Patienten mit Venenleiden haben eine erblich bedingte Bindegewebsschwäche. Bei Frauen ist das Venensystem aufgrund schwächeren Bindegewebes und durch hormonelle Veränderungen (etwa bei Schwangerschaften) zusätzlich beansprucht.

 

Venenleiden rechtzeitig erkennen und behandeln

Geschwollene Beine, ein Juckreiz oder Wadenkrämpfe können erste Symptome von Venenleiden sein. Auf diese lassen häufig auch äußere Anzeichen im Beinbereich schließen, wie vermehrte Besenreiser, Krampfadern oder Verfärbungen der Haut. Sanitätshäuser bieten häufig Venenfunktionstests an. Eine belastbare Diagnose kann aber nur der Hausarzt stellen. Am besten, Sie konsultieren ihn bei den erwähnten Verdachtsmomenten.

WEITERE FAKTOREN KÖNNEN
DAS RISIKO ERHÖHEN:

  • Bewegungsmangel
  • Langes Stehen oder Sitzen
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholgenuss
  • Falsche Kleidung (hochhackige Schuhe, zu enge Hosen)

Grundsätzlich sind die Begleiterscheinungen und Symptome therapierbar, während eine Heilung bereits geschädigter Venen nicht möglich ist. Selbst operative Eingriffe wie die Entfernung und Verödung erkrankter Venen können Stauungssymptome und Thromboserisiken reduzieren. Um weitere Venenleiden zu verhindern oder ein Fortschreiten aufzuhalten, ist aber ein gesünderer Lebensstil und das regelmäßige Tragen medizinisch bewährter Kompressionsstrümpfe ratsam.

Die Venen mit Kompressionsstrümpfen stärken

Venen stärken mit Kompressionsstrümpfen

Kompressionsstrümpfe bestehen aus elastischem Gewebe in vier verschiedenen Kompressionsklassen mit entsprechend zunehmenden Druckstärken. Beim Tragen werden die erweiterten Venen sanft zusammengedrückt. Dadurch können die Venenklappen wieder vollständig schließen. Im Ergebnis wird die Durchblutung verbessert, die Venenschwäche gelindert und ein Fortschreiten aufgehalten. Da erweiterte Venen sich auch bei allem Training nicht regenerieren, sollte man nicht zu lange warten, Kompressionsstrümpfe zu nutzen. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Therapie sind die exakte Anpassung der Kompressionsstrümpfe und die Auswahl des für das Krankheitsbild und den Lebensstil passenden Strumpftyps. Dies geschieht am besten im Zusammenspiel von Hausarzt und Fachhandel. Natürlich können Sie die Therapie maßgeblich unterstützen, indem Sie Ihre Venen stärken und einen gesünderen Lebensstil pflegen. Der Vorteil: Vieles, was Ihre Beine schöner macht, ist auch gut für die Venen.

Checkliste: Was Sie selbst gegen Venenleiden tun können

  • Ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Ballaststoffen
  • Mehr Bewegung, zum Beispiel Schwimmen, Radfahren oder Tanzen
  • Fördern Sie die Durchblutung Ihrer Beine durch kühlende Beingüsse
  • Gehen Sie auch mal barfuß und legen Sie ab und zu die Beine hoch

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