Ratgeber Knie

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Knieschmerzen: Woher sie kommen und wie Sie sich schützen

Welche Belastung das Knie ein Leben lang aushält, ist ein kleines Wunder. Knieschmerzen tauchen mit zunehmendem Alter leider trotzdem häufig auf. Lesen Sie im Ratgeber, wie Sie Schäden vorbeugen und ob Sie im Ernstfall besser das Knie tapen oder zur Bandage greifen.

Das Knie ist das komplizierteste Gelenk im Körper. Das ist auch verständlich, denn als Scharnier zwischen Ober- und Unterschenkel verrichtet es Schwerstarbeit: ständiges Strecken und Beugen über Jahrzehnte hinweg, dazu kommen bei manchen Menschen angeborene Schwächen und – je nach sportlicher Aktivität und Beruf – auch noch Stöße von enormer Wucht oder kritische Dauerbelastungen.

Checkliste: So schieben Sie Knieschmerzen einen Riegel vor

  1. Bewegen Sie sich täglich.
  2. Betreiben Sie kniefreundliche Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking auch als Ausgleichssport.
  3. Tragen Sie schwere Lasten möglichst knieschonend, zum Beispiel im Rucksack.
  4. Entlasten Sie, wenn möglich, Ihr Kniegelenk, indem Sie etwa beim Sitzen Ihre Knie ausstrecken.
  5. Vermeiden Sie längeres Stehen oder Knien.
  6. Achten Sie auf dämpfendes Schuhwerk oder weichen Untergrund.
  7. Vermeiden Sie starke Kniebeugung bei Belastung.
  8. Tragen Sie Schuhe mit flachen Absätzen.
  9. Achten Sie auf Ihr Gewicht.
  10. Trainieren Sie täglich die Beinmuskeln mit gezielten Übungen.

Erst wenn Knieschmerzen auftauchen, befassen sich die meisten überhaupt mit dem Aufbau des Gelenks. Hier treffen sich Oberschenkel- und Unterschenkelknochen. Dazwischen sitzt der Meniskus. Dessen Knorpelscheiben gleichen die Zwischenräume des Gelenks aus. Vorgelagert ist die Kniescheibe, sie dient den vorderen Oberschenkelmuskeln zur Streckung des Unterschenkels. Seitenbänder führen das Kniegelenk und sichern es im Stehen. Die Kreuzbänder sind das Sicherungsseil beim Beugen der Knie. Jedoch können sie bei intensivem Sport überbelastet werden und reißen.

Belastende Berufe und mancher Sport sind Gift fürs Knie

Vor allem die Sehnen und Bänder sowie der Meniskus als Pufferzone im Kniegelenk sind die kritischen Punkte bei Stößen oder ungesunder Dauerbelastung. Sie lässt sich in manchem Beruf gar nicht vermeiden – zu bedauern sind etwa Fliesenleger oder Gärtner, die häufig kniend arbeiten müssen, sowie alle, die etwa als Möbelpacker oder Spediteure schwer zu tragen haben.

Manche Menschen haben zudem angeborene Fehlstellungen wie X- oder O-Beine oder eine anormal geformte Kniescheibe. Übergewicht ist ein weiteres Risiko. Zum einen lastet viel mehr Masse auf den Knien, zum anderen fällt es Betroffenen schwerer, sich gesund sportlich zu betätigen. Denn das ist entscheidend: Nur so stärken Sie Muskeln und erhalten die schützende Knorpelmasse.

Der Sport wiederum hat seine eigenen Tücken. Eindeutig gesund sind Radfahren, Nordic Walking in normalem Tempo und Schwimmen. Jogger, Hand- und Basketballer stehen dagegen immer in Gefahr von Belastungsschäden. Aber auch beim Squash mit seinen abrupten Bewegungswechseln kann von einer Sekunde zur nächsten eine Sehne zerreißen oder zumindest überdehnen. Was wenige wissen: Stark überdehnte Sehnen und Bänder regenerieren sich nie wieder vollständig.

Kniebeugen niemals zu tief ausführen

Auch die beliebten Kniebeugen können schleichend zu einer Abnutzung des Gelenkknorpels beitragen – zumindest bei falscher Ausführung. Niemals sollten Sie die Oberschenkel bis in die Waagerechte absenken, halbschräg ist genug.

Die Probleme im Knie beginnen zunächst mit Knacksen und Piksen – das können erste Anzeichen sein für Risse in Knorpel und Menisken. Ohne Gegenmaßnahmen führt das zur Arthrose. Von der Volkskrankheit sind in Deutschland laut einer Studie bis zu 8,5 Millionen Menschen betroffen.

Bestimmte Berufe und Sportarten begünstigen Knieprobleme
Entlastung bei Knieproblemen durch Bandagen und Tapes

Was tun bei Knieschmerzen?

Checkliste: Bei diesen drei Anzeichen sollten Sie ärztlichen Rat suchen

  1. Knieschmerzen, die länger als zwei Tage anhalten
  2. Knieschmerzen, die auch bei Nichtbelastung auftreten
  3. Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit im Knie oder Stabilitätsprobleme beim Gehen und Stehen

Wenn Sie bei einem der drei Punkte aus der Checkliste mit „Ja“ antworten, sollten Sie fachlichen Rat suchen. Orthopäden und Sportärzte sind hier die besten Ansprechpartner.

Zur Abhilfe von Schmerzen gibt es zwei recht ähnliche Lösungen: Knie tapen oder eine Kniebandage anlegen. Beide entlasten das Gelenk und lindern den Schmerz. Die Bandage stabilisiert zusätzlich neuromuskulär. Die Tapes, die auch im Profisport immer öfter zu sehen sind, bringen schnelle Hilfe bei akuten Fällen. Sie müssen aber nach spätestens einer Woche erneuert werden. Wirklich gut können das nur Experten. Bandagen sind dagegen lange verwendbar. Und anders als die Tapes ersetzt die Krankenkasse hier die Kosten, wenn das Hilfsmittel vom Arzt verschrieben wurde.

ÜBRIGENS: Wenn Sie durch Beruf, Sport oder Veranlagung einem erhöhten Arthrose-Risiko unterliegen, bietet sich schon bei beginnenden Schmerzen und einem Instabilitätsgefühl die Verwendung einer Bandage an.

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