Rundrücken - besonders Frauen sind vom Witwenbuckel betroffen

Witwenbuckel und Rundrücken

Therapie und Vorbeugungsmaßnahmen

Rückenschmerzen, Muskelverspannungen und eine gekrümmte Haltung? Der Rundrücken ist eine der häufigsten Erkrankungen des Rückens und kann den normalen Alltag stark beeinträchtigen. Betroffen sind meist ältere Menschen, bei denen es durch Osteoporose (Knochenschwund) zu Wirbelkörperbrüchen und dadurch zur Bildung von sogenannten Keilwirbeln kommt. Diese formen dann den typischen „Buckel“. Da Osteoporose vor allem bei älteren Frauen auftritt, wird der Rundrücken im Volksmund auch „Witwenbuckel“ genannt. Betroffene können jedoch dank geeigneter therapeutischer Maßnahmen sowie medizinischer Hilfsmittel (Orthesen) langfristige Schäden vermeiden und die Haltung verbessern.

Ursachen für Rundrücken
Rundrücken – das sind die Ursachen

Bei einem Rundrücken handelt es sich um eine verstärkte Krümmung des oberen Rückens (der Brustwirbelsäule) nach hinten. Der medizinische Fachbegriff lautet „Hyperkyphose“. Eine übermäßige Kyphose kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen. Die häufigste Ursache für die Entwicklung eines Rundrückens sind Bewegungsmangel und Haltungsfehler, die über Jahre hinweg anhalten. Fehlhaltungen können aber auch durch eine schwach ausgeprägte Rückenmuskulatur, bestehendes Übergewicht oder durch langjähriges Arbeiten in gebückter Haltung entstehen.

Bei älteren Menschen bildet sich ein Rundrücken sehr häufig als Folge einer Osteoporose-Erkrankung. Im Rahmen der Krankheit nimmt mit zunehmendem Alter die Knochendichte verstärkt ab, was zur Porosität und Brüchigkeit der Knochen führt. Insbesondere die Wirbelkörper können dann schon bei geringer Belastung brechen. Genauer gesagt handelt es sich um ein in sich Zusammensinken der Wirbelkörper, was eine Verkürzung und Verformung der Wirbelsäule mit sichtbarer Krümmung des Rückens nach sich zieht. Verletzungen durch einen Sturz oder durch einen Unfall können ebenfalls Ursache für die Bildung eines Rundrückens sein. 

Symptome einer verstärkten Kyphose – krummer Rücken und Schmerzen

Eine ausgeprägte Verformung des Oberkörpers kann unterschiedliche Beschwerden hervorrufen. So können Menschen mit einem Rundrücken weder im Stehen noch im Sitzen eine aufrechte Körperhaltung einnehmen und sind in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt. Zudem werden die inneren Organe durch die gekrümmte Haltung in ihrer Funktion beeinträchtigt. Betroffene können deshalb Schwierigkeiten mit der Atmung bekommen, da sich die Lunge durch die Einschränkung des Brustvolumens nicht mehr vollständig entfalten kann. Auch Verdauungsprobleme und Herz-Kreislauf-Beschwerden können sich im Rahmen der Lageveränderungen der Organe im Bauchraum entwickeln.

Je nach Ausprägung der Wirbelsäulenverformung haben Betroffene leichte oder auch starke Schmerzen im Rücken, die bis in die Arme oder Beine ausstrahlen können.

Außerdem leiden Menschen mit einer verstärkten Kyphose oftmals sehr unter ihrem Aussehen und entwickeln überdurchschnittlich häufig depressive Verstimmungen bis hin zu ausgeprägten Depressionen.

WICHTIG: Ist der Rundrücken Folge osteoporotischer Wirbelfrakturen, muss so schnell wie möglich behandelt werden, da dann eine erhöhte Gefahr für weitere Wirbelbrüche und somit einer Verschlechterung des Zustands besteht.

Nicht nur eine erbliche Veranlagung führen zwangsläufig zu Besenreisern. Auch die individuelle Lebensweise – insbesondere Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten – spielt bei der Entstehung einer Besenreiservarikosis eine wichtige Rolle.

Rundrücken – die Therapiemöglichkeiten

Die Behandlung eines Rundrückens erfolgt zunächst einmal konservativ. So stärken krankengymnastische Übungen die Muskulatur im Brust- und Rückenbereich und sollen die Aufrichtung der Wirbelsäule bewirken. Ein zweiter Grundpfeiler der Rundrückentherapie sind Atemübungen. Sie sollen das Atemvolumen vergrößern und Atemnot vermeiden. Neben diesen Behandlungsstrategien werden zudem unterstützende medizinische Hilfsmittel eingesetzt. Besonders ausgeprägte Formen eines Rundrückens werden zum Beispiel mit Orthesen behandelt. Außerdem werden den Betroffenen Bewegungsstrategien für den Alltag vermittelt, damit sich die Erkrankung möglichst wenig auf das berufliche und private Leben auswirkt.

Führt die konservative Therapie nicht zum gewünschten Erfolg, kann ein operativer Eingriff notwendig werden, um langfristige Schäden an der Wirbelsäule und den Nerven zu vermeiden. Ein Eingriff an der Wirbelsäule ist jedoch immer mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden, weshalb dieser nur dann durchgeführt wird, wenn er absolut notwendig ist und vorhergehende Behandlungen keine dauerhafte Verbesserung erzielen konnten.


Vorbeugende Maßnahmen – einen Rundrücken vermeiden

Die Hauptursachen für die Entwicklung einer Hyperkyphose sind Bewegungsmangel und Haltungsfehler. Regelmäßige körperliche Betätigung ist daher eine der wichtigsten Vorbeugemaßnahmen. In speziellen Kursen lernen Patienten die richtige Haltung während der Arbeit und in der Freizeit. Entsprechende Atemtechniken zur Vergrößerung des Atemvolumens sowie Entspannungstechniken werden ebenfalls in diesen Kursen vermittelt. Wer auf eine konsequente Einhaltung der genannten Maßnahmen achtet, kann einer Verformung seines Oberkörpers und der Entstehung eines Rundrückens vorbeugen.

Radfahren als Vorbeugung von Osteoporose
Orthese zur Behandlung eines Rundrückens
Orthesen zur Behandlung eines Rundrückens

Häufig werden medizinische Hilfsmittel bei einer Verkrümmung der Wirbelsäule, Wirbelbrüchen oder Osteoporose verordnet.

Die Orthese DorsoTrain ist wie ein Body gearbeitet, der die Wirbelsäule stützt und hilft, den Oberkörper aufrecht zu halten. Dabei gibt eine in das Rückenteil eingearbeitete Kunststoffschiene die richtige Haltung vor und hilft so, Fehlhaltungen zu vermeiden. Die Orthese ist aus hautfreundlichem Material gefertigt und einfach anzulegen. Sie stützt die Wirbelsäule, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Die DorsoTrain ist daher optimal, um der Entstehung eines Rundrückens vorzubeugen.

Liegen bereits ein leichter Rundrücken und ein erster osteoporotischer Wirbelkörperbruch vor, ist die Spinova Osteo zu empfehlen. Die Orthese richtet sowohl aktiv als auch passiv auf. Eine Aluminiumschiene gibt hierbei die aufrechte Haltung vor. Über ein Zuggurtsystem und eine tiefsitzende Beckenbandage wird sie formschlüssig am Körper gehalten. Das hilft den Oberkörper in eine aufrechte Haltung zu bringen und ermahnt bei Fehlhaltung dazu, ihn selbstständig wieder aufzurichten. Das trainiert die Rückenmuskulatur und wirkt dem Rundrücken entgegen.

Bei einem bereits ausgeprägten Rundrücken und mehreren Wirbelkörperbrüchen, hilft die SofTec Dorso. Sie richtet die Wirbelsäule ebenfalls auf und stabilisiert verstärkt, indem sie Rotationsbewegungen entgegenwirkt. Im Rückenteil besteht die Orthese aus einer mit Karbon verstärkten Konstruktion und einem flexiblen, atmungsaktiven Gestrick. Sie ist einfach wie eine Weste anzuziehen und bietet einen angenehmen Tragekomfort. 

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