Ödempatientinnen

Das Ödem

Krankhafte Schwellungen und ihre Ursachen

Liebe Interessenten,  

Viel zu schnell urteilen wir über andere und über uns selbst. Dass stramme Schenkel, Reiterhosen oder dicke Waden nicht nur eine Folge von falscher Ernährung oder mangelnder Bewegung sein können, wissen oft nicht mal die Betroffenen selbst.

So bleibt ein krankhaftes Ödem oft jahrelang unentdeckt und ist meist ein Zufallsbefund. Erst, wenn keine Diät anschlägt, die Schwellungen schmerzhaft werden oder das Ödem immer mehr zunimmt, konsultieren Betroffene einen Arzt. Dabei kann durch eine frühzeitig einsetzende Therapie der fortschreitenden Ausprägung von Ödemen effektiv entgegengewirkt werden.

In unserer Ödem-Themensammlung möchten wir Sie über die verschiedenen Formen von Ödemen aufklären und Sie für das Thema sensibilisieren. Denn nicht jeder, der so wirkt, ist „einfach nur dick“!

Ihr Experten-Team der Bauerfeind AG 

 

Ödem-Arten im Überblick 

Armlymphödem

Bei vielen Patientinnen kommt es nach der Brustkrebsbehandlung zum Anschwellen des Armes.

Lymphödem

Schwere und geschwollene Beine entstehen oft durch eine Lymphabflussstörung.

Lipödem

Dicke, schmerzende Beine können ein Anzeichen für eine Fettverteilungsstörung sein.

Phlebödem

Bei einer Venenschädigung kann Flüssigkeit aus den Gefäßen treten, die dann in den Beinen „versackt“.

Lipolymphödem

Wenn Wasseransammlungen auf sich krankhaft vermehrendes Fettgewebe treffen …

Elephantiasis

Abnorm geschwollene Beine, kaum Mobilität – damit ist normaler Alltag fast unmöglich.

Lipödem alsReiterhosensyndrom

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Ödem-FAQs: häufig gestellte Fragen

Welche Kompressionsstrümpfe brauche ich bei einem Ödem?

Je nachdem, welches Problem Sie haben, kommen ganz unterschiedliche Kompressionsstrümpfe zum Einsatz. Da sich eine Störung des Lymphsystems sehr unterschiedlich auf die Körperform auswirkt, sollten die Kompressionsstrümpfe individuell maßgefertigt werden. VenoTrain curaflow Produkte werden für den Einzelfall hergestellt und sind in verschiedenen Kompressionsklassen erhältlich. Am besten sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder einem Experten im Sanitätshaus. Unter Berücksichtigung Ihrer Erkrankung und täglicher Belastung kann der Fachhändler Sie zu Material, Größe und Kompressionsklasse beraten und das passende Modell heraussuchen.

Benötige ich bei einem Ödem ein Rezept für Kompressionsstrümpfe? Bezahlt das die Krankenkasse?

Grundsätzlich können Sie Kompressionsstrümpfe ohne ärztliche Verordnung erhalten. In diesem Fall tragen sie die Kosten komplett selbst.

Die maßgefertigten Kompressionsstrümpfe, die bei einem Lymph- oder Lipödem zum Einsatz kommen, sollten von einem Facharzt verordnet werden. Anhand des Rezeptes kann ein Sanitätsfachgeschäft einen Kostenvoranschlag erstellen. Oft übernimmt die Krankenkasse die vollen Kosten, sie müssen lediglich die Rezeptgebühr übernehmen. Bei entsprechender ärztlicher Verordnung können Sie zweimal jährlich neue Kompressionsstrümpfe erhalten, in Ausnahmefällen sogar öfter.

Muss ich meine Kompressionsstrümpfe bei einem Ödem immer tragen?

Prinzipiell sollten Kompressionsstrümpfe täglich zum Einsatz kommen und den ganzen Tag über getragen werden. Sie begünstigen den Lymphfluss und verhindern so eine Weiterentwicklung des Ödems. Außerdem lindern sie Schmerzen und verbessern so die Beweglichkeit.

Sollten Sie beim Tragen Schmerzen bekommen, können die Kompressionsstrümpfe auch eher abgelegt werden. Dann sollten Sie ihren Beinen jedoch anders helfen, indem Sie sie hochlegen. Sprechen Sie auch mit Ihrem Arzt oder Sanitätsfachhändler über die Beschwerden und lassen Sie überprüfen, ob neu angepasste Strümpfe nötig sind.

In der Nacht können Sie die Strümpfe ablegen, da sich der Körper über längere Zeit in der Waagerechten befindet und die Gefäße nicht permanent gegen die Schwerkraft arbeiten müssen.

Wie oft müssen Kompressionsstrümpfe gewaschen werden?

Da die Kompressionsstrümpfe eng an der Haut getragen werden, verbleiben neben Staubpartikeln auch Hautschuppen und Schweißbakterien im Gewebe. Deswegen sollten Kompressionsstrümpfe täglich gereinigt werden.  Das erfolgt am besten per Handwäsche oder in der Maschine mit einem milden Waschmittel. Verzichten Sie auf Weichspüler und lassen Sie die Kompressionsstrümpfe an der Luft trocknen (kein Trockner oder Heizung), um die Fasern zu schonen und die Wirkung des Kompressionsstrumpfes optimal zu erhalten.

Sind Kompressionsstrümpfe schlecht für die Haut?

Kompressionsstrümpfe müssen eng auf der Haut liegen, um ihre optimale Wirkung zu entfalten. Um die Haut dabei nicht zu stark zu reizen, sollte man bei der Wahl des Modells darauf achten, dass für den Strumpf ein weiches, hautfreundliches Material verwendet wurde. Dadurch kann die Haut Feuchtigkeit abgeben und gleichzeitig „atmen“.

Bei den maßgefertigten Kompressionsstrümpfen für Lymph- oder Lipödeme handelt es sich in der Regel um Flachstrickprodukte. Sie werden durch eine Naht verschlossen, deren Beschaffenheit ebenfalls großen Einfluss auf den Tragekomfort hat. Flache und weiche Nähte verhindern Druck- oder Scheuerstellen.

Sollte es durch dauerhaftes Tragen dennoch zu trockener oder irritierter Haut kommen, gibt es spezielle Hautpflegeprodukte, die man nach dem Ablegen verwenden kann.

Was bedeutet „Kompressionsklasse“?

Jede nachdem wie stark ein Ödem fortgeschritten ist, benötigt das Körpergewebe mehr oder weniger Unterstützung von außen. Der dabei wirkende (Kompressions-) Druck, den beispielsweise ein Kompressionsstrumpf auf das Gewebe des Beins und die darin verlaufenden Blut- und Lymphgefäße ausübt, führt zu einer Einteilung in sogenannte Kompressionsklassen (CCL). Dabei ist CCL 1 die Klasse mit leichterer Kompression, die zum Beispiel zur Vorbeugung von Krampfadern benutzt wird. Die höchste Klasse mit einer extra kräftigen Kompression ist CCL 4 und wird zum Beispiel bei Elephantiasis eingesetzt.

Welche Kompressionsklasse benötige ich bei einem Ödem?

Ödeme lassen sich in verschiedene Stadien einteilen, je nach Fortschreiten und Ausprägung der Erkrankung.

-          Stadium 0: Schädigung des Lymphsystems ohne sichtbares Ödem

-          Stadium 1: weiche, eindellbare Schwellung, die bei Hochlagerung zurückgeht

-          Stadium 3: harte Schwellung, evtl. begleitet von Schmerzen und/oder Bewegungseinschränkungen

-          Stadium 4: starke Zunahme des Umfangs mit teilweise extremen Ausmaßen

Die Stadien dienen der Orientierung, wie hoch der Druck (Kompression) und damit die Kompressionsklasse sein sollten. Welche Klasse in Ihrem Fall die Richtige ist, kann Ihnen Ihr behandelnder Arzt sagen.

Wer diagnostiziert ein Ödem?

Leider werden chronische Ödeme oft erst sehr spät bemerkt. Sollten Sie den Verdacht haben, zögern Sie also nicht, sich dahingehend untersuchen zu lassen. Neben Ihrem Hausarzt sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen, z.B. einen Internisten, Gefäßspezialisten, Phlebologen oder Lymphologen. Diese Fachärzte besitzen die notwendige technische Ausrüstung und das Knowhow, um ein Ödem festzustellen und die Art zu bestimmen. Gemeinsam können Sie dann über die folgende Therapie beraten.