Eine junge Frau springt über Begrenzungssteine an einem Hafen. Sie trägt eine VenoTrain micro Kompressionsstrumpfhose von Bauerfeind.

Unsere Venen sind Teil eines Hochleistungsnetzwerks. Im Verbund mit den Arterien übernehmen sie den Transport von Blut durch unseren Körper. Während über die Arterien mit Sauerstoff und Nährstoffen angereichertes Blut gepumpt wird, übernehmen die Venen den Rücktransport des mit Abfallstoffen angereicherten Blutes zum Herzen. In den Beinvenen, wo die Pumpleistung des Herzens nicht ausreicht, muss der Rückfluss durch eigene Transportmechanismen übernommen werden. Sind diese allerdings nicht mehr zu einhundert Prozent funktionsfähig, kann ein Venenleiden die Ursache sein. Hier erfährst du, wie eine Venenerkrankung entsteht und was mit welchen fünf Tipps du deiner Venengesundheit etwas Gutes tun kannst.  Weiterhin findest du hier die gängigsten Erkrankungen der Venen und deren Behandlungsmöglichkeiten.

Eine Frau läuft über einen Steg an einem See. Ihre Hände streifen durch das Schilfrohr, welches an beiden Seiten des Stegs wächst.

Venenschwäche

Venenleiden ist längst kein Thema mehr, das nur die ältere Generation betrifft. Vorsorge ist dabei wichtig.

Wie entsteht eine Venenerkrankung?

Deine Venen vollbringen jeden Tag Höchstleistungen: Täglich pumpen sie bis zu 10.000 Liter Blut durch den Körper. Doch durch Bewegungsmangel und langes Sitzen oder Stehen werden die Muskeln in den Waden nicht ausreichend aktiviert. Auf diese Weise verlieren die Venenklappen an Antriebskraft und schaffen es nicht mehr, das Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Die Folge: schwere und geschwollene Beine. Das begünstigt Krampfadern, Besenreiser und andere Venenerkrankungen. Im schlimmsten Fall kann es zu Venenentzündungen oder eine Thrombose kommen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, haben wir dir einige Tipps und Tricks zusammengestellt, mit denen schwere Beine wieder aktiviert werden.

 

1. Bleib in Bewegung

Bewegung ist das wirksamste Mittel, um deine Muskeln zu aktivieren, die um die Venen der Unterschenkel liegen. Diese Muskulatur funktioniert wie eine Pumpe: Spannt man sie an und lässt sie wieder locker, strömt das Blut durch die Gefäße. Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Wandern eignen sich besonders, um die Wadenmuskeln zu aktivieren. Stoppende Bewegungen, wie sie beim Tennis oder Fußball oft notwendig sind, belasten die Venen eher. Meist reichen auch schon kleine Gymnastikeinheiten aus, um die Venenklappen zu aktivieren. Abwechselnd die Fersen nach oben und die Zehen Richtung Schienbein zu ziehen oder die Füße kreisen zu lassen funktioniert sogar gut beim Sitzen am Schreibtisch. Und auch wer die Treppen statt des Aufzugs nimmt oder das Auto zu Hause stehen lässt und mit dem Fahrrad fährt, kann schweren Beinen vorbeugen und seine Venen unterstützen.

Frau am Schreibtisch sitzend arbeitet im HomeOffice und streckt sich.

Kompressionsstrümpfe und weitere Homeoffice Tipps

Bist du von Bewegungsmangel im Homeoffice betroffen? Erfahre in unserem Beitrag, wie du einem Venenleiden durch einfache Tipps vorbeugst!

2. Ernähre dich gesund

Eine ungesunde, fett- und kalorienreiche Ernährung und damit verbundenes Übergewicht können ein Venenleiden auslösen oder ein bereits vorhandenes verstärken. Alkohol und Zucker schädigen die Blutgefäße ebenfalls. Ballaststoffe hingegen regen die Verdauung an und liefern dem Körper wichtige Vitalstoffe. Sie sind in Vollkornprodukten, Obst und Gemüse enthalten. Omega 3, das man etwa durch Fisch, Avocados, Leinsamen und Walnüsse aufnimmt, stärkt die Venenelastizität. Für eine gute Durchblutung sollten darüber hinaus mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag getrunken werden. So dickt das Blut nicht ein, und die Gefahr einer Thrombose wird minimiert.

Ein kleines Mädchen steht zusammen mit ihrer Mutter in einer Küche. Die Mutter steht hinter dem Mädchen und unterstützt bei der Handhaltung während des Schneidens von Gemüse.

3. Gönne deinen Beinen etwas Luxus

Die Beine so oft wie möglich hochzulegen entspannt nicht nur, sondern unterstützt die Arbeit der Venen. Beinmassagen fördern ebenfalls den Rückfluss des Blutes zum Herzen. Dafür sollte allerdings immer von unten nach oben massiert werden, um den Bluttransport zum Herzen hin anzuregen. Ergänzend kannst du auf Cremes oder Gele mit durchblutungsförderndem Effekt zurückgreifen.

4. Sorge für Abkühlung

Eine Frau sitzt an einem Steinstrand im Wasser. Ihre Füße sind mit klarem Wasser bedeckt. Sie hat ihre Hände auf die Beine abgelegt.

Vor allem im Sommer sind geschwollene Knöchel keine Seltenheit, die Waden spannen und schmerzen. Das liegt daran, dass sich die Gefäße bei Hitze weiten. Der Bluttransport wird dadurch zusätzlich erschwert. Durch kühle Duschen ziehen sich die Blutgefäße wieder zusammen und der Blutfluss kommt in Schwung. Vielleicht hast du ja auch ein Kneippbecken zum Wassertreten in deiner Nähe. Saunabesuche oder ausgiebige Sonnenbäder verstärken dagegen die Beschwerden.

5. Trage die richtige Kleidung und Kompressionsstrümpfe

Enge Kleidung behindert die Venen bei ihrer Arbeit. Darum sollten Socken und Hosen an den Knöcheln und den Kniekehlen locker sitzen und nicht einschneiden. Außerdem kurbelt das Tragen von flachen Schuhen die Blutzirkulation an; hohe Absätze sollte man sich für besondere Anlässe aufheben. Am besten ist es, so oft wie möglich barfuß zu gehen – das stärkt die Fußmuskulatur und aktiviert die Venenpumpen. Damit sich aus einer leichten Venenschwäche keine Krampfadern oder andere Venenerkrankungen entwickeln, eignet sich das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder Kompressionsstrumpfhosen. Bei ersten Anzeichen für ein Venenleiden reicht meist eine schwache Kompressionsklasse. Auf langen Bus- oder Flugreisen ist es – übrigens auch ohne konkretes Venenleiden – stets empfehlenswert, Stützstrümpfe zu tragen, da es aufgrund der mangelnden Bewegung sonst zu einer Thrombose kommen kann.

 

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Häufig gestellte Fragen / FAQ´s zum Thema Venenerkrankungen

Auch wenn ein Venenleiden nicht heilbar ist, kannst du über eine gesunde Lebensweise positiven Einfluss auf die Venen nehmen und eine Verschlechterung und das Risiko für Folgeschäden minimieren.

Dazu gehören:

  • Bewusste Ernährung, Vermeidung von Übergewicht
  • Regelmäßige Bewegung (Bewegungspausen), gerade bei andauernder stehender oder sitzender Tätigkeit
  • Gefäßtraining (z.B. Kneipp-Kur)
  • Vermeidung von Alkohol und Nikotin
  • Passende Kleidung (Verzicht auf hohe Absätze oder enge Hosen)

Medizinische Kompressionsstrümpfe sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, die Gefäße dauerhaft zu entlasten und so dem Krankheitsverlauf entgegenzuwirken.

Besenreiser entstehen, wenn das Bindegewebe der Venenwand an Spannung verliert. Dieser Vorgang lässt sich nicht rückgängig machen. Die sichtbaren Äderchen verschwinden nur durch ärztliche Behandlung, etwa durch chirurgische Verödung oder Lasertherapie.

Allerdings kann man der Entstehung von Besenreisern vorbeugen, indem man aktiv etwas für die Gefäße tut. Hier steht Bewegung im Vordergrund, aber auch Gefäßtraining und effektive Entlastung der Venen durch Kompressionsstrümpfe können vorbeugen.

Je nachdem, welches Problem du hast, kommen ganz unterschiedliche Kompressionsstrümpfe zum Einsatz. Am besten sprichst du darüber mit deinem Arzt oder einem Experten im Sanitätshaus. Unter Berücksichtigung deiner Erkrankung und täglicher Belastung kann der Fachhändler dich zu Material, Größe und Kompressionsklasse beraten und gegebenenfalls das passende Modell heraussuchen.

Um einen optimalen Sitz und damit maximale Erfolge zu gewährleisten, ist es wichtig, die Größe passgenau zu bestimmen. Dazu ist die Vermessung deiner Beine unbedingt nötig. Aus diesem Grund solltest du es vorziehen, dir eine fachliche Beratung beim Kauf einzuholen, auch wenn eine Onlinebestellung weniger aufwendig erscheint.

Grundsätzlich kannst du Kompressionsstrümpfe ohne ärztliche Verordnung erhalten, egal ob zur Prävention oder zur Therapie. In diesem Fall musst du die vollständigen Kosten selbst zahlen. Hast du eine ärztliche Verordnung, werden diese bis auf eine geringe Zuzahlung von der Krankenkasse übernommen.

Vermutest du ein Venenleiden, lohnt es sich also, den Arzt aufzusuchen, um eine mögliche Erkrankung abzuklären. Außerdem kannst du mit ihm bereits über eine mögliche Versorgung sprechen und Faktoren ausschließen, die gegen das Tragen von Kompressionsstrümpfen sprechen, sogenannte Kontraindikationen wie zum Beispiel Herzschwäche oder eine arterielle Verschlußkrankheit.  

Prinzipiell sollten Kompressionsstrümpfe bei chronischem Venenleiden oder als Prävention täglich zum Einsatz kommen. Denn sie sollten immer dann getragen werden, wenn die Venen einer erhöhten Belastung ausgesetzt sind. Dies ist der Fall, wenn das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben transportiert werden muss – also sobald du stehst oder sitzt. Von daher solltest du die Kompressionsstrümpfe auch den ganzen Tag über tragen.

Kommt es einmal vor, dass du die Kompressionsstrümpfe schon mittags ablegst oder einen Tag nicht trägst, ist das in Ordnung. Bedenke aber: ohne die Unterstützung steigt die Belastung auf deine Venen stark an und kann dazu führen, dass sich Probleme verschlechtern oder zusätzliche Beschwerden dazukommen. Aus diesem Grund sollten die Kompressionsstrümpfe so oft wie möglich getragen werden, am besten täglich.

Nachts ist ein Tragen nicht erforderlich, da die Belastung auf die Venen durch die liegende Position deutlich geringer ist.

Da die Kompressionsstrümpfe eng an der Haut getragen werden, verbleiben neben Staubpartikeln auch Hautschuppen und Schweißbakterien im Gewebe. Deswegen sollten Kompressionsstrümpfe täglich gewechselt und vor dem erneuten Tragen gereinigt werden. Das erfolgt am besten per Handwäsche oder in der Maschine mit einem milden Waschmittel. Verzichte auf Weichspüler und lasse die Kompressionsstrümpfe an der Luft trocknen (kein Trockner oder Heizung), um die Fasern zu schonen und die Wirkung des Kompressionsstrumpfes optimal zu erhalten.

Kompressionsstrümpfe müssen eng auf der Haut liegen, um ihre optimale Wirkung zu entfalten. Um die Haut dabei nicht zu stark zu reizen, sollte man bei der Wahl des Modells darauf achten, dass für den Strumpf ein weiches, hautfreundliches Material verwendet wurde. Dadurch kann die Haut Feuchtigkeit abgeben und gleichzeitig „atmen“.

Sollte es durch dauerhaftes Tragen dennoch zu trockener oder irritierter Haut kommen, gibt es spezielle Hautpflegeprodukte, die man nach dem Ablegen verwenden kann. Mittlerweile sind sogar Kompressionsstrümpfe erhältlich, deren Fasern einen speziellen Pflegewirkstoff enthalten, der beim Tragen nach und nach abgegeben wird und deine Haut versorgt.

Heutzutage sind Kompressionsstrümpfe nicht mehr die derben, hautfarbenen Gestricke von früher. Sie werden in verschiedenen Farben und Musterungen angeboten, sodass sie optisch oft nicht mehr von normalen Strümpfen zu unterscheiden sind. In schwarz oder marine fällt es Außenstehenden kaum auf, dass du Kompressionsstrümpfe trägst. Greifst du zu Modefarben oder auffälligen Mustern, kann aus dem medizinischen Produkt sogar ein modisches Accessoire werden.

Venenleiden ernst nehmen

Bleiben Beschwerden wie geschwollene Beine und Füße länger bestehen oder treten erste optische Anzeichen für Venenerkrankungen wie Krampfadern oder Besenreiser auf, sollte ein Arzt die Ursache abklären. Er weiß, welche Behandlung die richtige ist und stellt dir bei Bedarf auch ein Rezept für Kompressionsstrümpfe aus.