Bei Jana Eckner wurde Gonarthrose im Stadium 3 bis 4 diagnostiziert. Physiotherapeut Joshua Schirm erklärt ihr, wieso es trotzdem wichtig ist, sich regelmäßig zu bewegen.

Joshua Schirm: Jana, berichte mir doch bitte erst mal von deiner Arthrose-Erkrankung.

Jana Eckner: Angefangen hat die Arthrose bereits vor ungefähr zehn Jahren mit leichten Blockaden im Knie. Das ging aber auch wieder weg. Die Ärzte meinten damals, dass eine solche leichte Arthrose bei mir als Verkäuferin ganz normal sei.

Jana Eckert und Joshua Schirm

Joshua Schirm: Arthrotische Veränderungen hat tatsächlich fast jeder. Vor allem, wenn die Belastung sehr eintönig ist. Als Verkäuferin stehst du ja auch sehr viel, und das belastet dein Knie. Die Abnutzung des Knorpels im Knie ist dadurch höher, und eine Arthrose entwickelt sich um einiges schneller. Das sagt aber noch nichts über die Intensität der Schmerzen aus. Bei dir sind die Schmerzen aber so stark, dass deine Lebensqualität darunter leidet, oder? Was hast du denn schon gegen die Arthrose unternommen?

Jana Eckner: Ja, genau. Bei mir wurde bereits eine Arthroskopie durchgeführt und der Knorpel geglättet. Außerdem haben die Ärzte einen Teil des Innenmeniskus entfernt. Den hatte ich mir bei einem Sturz gerissen. Daraufhin wurde die Gonarthrose diagnostiziert.

Joshua Schirm: Davor waren die Schmerzen über einen längeren Zeitraum nur leicht?

Seit dem Sturz habe ich akute Beschwerden

Jana Eckner: Ja, in den vergangenen Jahren hatte ich fast gar keine Probleme mit dem Knie. Erst seit dem Sturz habe ich akute Beschwerden.

Joshua Schirm: Hat die Operation denn geholfen? Hast du weniger Schmerzen?

Jana Eckner: Kurz nach der Operation war es schon besser, aber da ich in meinem Beruf ja die meiste Zeit stehe, habe ich inzwischen wieder starke Schmerzen.

Joshua Schirm: Wann schmerzt dein Knie denn hauptsächlich?

Jana Eckner: Morgens nach dem Aufstehen geht es ganz gut. Im Tagesverlauf und vor allem abends nach der Arbeit, nach dem langen Stehen, schmerzt mein Knie dann aber sehr.

Kniebandagen stabilisieren

Stabilisationsübungen sind wichtig, denn eine gut trainierte Muskulatur entlastet das Gelenk.

Joshua Schirm: Das ist ganz normal, denn über Nacht hat sich dein Knorpel regeneriert. Er lebt durch Druck und Entlastung. Durch die Bewegung beim Gehen wird die Gelenkschmiere in den Knorpel eingearbeitet. Bis zum Abend musste der Knorpel viel Druck und Belastung standhalten. Er wurde den ganzen Tag über wie ein Schwamm gequetscht. Deine Schmerzen kommen allerdings nicht vom Knorpel selbst, denn der hat keine Schmerzrezeptoren. Was tatsächlich schmerzt, sind die umgebenden Bänder, Kapseln und Muskeln, die unter dem Knochen liegen. Machst du denn Sport, um in Bewegung zu bleiben?

Jana Eckner: Bis zur Erkrankung bin ich gerne wandern gegangen und habe Nordic Walking gemacht. Nordic Walking ging dann gar nicht mehr, weil durch die Belastung der Schmerz zu groß war. Wandern kann ich nur noch kürzere Strecken. Zu Hause mache ich Übungen für mein Knie.

Joshua Schirm: Gehst du auch zur Physiotherapie?

Jana Eckner: Ja, damit habe ich vier Wochen nach der Operation angefangen.

Eine gut trainierte Muskulatur entlastet das Knie.

Joshua Schirm: Das ist gut. Stabilisationsübungen sind wichtig, denn eine gut trainierte Muskulatur entlastet das Gelenk. Auch dass du spazieren gehst, ist gut. Radfahren und Schwimmen sind ebenfalls Sportarten, die für Arthrose-Patienten geeignet sind. Hier ist die Belastung für die Gelenke nicht so hoch. Alle Sportarten, bei denen schnell die Bewegungsrichtung gewechselt wird, sind eher ungeeignet. Skifahren oder Fußballspielen beispielsweise. Alles in allem ist Bewegung das Wichtigste bei arthrotischen Veränderungen in den Gelenken.

Jana Eckner: Als ich nach der Operation mit der Physiotherapie angefangen habe, habe ich richtig gemerkt, wie die Bewegung mir guttut. An anderen Tagen sind die Schmerzen zu groß, um die Übungen zu machen.

Joshua Schirm: Hast du in solchen Fällen schon mal eine wärmende oder kühlende Behandlung probiert?

Jana Eckner: Nach der Arbeit mache ich mir gerne Arnika-Wickel. Das kühlt etwas, und die Schwellung geht zurück. Den Wickel lasse ich dann meist über Nacht auf dem Knie.

Joshua Schirm: Es ist ganz wichtig, dass du – selbst wenn es mal zwickt und schmerzt – nicht komplett inaktiv wirst. Solche kühlenden Wickel helfen dir vielleicht, wieder in die Bewegung zu kommen. Und wenn es nur ein Beinpendel ist – Bewegung ist ganz, ganz wichtig.

Jana Eckner: Das mache ich morgens vor dem Aufstehen. Da fahre ich Rad im Bett, damit das Gelenk ein bisschen geschmeidiger wird.

Regelmäßige Bewegung ist das wichtigste bei Arthrose.

Joshua Schirm: Das ist gut. Regelmäßige Bewegung ist das Wichtigste bei Kniegelenksarthrose. Einfache Übungen, wie du sie machst, sind super für den Anfang.

Jana Eckner: Das merke ich auch. Mein Knie wird bei Bewegung geschmeidiger und schmerzt weniger. Vor allem kurz nach der Operation waren bergab laufen oder Stufen steigen ein großes Problem. Das geht inzwischen schon besser.

Joshua Schirm: Super, da musst du am Ball bleiben und die Übungen weiter ausbauen. In der Therapie-App von Bauerfeind gibt es viele Übungen speziell für Gonarthrose-Patienten, die das Knie nicht so belasten. Die könntest du mal ausprobieren.

 

Kniebandagen stabilisieren

Jana Eckner: Hast du denn einen Tipp, wie ich mein Knie nach einem langen Tag entlasten kann, damit die Schwellung zurückgeht?

Joshua Schirm: Einfache Lockerungsübungen sind gut. Einfach abends auf der Couch das Knie etwas bewegen. Thermische Wechseleinflüsse können auch guttun. Dafür kannst du das Knie abwechselnd kalt und warm abbrausen. Tagsüber kannst du eine Bandage tragen, um das Knie zu stützen. Dadurch wird zusätzlich der Stoffwechsel angeregt, und die Muskulatur wird aktiviert. Das kommt der Schmerzsymptomatik abends natürlich zugute. Die Ernährung rückt bei der Behandlung von Arthrose auch immer mehr in den Fokus.

Jana Eckner: Ich trage bereits die GenuTrain A3, die mein Knie tagsüber sehr entlastet. Auf was kann ich denn bei der Ernährung achten?

Joshua Schirm: Eine ausgewogene, nicht zu einseitige Ernährung ist wichtig. Wenig Fleisch, dafür viel Gemüse, Obst und Fisch. Fertiggerichte und industriell gefertigte Lebensmittel solltest du eher meiden. Das setzt den Körper unter Stress. Verzichtest du darauf, ist der Körper besser in der Lage, mit der Arthrose umzugehen.