Mit der Genutrain durch die Wüste Gobi

Auf 250 Kilometer Ultramarathon in sieben Tagen wollte Stephan Schwabe gut vorbereitet sein. Er startete deshalb bereits mit überreiztem Knie. Die Strecke packte er dank der GenuTrain dennoch. Auf 250 Kilometer Ultramarathon in sieben Tagen wollte Stephan Schwabe gut vorbereitet sein. Er startete deshalb bereits mit überreiztem Knie. Die Strecke packte er dank der GenuTrain dennoch.

Blühende Wüste im Jahrhundertsommer 2019

Als es in Deutschland heiß und staubtrocken war, regnete es in der Mongolei und die Gobi wurde bei kühlen 22 Grad zur Rasenlandschaft. Damit hatte Stephan Schwabe nicht gerechnet. An Tag 1 des Selbstversorger-Wüstenlaufes kämpfte der Ultramarathonläufer noch mit Hitze, seinem 12-Kilo-Rucksack und zunehmenden Knieschmerzen, die er mit Kinesio-Tape nicht mehr in den Griff bekam. Er stieg um auf die Kniebandage GenuTrain und konnte erst einmal weiterlaufen, um dann einen radikalen Wetterwechsel ins Nasse zu erleben. An einem Tag war es sogar so regnerisch, dass uns die Veranstalter in eine benachbarte Turnhalle evakuieren mussten“, erzählt der Arzt. „Und am Tag der längsten Etappe mit 70 Kilometern kamen wir vor dem Ziel in ein Gewitter und kein Baum, Strauch oder Mast weit und breit, der einen Blitz auf sich ziehen könnte“. Im 360-Grad-Panorama konnte er sehen, wie die Blitze von links nach rechts wanderten. Dazu Sturzregen. „Uns steckten ungefähr neuneinhalb Stunden Laufen in den Knochen, als es blitzte und donnerte. Das gab Adrenalin und wir sind die letzten 2 Kilometer vor Angst regelrecht gesprintet.“


Die Extremerfahrung des Wüstenlaufs lag jedoch nicht in der Naturgewalt, sie lag in der Naturweite. „Bis zu 70 Kilometer am Tag laufen ist schon surreal“, erklärt Stephan Schwabe, „aber das Unvorstellbare ist, dass man dabei den gesamten Horizont sehen kann. Sie können in jede Richtung kilometerweit gucken. In Deutschland geht das gar nicht.“ Klein komme man sich vor in dieser großen Natur, in der nichts ablenkt. „Die Eindrücke waren zum Teil so gewaltig, dass es mit dem Auto oder Fahrrad zu schnell gewesen wäre. Ich musste diese Natur erlaufen, um sie zu begreifen.“, sagt der 54-Jährige. Westlicher Luxus passte kaum in die meditative Monotonie des Wüstenlaufes: seine Kontaktlinsen wurden zur Herausforderung ohne fließendes Wasser, vegane Spezialkost war schweres Zusatzgewicht aus rein ethischen Gründen in einem Land ohne Massentierhaltung. „Das war mein Schlüsselerlebnis des Laufes“, meint er, „eine Lebensphilosophie, die mir zu hundert Prozent richtig und wichtig schien, in einem anderen Kontext anders zu bewerten. Vegan erscheint mir in Europa absolut sinnvoll, aber nicht in der Mongolei.“

Mit der GenuTrain durch die Wüste Gobi

Über 200 Kilometer mit Kniebandage

»Ich musste diese Natur erlaufen, um sie zu begreifen.«

Wie trainiert man eigentlich für einen Selbstversorger-Ultramarathon in der Wüste? 

„Die Distanz kann man nicht probeweise durchlaufen. Ich hatte also keine Ahnung, ob ich 250 Kilometer schaffe“, gibt der Arzt aus Nordrhein-Westfalen zu. Stephan Schwabe gibt auch zu, im Vorfeld zu viel trainiert zu haben. Circa 2 Wochen vor dem Start bekam er Knieschmerzen. „Als Orthopäde wusste ich, mein Knie ist überreizt und ich hätte eine Pause vor dem Lauf machen müssen.“ Am Ende trainierte er trotzdem weiter, nahm aber Kinesio-Tape und eine GenuTrain mit in die Gobi. Nach dem ersten Tag war ihm klar, ohne zusätzlichen Kleber kann bei der schweißtreibenden Dauerbelastung das Tape nicht halten. „Am zweiten Tag habe ich die GenuTrain angezogen und konnte plötzlich wieder ordentlich laufen. Ich wusste, so kann ich es wahrscheinlich schaffen und muss nicht abbrechen. Mein Knie hat schon etwas weh getan, aber mit Bandage war es stabil und danach habe ich sie nur noch zum Schlafen ausgezogen.“Auch zu Hause trug er sie noch eine gute Weile, um die Reizung in seinem Kniegelenk, bei dem auch eine leichte patellofemorale Arthrose besteht, sicher abklingen zu lassen.

Mit der GenuTrain durch die Wüste Gobi

»Am zweiten Tag habe ich die GenuTrain angezogen und konnte plötzlich wieder ordentlich laufen.«

Mehr als 200 Teilnehmer aus 48 Nationen nahmen am Gobi March 2018 teil. Der Wüstenlauf gehört zur 4-Deserts-Serie, deren Veranstalter seit 2003 Ultramarathons organisieren. Der Profi-Hintergrund zeigte sich auch auf Teilnehmerseite. Fast keiner war ohne „Ultra-Erfahrung“, im Schnitt zwischen 35 und 60 Jahren. „Man braucht ein paar Jahre als Läufer, um solche Distanzen zu bewältigen“, weiß Stephan Schwabe. Seine Laufkarriere begann klassisch mit Joggen, um fit zu bleiben, aber nie mehr als 7 Kilometer. Mit der Idee, mal einen Marathon laufen zu wollen, fing es an, größer zu werden. Vor 9 Jahren lief er mit 45 seine ersten 42 Kilometer und steigerte sich seitdem. Dabei sind es nicht die Kilometer, um die es ihm geht. „Beim Ultramarathon ist man den ganzen Tag draußen mit Freunden. Und am Abend kann man ohne schlechtes Gewissen so viel essen, wie man will“, fasst er strahlend zusammen.

Ultras unter sich

Mit der GenuTrain durch die Wüste Gobi

Nach einem schweren ersten Tag, an dem ihm auch der Fußball kickende Japaner überholte, wurde es besser für Stephan Schwabe und von Tag zu Tag familiärer. Zwar waren die letzten drei Kilometer schrecklich, doch das Einlaufen im Ziel in Karakorum und das gemeinsame Feiern bei Bier und Pizza waren unvergesslich. Das eigentliche Fest war für den Finalisten aber die Dusche im Hotel nach einer Woche ohne fließendes Wasser. Erst dann, sagte er, beim Festabend mit Buffet und Siegershirt kam der Moment, an dem er dachte: „Ja, ich habe es geschafft.“