Bei einem Trick mit dem BMX-Rad verletzt Pascal sich das linke Knie schwer. Diagnose: Unhappy Triad. Doch der BMX- und Mountainbike-Profi gibt nicht auf. Nach einer aufwendigen Operation, anschließender Physiotherapie und mit der Unterstützung seiner Orthese fährt er heute wieder Rad – und beugt einer Arthrose vor.

Es sollte ein für Pascal vergleichsweise einfacher Trick zum Warmwerden werden. Doch bei dem sogenannten 180 Double Barspin landet Pascal mit dem Hinterrad seines BMX auf einer nassen Stelle am Hallenboden. Er versucht, das Rad abzufangen, bleibt mit dem rechten Fuß fest auf dem Boden stehen – sein Bein aber dreht sich in der Bewegung weiter. „Ich war sehr fokussiert auf den Sturz. Man hat nicht gemerkt, dass mir etwas passiert ist. Aber man hat es gehört: Es hat laut geknackt.“

Zu diesem Zeitpunkt ist Pascal schon erfolgreicher Vertragssportler und fährt vor allem Mountainbike in Skateparks und beim Dirt Jump. Er fuhr auch bereits Shows im Ausland und hatte bei vielen renommierten deutschen Wettkämpfen erfolgreich abgeschnitten.

Knochenbrüche und Kreuzbandriss im Knie

Nun liegt Pascal verletzt in der Halle. Kurz darauf erhält er die Diagnose: Knochenbrüche und eine Unhappy Triad. Das ist eine sehr seltene und schwerwiegende Kombinationsverletzung des Kniegelenks, die durch eine erzwungene Rotationsbewegung bei gleichzeitig angewinkeltem Kniegelenk entstehen kann – wie bei Pascal geschehen. Es kommt dann zu einem Riss des vorderen Kreuzbandes, des Innenbands und zur Verletzung des Innenmeniskus.

Kreuzbandriss: Ohne OP geht es nicht

Ein glatter Kreuzbandriss im Knie wächst normalerweise wieder gut zusammen. Bei Pascal ist es komplizierter. In einer Operation entnehmen die Ärzte ein Stück Sehne seines Oberschenkels und setzen es als „Implantat“ ins Kreuzband ein. Acht Wochen lang darf Pascal das Bein nicht belasten. „Die Ärzte haben mir damals gesagt, dass ich erst nach zwölf Monaten wieder laufen können werde. Da wusste ich: Das wird ein langer Weg.“

Nächster Schritt der Behandlung: Physiotherapie für den Muskelaufbau

Für den Heilungsprozess bei einem Kreuzbandriss ist ein bewusster Umgang mit der Verletzung enorm wichtig: Das Vertrauen in die eigenen Bewegungen zurückzuerhalten und sie sicher auszuführen – das sind die ersten Schritte.

 

Rückblickend erzählt Pascal, dass er seinem Physiotherapeuten alles zu verdanken habe: „Ohne ihn würde ich heute nicht hier sitzen und vor allem auch nicht mehr meinen Sport ausüben.“ Der Therapeut zeigt Pascal, dass er mit vielen gezielten Übungen die muskuläre Grundbasis wieder sehr gut aufbauen kann. „Während der Physio wurde mir bewusst, was ich eigentlich alles nicht mehr machen kann. Ich musste das Laufen neu lernen“, erzählt Pascal.

 

Noch immer ist Pascals Bewegungsumfang deutlich eingeschränkt. „Mein Antrieb für die Zukunft sind die kleinen Erfolge, die ich erlebe. Statt nach zwölf konnte ich bereits nach vier Monaten wieder laufen, saß sogar schon wieder auf dem Fahrrad. Da wusste ich: Hier bist du zu Hause. Hier gehörst du hin. Das sind kleine Schritte, die mich anspornen und ermutigen.“

Du weißt, du hast die Orthese am Knie und traust dir wieder was zu, du wirst mental freier.


Arthrose vorbeugen: Orthese sorgt nach Kreuzbandriss für Stabilität

Pascal merkt aber auch, dass sein Knie noch nicht wieder so sicher ist wie vor dem Unfall und er daran arbeiten muss. Dabei hilft ihm seine Orthese, die ihn absichert und sein Knie stabilisiert. Nach der OP trägt Pascal sie ständig, später bei der Physiotherapie und jetzt noch beim Radfahren. „Das ist auch wichtig für den Kopf. Du weißt, du hast die Orthese am Knie und traust dir wieder was zu, du wirst mental freier.“

Stabilität und Beweglichkeit zurückgewinnen und erhalten ist zudem entscheidend, um weiteren Komplikationen und Folgeerkrankungen nach einer Unhappy Triad vorzubeugen. Denn für Pascal ist zum Beispiel das Risiko hoch, eine Arthrose zu entwickeln. Bei ihm spielen sogar gleich zwei Faktoren eine Rolle: die schwere Knieverletzung und sein Leistungssport. Beides kann dazu führen, dass sich schon in jungen Jahren eine Arthrose anbahnt.

 

 

Bei einer drohenden Arthrose sollte das Knie nicht zu stark geschont werden, auch wenn Schmerzen im Spiel sind. Denn die richtigen sportlichen Aktivitäten helfen dabei, einer Arthrose vorzubeugen beziehungsweise ihr Auftreten hinauszuzögern. Hier ist Pascal auf dem richtigen Weg: Durch das Radfahren und die Physiotherapie bleiben seine Kniegelenke beweglich und werden gestärkt, und die Orthese sorgt für die nötige Sicherheit und Stabilität.

Wichtig ist es, am Ball zu bleiben und sich – gerade nach einer so komplizierten Verletzung wie einer Unhappy Triad – nicht entmutigen zu lassen. Pascal hat nach wie vor mit Bewegungseinschränkungen im Knie zu kämpfen, bei längerer Belastung durch Laufen und Stehen hat er Schmerzen. Trotzdem grenzt seine Verfassung eineinhalb Jahre nach dem Unfall, bei dem er sich nicht nur das Kreuzband abgerissen hatte, an ein kleines Wunder. Er lässt sich deshalb von den eher zurückhaltenden Prognosen der Fachärzte nicht entmutigen: „Die Leute sehen mich wieder auf dem Fahrrad sitzen und denken, bei mir sei wieder alles in Ordnung. So ist es aber noch nicht. Trotzdem hilft mir das Fahren: Der Bewegungsablauf ist gesund für mein Knie, das Pedalieren entlastet und trainiert meine Gelenke und die Muskulatur.“

Selbsttest: Leide ich an Gonarthrose?

Bist du auch aktiver oder ehemaliger Leistungssportler oder hast wie Pascal mit einer schweren Knieverletzung zu kämpfen?

Dann ist wahrscheinlich auch dein Arthrose-Risiko erhöht – vor allem dann, wenn du bereits hin und wieder mit Knieschmerzen zu tun hast.

Finde mit unserem Selbsttest heraus, ob deine Schmerzen auf eine Arthrose hindeuten und welche Faktoren noch eine Rolle spielen. Anschließend kannst du bei deinem Arzt eine verlässliche Diagnose einholen.