Ein langer Bürotag im Sitzen ist vorbei – doch nach dem Aufstehen schmerzt das Knie. Treten solche Symptome häufiger auf, kann sich dahinter eine beginnende Arthrose im Knie verbergen. Erfahre mehr über das Krankheitsbild und seine Ursachen, die Symptome von Gonarthrose und wie sie diagnostiziert wird. Darüber hinaus geben wir dir erste Tipps an die Hand, was du nach einer Diagnose tun kannst und wie Bandagen und Orthesen von Bauerfeind wirken.

Arthrose: Was ist das eigentlich?

Als Arthrose wird die Zerstörung der schützenden Knorpelschicht zwischen den Knochen der Gelenke bezeichnet. Im Unterschied zu einer Arthritis handelt es sich bei einer Arthrose also nicht um eine Entzündung, sondern um den chronischen Verschleiß eines Gelenks. Spricht man von Gonarthrose, so ist damit die Arthrose im Knie gemeint.

Das Knie ist das komplexeste Gelenk in unserem Körper. Der Knorpel darin schützt das Gelenk und federt Bewegungen und Erschütterungen ab. Er sorgt dafür, dass Ober- und Unterschenkelknochen nicht direkt aufeinanderreiben. Im Laufe des Lebens verschleißen die Knorpel ‒ das ist ganz normal. Deshalb sind oft ältere Menschen von Gonarthrose betroffen. Unter bestimmten Umständen kann es jedoch zu übermäßig starken Verschleißerscheinungen kommen – auch bei jüngeren Menschen. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich: Überbelastung, beispielsweise durch schwere körperliche Arbeit, Leistungssport oder Übergewicht, führt zu einem starken Verschleiß des Knorpels und nimmt Einfluss darauf, ab welchem Alter die Arthrose auftritt.

Gonarthrose zählt zu den am Häufigsten gemeldeten Berufskrankheiten des Muskel-Skelett-Systems.


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Weitere Ursachen für eine Kniearthrose

Aber auch Fehlstellungen in Gelenken wie X- oder O-Beine, falsche Bewegungsabläufe oder Verletzungen sind Ursachen, warum es zur Kniearthrose kommt. Eine Gonarthrose wird möglicherweise auch durch Gelenkverletzungen und Knochenbrüche ausgelöst. Überdies kann sich eine bestehende Gichterkrankung ungünstig auswirken, denn dann lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ab. Ist das Kniegelenk von den Ablagerungsprozessen betroffen, wird das Knorpelgewebe geschädigt. Mögliche Folge: eine Arthrose im Knie.

 

Die Krankheit ist zwar nicht vererbbar, allerdings werden in vereinzelten Fällen die Anlagen zur Entwicklung einer Arthrose weitergegeben. Sind die Ursachen für die Kniearthrose nicht erkennbar, spricht man von primärer Arthrose. Bei der sekundären Arthrose kommt es aufgrund äußerer Faktoren zum Verschleiß.

Stadien der Gonarthrose erkennen

Gonarthrose entwickelt sich schleichend. In einigen Fällen verläuft sie zunächst ohne Symptome – auch wenn der Knorpelschaden auf dem Röntgenbild bereits zu erkennen ist. Steife Knie nach dem Sitzen oder nach anderen langen Ruhephasen können erste Anzeichen für die Arthrose im Knie sein. Nach einigen Schritten oder Minuten klingen diese Anlaufschmerzen langsam ab, und das Kniegelenk ist wieder voll beweglich. Auch knackende oder knirschende Knie können ein erster Indikator für eine beginnende Arthrose sein.

In weiteren Stadien der Krankheit nehmen die Schmerzen stetig zu. Sie treten außerdem häufiger auf. Besonders bei sportlicher Belastung oder beim Treppensteigen spüren Betroffene die Schmerzen im Knie intensiver. Im weiteren Verlauf schmerzen die Knie bereits bei leichten Bewegungen im Alltag und schließlich auch während der Ruhepausen und beim Schlafen. Sind die Knorpel schon so weit geschädigt, dass Ober- und Unterschenkelknochen direkt aufeinanderreiben, können sich äußerst schmerzhafte Entzündungen im Gelenk entwickeln. Hinweise darauf sind ein geschwollenes Kniegelenk und rötlich gefärbte Haut, die sich zudem warm oder heiß anfühlt.

 

In weit fortgeschrittenem Stadium der Kniearthrose kommt es zu starken Bewegungseinschränkungen und Schmerzen, weshalb die meisten Betroffenen ihr Knie möglichst wenig belasten. Allerdings führt die mangelnde Bewegung dazu, dass der Knorpel weniger durchblutet und somit – aufgrund der mangelnden Nährstoffversorgung –  noch stärker geschädigt wird. In besonders ausgeprägten Fällen kann das Knie steif werden. Das Voranschreiten der Gonarthrose ist zudem nicht nur mit Schmerzen und Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit verbunden. Gonarthrose kann mitunter auch Grund für eine Arbeitsunfähigkeit sein oder in die Frührente führen. 

Knieschmerzen: Mit welchen Symptomen zum Arzt?

Treten die Knieschmerzen regelmäßig auf, sollte ein Orthopäde aufgesucht werden. Der Arzt erkundigt sich nach der Art der Beschwerden und dem Zeitpunkt ihres Auftretens. Außerdem sind zurückliegende Knieverletzungen und Grunderkrankungen wichtige Informationen für den Arzt. Der Mediziner untersucht das Kniegelenk mithilfe verschiedener Tests. Dabei beurteilt er die Beweglichkeit und die Funktion des Kniegelenks.

Eine verlässliche Diagnose ist jedoch nur möglich, wenn Röntgenbilder den fortgeschrittenen Knorpelverschleiß zeigen. Eindeutiges Indiz dafür ist ein verschmälerter Gelenkspalt. Weniger eindeutig zu erkennen sind Knorpelverletzungen zum Beispiel nach einem Sportunfall, weshalb hier eine Magnetresonanztomographie (MRT) sinnvoll ist.

 

Diagnose Gonarthrose – und dann?

Hat der Arzt festgestellt, dass der Knorpel bereits beschädigt ist, kann dies nicht rückgängig gemacht werden. Aber es gibt verschiedene viele Maßnahmen, die Schmerzen zu lindern und den Fortschritt der Krankheit zu entschleunigen. Kniebandagen und Knieorthesen von Bauerfeind helfen, das Gelenk bei Beanspruchung zu entlasten, zu stabilisieren und zu mobilisieren. Oft helfen Physiotherapie und therapeutisches Training, die Muskulatur zu stärken und damit das Gelenk weniger zu belasten. Bei Bedarf verschreibt der Arzt entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente. Die Form und der Verlauf der Krankheit können somit positiv beeinflusst werden, sodass Beweglichkeit und Lebensfreude zurückkehren. 

Selbsttest: Leide ich an Gonarthrose?

Mit unserem Gonarthrose-Selbsttest kannst du deine Schmerzen im Knie besser einordnen und dein persönliches Arthrose-Risiko bestimmen. Für eine verlässliche Diagnose dient anschließend der Besuch beim Arzt.