Eine der Hauptursachen von Gonarthrose ist Bewegungsmangel. Dabei spielt regelmäßige Aktivität bei Arthrose im Knie eine wichtige Rolle, denn: Wer sich bewegt, beugt vor. Zugleich hilft Bewegung, die Symptome einer bestehenden Gonarthrose zu lindern. Warum das so ist und welche Sportarten besonders geeignet sind, erfährst du in unserem Beitrag. Mit unseren Tipps steigerst du dein Wohlbefinden und gehst mit weniger Schmerzen durch den Alltag.

Nach einem langen Arbeitstag kann der innere Schweinehund sehr groß sein, was Bewegung und Sport angehen. Doch es lohnt sich, ihn zu überwinden. Denn als Risikofaktoren für Arthrose gelten unter anderem falsche Belastung, ungünstige Ernährung, Übergewicht – und Bewegungsmangel. 

Was geschieht im Kniegelenk, wenn die Bewegung fehlt?

Bei einer Gonarthrose, also einer Arthrose im Knie, verschleißt der Knorpel im Knie übermäßig. Es kommt zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und im schlimmsten Fall zu einer Versteifung des Knies.

„In Bewegung zu bleiben ist tatsächlich das A & O“, sagt Christian Teusch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Denn: Der Knorpel im Knie dient als Stoßdämpfer für die Knochen und sorgt für reibungsloses Gleiten des Kniegelenkes. Um diese Funktionen jedoch optimal erfüllen zu können, muss er elastisch und geschmeidig bleiben. Und dafür braucht er die Synovialflüssigkeit, die „Gelenkschmiere“. Sie ernährt den Knorpel mit allen wichtigen Nähr- und Schmierstoffen, um ihn zu erhalten. Allerdings dringt die Flüssigkeit nur während Bewegung in das Knorpelgewebe, denn es braucht die Be- und Entlastung dazu. Nur so werden die essenziellen Nährstoffe in den Knorpel hineingearbeitet und die Abfallstoffe entsorgt. Die Folge: Der Knorpel kann seine Funktion aufrechterhalten.

Wer rastet, der rostet

Fehlt dem Körper also die Bewegung, wird der Knorpel nicht ausreichend mit Gelenkschmiere versorgt. Er wird dadurch porös und rau, verschleißt immer weiter und kann seine Schutzfunktion nicht mehr erfüllen. Aber auch wenn eine Arthrose im Knie bereits festgestellt wurde, ist es für Bewegung nicht zu spät – selbst dann nicht, wenn sie anfangs Schmerzen bereitet: „Arthrose-Patienten sollten versuchen, immer in Bewegung zu bleiben, weil der Knorpel dadurch besser ernährt wird“, sagt Facharzt Teusch.

In Bewegung zu bleiben, ist tatsächlich das A & O.


Christian Teusch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Wie kannst du Kniearthrose vorbeugen?

Wer sich vor einer Gonarthrose schützen oder den Abbau des Knorpelgewebes verlangsamen möchte, sollte leichte Sportarten mit fließenden Bewegungen ausüben. Diese mobilisieren die Gelenke, ohne sie zu stark zu belasten. Ideal sind zum Beispiel: Wassergymnastik, Yoga, Schwimmen, Spazierengehen, leichtes Joggen oder Fahrradfahren in niedrigen Gängen – also ohne kräftig in die Pedale zu treten. Auch Nordic Walking und Wandern auf flacher Ebene machen Spaß und bieten gesunde Bewegung fürs Knie. Unsere speziellen Kniebandagen und Knieorthesen sorgen bei sportlichen Aktivitäten oder Bewegungen im Alltag für mehr Stabilität, weniger Schmerzen und ein sicheres Gefühl bei hohem Tragekomfort.

Abrupte Bewegungen, schnelle Richtungswechsel, Sprünge und Stöße üben hingegen zu viel Druck aufs Gelenk aus. Sportarten wie zum Beispiel Fußball, Basketball oder Volleyball sollten also lieber von der Tribüne aus verfolgt werden.

In Bewegung kommen und das Wohlbefinden steigern

Es muss auch nicht immer gleich das minutiös durchgeplante Sportprogramm sein. Grundsätzlich ist es wichtig, Bewegung zu einem Teil des Alltags zu machen. Das heißt: Treppen steigen statt Aufzug fahren, spazieren gehen statt den Abend auf dem Sofa zu verbringen, das Auto öfter stehen lassen und das Fahrrad nehmen. „Wichtig ist, jeden Tag etwas zu machen“, unterstreicht Orthopäde Teusch. Etwa bei Gymnastik oder Yoga „reicht eine Viertelstunde am Morgen meist schon.“

Regelmäßige Bewegung beugt übrigens nicht nur einem schnellen Voranschreiten der Gonarthrose vor, sie tut auch der Psyche gut. Und sie hat noch einen weiteren Vorteil: Wer sanften Sport treibt und auf seine Ernährung achtet, verliert leichter Gewicht. Und da Übergewicht ebenfalls eine Ursache für Arthrose im Knie ist, ist Gewichtsreduktion ein angenehmer Nebeneffekt, um Gonarthrose einzudämmen.

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