Die Skicross-Fahrerin hat Höhen und Tiefen hinter sich, ihre Ziele hat sie aber zu keinem Zeitpunkt aus den Augen verloren. Damit Andrea echte Höchstleistungen auf der Piste abrufen kann, ist ein umfangreiches Training notwendig, zu dem sie sich auch mal motivieren muss.

„Es gibt Skiunfälle, da weiß man gleich: Jetzt ist etwas Schlimmes passiert. Bei anderen dauert es länger, bis du realisierst, was eigentlich los ist“, sagt Andrea Limbacher. „2016 hatte ich einen solchen Unfall. Da musste ich schon schlucken und mich erst mal wieder sammeln.“ Dass da tatsächlich ein Kreuzband gerissen war, damit hatte die 26-jährige Weltcupsiegerin nicht gerechnet.

Ein Unfall ist ein Schock

Sie war gut drauf in dieser Saison, hatte die Jahre zuvor schon einige schwere Knieverletzungen hinter sich gelassen und freute sich nun darauf, endlich wieder Rennen fahren zu dürfen. „Skicross ist natürlich keine 08/15-Sportart. Das ist schon mit Risiken verbunden, was wir hier machen. Trotzdem ist es jedes Mal wieder ein Schock, wenn man durch einen Unfall mit langwierigen Folgen so ausgebremst wird.“

Wie komme ich so schnell wie möglich wieder auf die Piste?

Langes Grübeln und Zweifeln ist allerdings nicht Andreas Ding. Dafür hat die Österreicherin zu wenig Geduld und zu viel Ehrgeiz. Dreimal verletzte sie sich am linken Knie, dreimal gingen ihr direkt nach den Unfällen die gleichen Gedanken durch den Kopf: „Ich hab sofort geplant, wie es weitergeht. Was sind die nächsten notwendigen Schritte, wie laufen die Behandlung und die Reha? Wie bin ich so schnell wie möglich wieder fit und auf der Piste?“

Bewegung neu lernen

Gerade für Leistungssportlerinnen wie Andrea ist es immens wichtig, so schnell wie möglich in die Rehabilitation, aber natürlich auch wieder ins Training zu kommen. Aber auch für alle anderen spielt wohldosierte und vorerst entlastete Bewegung eine Hauptrolle in der Genesung.

Dafür ist es wichtig, die verletzten Gelenke und Bänder zu sichern und zu unterstützen, dabei aber trotzdem maximale Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Direkt nach ihrer Operation nutzte Andrea dafür eine Knieorthese, die genau das bietet, und konnte dadurch schnell wieder ins Training einsteigen.

Ich brauche Sicherheit.

Das ist – außer für die körperliche Genesung – auch für die Psyche wichtig. „Ganz klar, es ist nach einem solchen Unfall schon ein Prozess, wieder an Sicherheit zu gewinnen. Und diese Sicherheit brauche ich, um das Maximum an Leistungsfähigkeit und Können aus meinem Körper herauszuholen“, erzählt Andrea. „Es ist ein Lernprozess. Das Gefühl kommt irgendwann wieder. Am besten funktioniert das für mich, wenn ich wieder auf den Skiern stehen kann und Kilometer sammle.“

Motivation im Training

Aber auch für die leidenschaftliche Skicrosserin gibt es Aufgaben und Trainingseinheiten, die ihr mehr Motivation abverlangen als andere. Das Konditionstraining zum Beispiel ist wenig actionreich, dient aber als wichtige Grundlage dafür, was Andrea dann schlussendlich auf der Piste abrufen kann. „Auch wenn ich mich zu diesen Einheiten aufraffen muss: Im Nachhinein bin ich dann doch stolz, es geschafft zu haben, und freue mich natürlich auch über die Erfolge, die ich dadurch einfahren kann.“

Was die Athletin immer als Vorteil sieht, ist das Training zu zweit oder in der Gruppe. Gemeinsam lässt es sich einfach besser gegen den Schweinehund ankämpfen. „Da ist es ganz egal, ob es um Krafteinheiten oder um Lauftraining geht. Gegenseitig kann man sich motivieren. So ist es beim Skicross-Rennen sowieso: Du fährst nicht alleine gegen die Zeit, sondern du hast immer jemanden dabei, und wenn du gemeinsam die Piste runterrast, motiviert man sich einfach gegenseitig.“