„Ich bin nicht mehr die Alte, ich bin jetzt anders. Ich kann vieles nicht mehr, muss alles neu lernen.“ Ihr durchtrainierter Körper war plötzlich ein Trümmerhaufen.

Gela musste erfahren, was es heißt, wenn sich das eigene Leben von einer Sekunde auf die andere vollkommen ändert. Was vorher noch selbstverständlich war – einen Schritt vor den anderen zu setzen –, war plötzlich nicht mehr möglich. Aber Gela hat nicht aufgegeben. Auch wenn der Weg zurück viel Kraft gekostet hat – ihr Geheimnis sind ein starker Wille und positives Denken. Doch wie gelangen Mut und Zuversicht zurück, wenn einem etwas derart Schreckliches widerfahren ist?

Für mich war immer klar, ich will wieder auf dem Gipfel stehen.

Verliere dein Ziel nicht aus den Augen

Aufgeben? Für Gela gab es nach ihrem schweren Sturz nur eine Option: kämpfen. Ein Leben ohne ihre beiden großen Leidenschaften, das Berglaufen und Skibergsteigen – für Gela unvorstellbar. „Der größte Wunsch nach meinem Unfall war, dass ich wieder dieses Gefühl von unfassbarer Freiheit auf dem Gipfel eines Berges erleben darf“, erinnert sich Gela. Dafür setzte sich die ehemalige Ausdauersportlerin Etappenziele, um immer wieder kleine Erfolge feiern zu können. Für die eigene Motivation ist es enorm wichtig, sich realistische Ziele zu setzen, die sich in relativ kurzen Zeitabständen erreichen lassen. Schritt für Schritt wächst nicht nur das Selbstvertrauen, auch der lange Regenerationsprozess wird so von vielen kleinen positiven Erfolgserlebnissen begleitet. Ein weiterer Motivationstipp von Gela ist das Visualisieren der gesetzten Ziele. In der ersten Woche nach ihrem schrecklichen Unfall bat sie ihren Freund darum, Fotos von ihr am Gipfel über das Krankenbett zu hängen. Aus diesen Momentaufnahmen des Glücks konnte Gela für sich Kraft ziehen.

Für mich ist es total wichtig, dass ich mein Ziel vor Augen habe. Ich will sehen, wo ich wieder hin will.

Mit Hilfe befreien

Natürlich gab es auch dunkle Momente – wie die ruhigen Abendstunden im Krankenhaus. Dann war sie allein mit ihren Gedanken. „Wenn der Besuch weg war, ist alles abgefallen, und ich habe jeden Abend geweint.“ Gela bemerkt schnell, dass sie sich nicht allein aus dieser negativen Gedankenspirale befreien kann. „Ich habe in den ersten fünf Monaten mit einem Psychologen zusammengearbeitet. Für mich war das ein superwichtiger Schritt, den ich jedem empfehlen würde, der ein psychisches Trauma oder Schwierigkeiten hat, sich in einer neuen Situation zurechtzufinden“, sagt Gela.

Ein Gefühl von Sicherheit

In der schwierigen Zeit nach dem Unfall konnte sich Gela immer auf ihre Freunde und Familie verlassen. Nach dem Fall gaben sie ihr den nötigen Halt – ohne sie wäre Gela sicherlich nicht da, wo sie heute ist. Neben der grenzenlosen Unterstützung ihrer Liebsten gab es noch etwas anderes, das wichtig war: Gela musste wieder Vertrauen fassen. In ihren Körper und auch in sich selbst. Das schaffte sie auch dank der Produkte von Bauerfeind. Mithilfe ihrer Orthese kann die 31-Jährige heute wieder auf einem Gipfel stehen. Sie gibt Gela die nötige Stabilität für ihr Kniegelenk und ein Gefühl von Sicherheit: „Die Orthese ermöglicht es mir, meinen Sport wieder auszuüben, das macht mich überglücklich. Mit ihr kann ich mich auch am Berg sicher bewegen.“

Schöne Erinnerungen und Momente kann man in positive Energie umwandeln, die einen antreibt.

An schwierigen Situationen wachsen

Der Weg zurück: ein Wechselbad der Gefühle. „Da ist diese riesige Freude über die vielen Fortschritte, die man während des gesamten Regenerationsprozesses durchläuft. Auf der anderen Seite gerät man aber immer wieder in Situationen, die einen an den Unfall erinnern.“ Doch wie schafft es Gela, nach diesem traumatischen Erlebnis in Island wieder auf einem Berg zu stehen? Woher nimmt sie den Mut, sich wieder in einen steilen, eisigen Hang zu stellen? Und wie geht sie mit ihrer Angst um? „Ich würde nicht sagen, dass ich keine Angst mehr habe. Mut heißt nicht, keine Angst mehr zu haben, sondern nur den Gedanken im Kopf zu haben, dass einem etwas anderes wichtiger ist. Ohne dabei ein Risiko einzugehen“, erklärt Gela. Der Wunsch, wieder die „alte“ Gela zu werden, sich zu bewegen und mit Freunden wieder Sport zu machen, ist in ihrem Fall einfach stärker. Für sie war immer klar, dass sie eines Tages wieder dort oben stehen will, also musste sie einen Weg finden, mit Angstsituationen umzugehen. Einfach weitergehen, Schritt für Schritt, um am Ende das Ziel zu erreichen. „Letztendlich geht es immer darum, seine inneren Blockaden zu überwinden. Man muss einfach machen. Am Ende bringt dich jede Situation, die du meisterst, weiter“, sagt Gela. Die Powerfrau lässt sich nicht von ihrer Angst beherrschen, sie hat gelernt, ihre Angst in Respekt umzuwandeln.