Rückenschmerzen sind in Deutschland weit verbreitet. Nach Erkältungskrankheiten sind Rückenschmerzen der zweithäufigste Grund, warum Menschen einen Arzt aufsuchen. Die Schmerzen treten meist im Bereich der Lendenwirbelsäule oder der Iliosakralgelenke auf. Rückenschmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich werden zu 25 Prozent durch Störungen im Bereich des Iliosakralgelenks, des Ischiasnervs und des Bewegungsapparates im Beckenbereich verursacht.

Bei Rückenschmerzen ist es wichtig, die Ursachen herauszufinden und frühzeitig eine Therapie zu beginnen. So kann verhindert werden, dass die Schmerzen chronisch werden. Ziel der Rückenschmerztherapie ist die effektive Linderung der Schmerzen, sodass die Betroffenen schnell wieder in ihren gewohnten Alltag zurückkehren können, sowie die Prophylaxe erneuter Rückenschmerzen.

Ursachen von Erkrankungen des Iliosakralgelenks

Das Iliosakralgelenk, kurz ISG, wird auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk genannt. Mit straffen Bändern verbindet es die untere Wirbelsäule mit dem Becken. Das Iliosakralgelenk ist durch den festen Halteapparat nur wenig beweglich, kann aber durch massive Gewalteinwirkung oder Fehlhaltungen verschoben werden. Bereits kleinste Verschiebungen im Iliosakralgelenk lösen unter Umständen starke Rückenschmerzen aus. Eine Blockade des Iliosakralgelenks, eine sogenannte ISG-Blockade, kann durch eine plötzliche Krafteinwirkung beim Sport oder bei einem Unfall entstehen.

Schmerzen im Iliosakralgelenk werden zudem durch Verschleißerscheinungen (Arthrosen), Lockerung der Symphyse während der Schwangerschaft, Beckenringinstabilität oder Morbus Bechterew hervorgerufen. Die Muskeln und Sehnen des Iliosakralgelenks können bei Überbeanspruchung und anhaltender Fehlhaltung oder Fehlbelastung ebenfalls Schmerzen im ISG auslösen.

Weitere Ursachen für Schmerzen im Iliosakralgelenk können Infektionen, Bandscheibenvorfälle, Knochenbrüche, Erkrankungen der Hüfte und auch Stress sein.

Typische Schmerzen bei Erkrankungen des Iliosakralgelenks

Die Schmerzen werden von Betroffenen im Bereich des ISG verspürt. Sie können aber auch in die Lendenwirbelsäule und in die Beine ausstrahlen. Ähnliche Schmerzzustände werden durch Erkrankungen ausgelöst, die vom Ischiasnerv ausgehen. Taubheitsgefühle und Lähmungen der Beine sowie Blasen- und Darmentleerungsstörungen können bei Ischiasbeschwerden zusätzlich zu den Rückenschmerzen auftreten. Die durch Erkrankungen des Iliosakralgelenks ausgelösten Rückenschmerzen (ISG-Syndrom) nehmen im Tagesverlauf an Intensität zu. Besonders schmerzhaft sind das Aufrichten, das Heben von schweren Gegenständen und längeres Stehen.

Arthroseschmerzen im Iliosakralgelenk treten anfangs nur bei körperlicher Belastung auf. Im weiteren Verlauf der Erkrankung treten die Schmerzen schon bei normaler Belastung und später auch im Ruhezustand auf.

Morbus Bechterew
Morbus Bechterew ist eine rheumatische Erkrankung, die sich häufig im jungen Alter mit chronisch-entzündlichen Prozessen am ISG bemerkbar macht. Erstes Symptom der Erkrankung sind nächtliche Rückenschmerzen.

Diagnose von Erkrankungen des Iliosakralgelenks

Verschiedene Diagnosemethoden kommen bei der Ursachenfindung zum Einsatz. Zunächst erfolgen ein ausführliches Krankengespräch und eine körperliche Untersuchung durch einen Arzt, welche bereits erste Hinweise auf eine mögliche Ursache geben können. Bei der körperlichen Untersuchung werden nicht nur typische Tests für das Iliosakralgelenk durchgeführt, sondern auch Tests, die auf eine mögliche Beteiligung des Ischiasnervs hinweisen. In der Regel gehört zur Diagnostik eines ISG-Syndroms keine Blutuntersuchung. Bei Verdacht auf Morbus Bechterew wird der Arzt jedoch eine Laboruntersuchung veranlassen. Hinweise können chronische Rückenschmerzen bereits im frühen Lebensalter sein. Darüber hinaus können eine Röntgenuntersuchung sowie eine Computertomografie (CT) mögliche Bandscheibenvorfälle, Wirbelbrüche oder Ausrenkungen als Ursache nachweisen.

Die Therapie von Erkrankungen des Iliosakralgelenks

Körperliche Bewegung ist ein wichtiger Therapiebaustein zur erfolgreichen Behandlung eines ISG-Syndroms. Es ist wichtig, dass sich die Betroffenen viel bewegen, auch wenn sie Beschwerden haben. Begleitend wird eine Physiotherapie verordnet. Das Iliosakralgelenk wird während der Therapiesitzungen durch spezielle Übungen stabilisiert und entlastet.

Zusätzlich kann vom Arzt eine sogenannte Infiltrationstherapie durchgeführt werden. Bei dieser Therapie werden betäubende Medikamente, sogenannte Lokalanästhetika, direkt an den Ursprungsort des Schmerzes gespritzt. Die Schmerzrezeptoren werden somit stillgelegt. Zusätzlich können entzündungshemmende und schmerzlindernde Arzneimittel, wie zum Beispiel Kortison, gespritzt werden.

Wärmeanwendungen durch Bäder, Auflagen, Wärmepflaster oder Infrarotlampen unterstützen die Therapie effektiv. Liegen die Ursachen der Rückenschmerzen im Bereich des Ischias, sind warme Anwendungen zur Linderung der Beschwerden ebenfalls sinnvoll.

Ein erst kürzlich aufgetretenes ISG-Syndrom lässt sich in der Regel gut behandeln. Schwieriger wird die Behandlung, wenn die Beschwerden bereits über einen längeren Zeitraum auftreten oder immer wiederkehren.

Bei einer ISG-Blockade wird durch manuelle Therapie von Ärzten oder Physiotherapeuten die Gelenkblockade gelöst. Dies kann auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen: über Mobilisation oder über Manipulation. Bei der Mobilisation wird das betroffene Gelenk während der physiotherapeutischen Behandlung vorsichtig gedehnt und so die Beweglichkeit verbessert. Bei der Manipulation wird die Blockade mittels einer kurzen Krafteinwirkung des Arztes auf das betroffene Gelenk gelöst.

Schmerzlinderung und Prophylaxe mit Rückenorthesen

Medizinische Rückenorthesen können die Therapie bei Erkrankungen des Iliosakralgelenks effektiv unterstützen und erneuten Beschwerden vorbeugen.

Die Rückenorthese SacroLoc®­ stützt die Beckenregion bei Erkrankungen des Iliosakralgelenks und anderen Störungen des Bewegungsapparates im Beckenbereich. Mittels eingearbeiteter Friktionspelotten wird die Durchblutung durch eine Massage der Iliosakralgelenke angeregt und Muskelverspannungen gelockert. Die SacroLoc stabilisiert und entlastet den unteren Rücken direkt an den Iliosakralgelenken. Die Intensität der Stabilisierung kann über Zuggurte individuell angepasst werden. Speziell gearbeitete Verschlüsse erleichtern das Anlegen. SacroLoc ist angenehm zu tragen, passt sich jeder Bewegung an und fällt unter der Kleidung kaum auf.