Mit schweren Beinen am Abend nach Hause kommen – das kennen viele Menschen. Manche von ihnen leiden aber nicht nur nach langem Stehen oder an heißen Tagen unter geschwollenen Beinen, sondern werden dauerhaft davon belastet. In diesem Fall liegt die Ursache wahrscheinlich in einer Lymphabflussstörung. Das Lymphödem – wie die Schwellung medizinisch genannt wird – kann unterschiedliche Ursachen haben und tritt meist an den Beinen auf. Die Therapiemaßnahmen, die der ärztlichen Diagnose folgen, sorgen für eine Entlastung und beugen erneuten Schwellungen vor.

Die Lymphe – unverzichtbar für das Immunsystem

Neben dem Blutkreislauf gibt es im menschlichen Körper noch weitere Transportwege. Gemeint ist das Lymphsystem, ein Netzwerk aus kleinen und größeren Kanälen, in dem eine klare Flüssigkeit fließt – die Lymphe. In unregelmäßigen Abständen gibt es Lymphknoten, die eine verteilende und überwachende Funktion ausüben. Die Lymphe spielt eine wichtige Rolle für das Immunsystem und als Transportmedium für Nähr- und Abfallstoffe. Störungen im Lymphsystem haben deshalb immer ein erhöhtes Risiko von Infektionen zur Folge.

Was ist ein Lymphödem?

Von einem Lymphödem spricht man, wenn es zu einer Lymphabflussstörung kommt, die dazu führt, dass sich Lymphflüssigkeit im Gewebe ansammelt. Weil der Abtransport nicht mehr wie üblich erfolgt, gelangt die Lymphe in das umliegende Gewebe und lässt es dicker und weicher erscheinen. Auffällig ist das Zurückbleiben einer Delle, wenn mit einem Finger Druck auf die Haut ausgeübt wird. Je mehr Lymphflüssigkeit in das Gewebe eindringt, desto fester und schmerzhafter wird das Ödem. Ausgelöst wird ein solches Lymphödem, das in den meisten Fällen die Beine betrifft, von angeborenen oder erworbenen Umständen. Man unterscheidet deshalb das primäre vom sekundären Lymphödem.

Das primäre Lymphödem – angeboren und fortschreitend

Eine angeborene Lymphabflussstörung ist verantwortlich für das primäre Lymphödem. Etwa ein Drittel der Patienten leidet unter dieser Form des Lymphödems, das zu mehr als 90 Prozent die Beine betrifft.

Zu etwa 80 Prozent sind es weibliche Patienten – oft schon in jungen Jahren. Mehr als die Hälfte der Patientinnen bekommt beidseitig geschwollene Beine, wobei das Problem sich langsam von körperfernen Körperteilen, sprich von den Zehen, kopfwärts entwickelt. Zu den Ursachen zählen:

  • zu enge oder zu wenige Lymphgefäße,
  • deren Erweiterung oder eine Klappenstörung sowie
  • die Fehlanlage der Lymphknoten.

Typischerweise entwickeln Patientinnen mit entsprechender Veranlagung die ersten Anzeichen in der Pubertät, im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt oder während einer Schwangerschaft.

Das sekundäre Lymphödem – meist eine Folgeerkrankung

Demgegenüber ist das Ursachenbild der Patienten mit einem sekundären Lymphödem sehr gemischt. Besonders häufig kommt es zu einem gestörten Abfluss der Lymphe in den Beinen nach einer Krebserkrankung (z. B. Prostata-, Blasen- oder Brustkrebs) und den damit verbundenen Eingriffen oder Bestrahlungen. Auch Unfälle, Entzündungen, Parasiten oder andere Verletzungenkönnen das Lymphsystem schädigen und so zu einer erworbenen Lymphabflussstörung führen. Meist tritt diese Art des Lymphödems einseitig auf. Es kann sich noch im Zeitraum von bis zu einigen Jahren nach der Schädigung entwickeln. Typisch ist der körpernahe Beginn der Schwellung mit einer zunehmenden Ausweitung in die körperfernen Bereiche.

Ein primäres Lymphödem zeigt sich in der Regel beidseitig und beginnt körperfern. Ein sekundäres Lymphödem hingegen ist meist einseitig und beginnt körpernah.

Therapie des Lymphödems: entlastend und erhaltend

Unbehandelt schreitet das Lymphödem immer weiter fort. Nach der ersten Phase mit überwiegend weichem, geschwollenem Gewebe folgt eine Verhärtung des Gewebes, eine schmerzhafte Straffung der Haut und die spürbare Einschränkung der Beweglichkeit. Außerdem steigt das Infektionsrisiko deutlich an. Deshalb ist eine Behandlung der Lymphabflussstörung unverzichtbar.

Auch wenn die Ursachen ganz unterschiedlicher Natur sind, so sehen die Therapiemaßnahmen für das primäre und das sekundäre Lymphödem doch sehr ähnlich aus. Die Lymphödem-Behandlung verfolgt zwei wesentliche Ziele:

  • Entlastung: bereits vorhandene Schwellungen mindern und für den Abtransport der Flüssigkeit sorgen
  • Erhaltung/Vorbeugung: den abgeschwollenen Zustand nach Behandlung erhalten und erneuten Schwellungen vorbeugen

Um diese Ziele zu erreichen, werden im Rahmen der Lymphödem-Behandlung verschiedene Maßnahmen angewandt:

  • Lymphdrainage: Hinter dem Begriff der manuellen Lymphdrainage verbirgt sich ein spezielles Massageverfahren, das den Abtransport der Flüssigkeit aus dem geschwollenen, von der bestehenden Lymphabflussstörung betroffenen Gewebe fördert. Die Flüssigkeit wird vorsichtig in gesunde Bereiche massiert, von wo aus die Lymphe abtransportiert werden kann. Eine solche Massage dauert jeweils bis zu 60 Minuten und sollte mehrmals pro Woche durchgeführt werden.
  • Kompressionstherapie: Über eine mechanische Einschränkung der Hautelastizität nach außen wird in der Kompressionstherapie eine erneute Flüssigkeitsablagerung verhindert. Die Kompressionsprodukte bilden sozusagen eine zweite, straffere Haut. Diese übt stetig Druck auf das Gewebe aus. Jede Bewegung fördert zudem das Zusammenspiel zwischen Muskeln, Haut und Druck von außen. Diese leichte Massage verbessert den Abtransport von Abfallstoffen.
  • Physiotherapie / Bewegungsübungen: Je nach Art und Lage des Lymphödems können auch gezielte physiotherapeutische Übungen und Trainingseinheiten die Beweglichkeit verbessern und die Schwellung lindern. In diesem Fall sorgt die „muskuläre Pumpe“ der Beine für einen Abtransport.
  • Hautschutz: Weil die Haut zwischen dem Druck der Schwellungen von innen und der Kompressionstherapie von außen stark beansprucht wird, kommt der Hautpflege und, falls erforderlich, der Hautsanierung eine hohe Bedeutung zu. Die Anwendung feuchtigkeitsspendender oder rückfettender Produkte hängt vom individuellen Bedarf und zum Teil auch von den Kompressionsprodukten ab.
  • Selbsttherapie: Weil das Lymphödem nicht heilbar ist, muss die Therapie lebenslang erfolgen. Das gelingt nur bei motivierten, gut informierten Patienten. Deshalb sind eine intensive Aufklärung über die Erkrankung und Schulungen zu den Therapiemaßnahmen sehr wichtig. Auch eine psychologische Betreuung, Selbsthilfegruppe oder eine Kur kann hilfreich sein.

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