Bei der Elefantenkrankheit weisen die stark geschwollenen Beine große Hautfalten auf und sind nicht mehr frei beweglich. Die Einschränkung der Lebensqualität ist enorm: Wer an Elephantiasis leidet, kann kaum einem normalen Alltag mehr nachgehen. Jeder Schritt wird zur Qual – sofern er überhaupt noch möglich ist. Immerhin 120 Millionen Menschen weltweit sind von der von einem Lymphstau hervorgerufenen Krankheit betroffen. Die Ursachen und damit die Therapieoptionen sehen dabei ganz unterschiedlich aus.

Das Lymphsystem – unauffällig und dennoch bedeutend

Jeder kennt den Blutkreislauf – ein kleiner Schnitt und man sieht das rote Lebenselixier. Jedes Kind kann mit dem Begriff „Blut“ etwas anfangen. Die Lymphe dagegen ist deutlich unbekannter. Dabei ist das weitverzweigte Lymphsystem, das den Körper mit feinsten, kleinen und großen Gefäßen durchzieht, enorm wichtig: Viele bedeutende Schritte einer Immunreaktion finden in der Lymphe statt. Die klare Lymphflüssigkeit passiert außerdem regelmäßig einen der zahlreichen Lymphknoten, die Verteilungs- und Überwachungsfunktionen übernehmen. Die Lymphe ist ein wichtiges Transportmedium für freie Flüssigkeit im Körper. Sind diese Wege blockiert, entsteht ein Lymphstau.

Krankheitsbild Elephantiasis – Entwicklung der „Dicken Beine“

Die Elephantiasis ist das letzte Stadium des Lymphödems und entwickelt sich fortschreitend. Die Entwickelung beginnt mit einer leichten Lymphabflussstörungund einer daraus resultierenden Schwellung. Je nach Ursache und Schwere der Störung kann sich diese verstärken und hat dann wieder eine stauende Wirkung auf die Lymphe. Nimmt der Lymphstau weiter zu, schwellen die betroffenen Körperbereiche stark an und das Lymphödem geht in das als Elephantiasisbezeichnete Stadium über.

Die Symptome der Elefantenkrankheit

Die starken Schwellungen betreffen vor allem die Beine, können sich aber auch an Genitalien, Brüsten und Armenzeigen. Der Name der „Elefantenkrankheit“ leitet sich vom typischen Bild einer fortgeschrittenen Elephantiasis ab: Die Beine sind säulenartig, dick geschwollen, mit Falten, dunkler als normal und oft von schuppiger, trockener Haut bedeckt. Die Zehen schauen unter den stark gespannten Hautfalten hervor. Viele Patienten spüren außerdem ein starkes Unwohlsein oder Schmerzen, sind müde und unbeweglich und haben teilweise sogar Fieber. Das Auftreten und Ausmaß der Symptome hängt von den individuellen Ursachen der Erkrankung ab.

Ein Blick auf die Ursachen – angeboren oder erworben?

Man unterscheidet zwei Arten von Elephantiasis: die angeborene und die erworbene Erkrankung.

Zu den angeborenen Formen der Elefantenkrankheit zählen Fehlbildungen der Lymphgefäße oder deren Unterentwicklung. In diesem Fall zeigen sich erste Symptome schon im Säuglingsalter.

     

Krankheiten wie die Neurofibromatose führen zu Schäden an den Lymphgefäßen und damit zur erworbenen Elephantiasis. Aber auch andere Ursachen der Elefantenkrankheit sind möglich:

  • Schädigungen durch Tumore, Metastasen oder Unfälle
  • starke Herpesinfektionen
  • Infektiöse Ursachen, z.B. Wurm- oder Bakterieninfektionen (die meisten Patienten leben in Entwicklungsländern)

Häufigste Ursache: Infektion mit Filarien

Mückenstiche können bestimmte Würmer oder Bakterien übertragen, die dann in die Lymphe gelangen. Dort breiten sie sich aus und können schwere Entzündungen verursachen. Besonders häufig handelt es sich um sogenannte Filarien – Würmer, die sich Lymphsystem niederlassen und dort wachsen. Sowohl die Würmer selbst als auch deren Ausscheidungen und die dem Befall folgenden Entzündungen sorgen für eine Lymphabflussstörung und im Folgenden für einen Lymphstau. Deshalb nennt man die Elephantiasis auch „lymphaticfilariasis“ als Hinweis auf die verursachenden Würmer – die Filarien. Auch weitere Symptome wie Rötungen, schmerzhafte Entzündungen der Lymphgefäße, Fieber, Schüttelfrost und Verdauungsprobleme begleiten häufig die Entwicklung einer wurmbedingten Elephantiasis.

Treten nach einem Tropenaufenthalt Schwellungen an Beinen, Armen oder Genitalien auf, sollte man sich dringend untersuchen lassen. Ein Wurmbefall kann noch bis zu einigen Monaten oder gar Jahren später eine Elephantiasis auslösen.

Entwicklung und Therapieoptionen der Elefantenkrankheit

Zeigen sich die ersten Symptome eines Lymphödems wie dicke Beine, Hautrötungen und leichte Schmerzen, so ist zumindest in Deutschland die Diagnose „Elephantiasis“ im ersten Moment nicht naheliegend, weil akute Filarien-Infektionen sehr selten sind. In den meisten Fällen entwickelt sich das Lymphödem und damit auch die Elephantiasis sekundär – sprich: erworben durch eine Schädigung der Lymphgefäße.

Nach einer Krebserkrankung mit Operation und Bestrahlung kommt eine derartige Verletzung der Lymphgefäße häufiger vor, weshalb es hier in der Nachsorge beachtet wird.

Je nach Art der Ursache kann sich die Erkrankung rasant entwickeln. Schnelle Hilfe ist deshalb wichtig. Um ein Fortschreiten zu verhindern, muss jedoch zuerst die Ursache gefunden werden. Darauf basierend lassen sich die passenden Behandlungsoptionen auswählen:

  • medikamentöse Therapie mit Entwurmungsmitteln
  • operative Entfernung der Lymphstau-Ursachen
  • Lymphdrainage – regelmäßig 1-bis 2-mal pro Woche
  • Kompressionstherapie

Viele der Maßnahmen bringen die besten Ergebnisse, wenn sie miteinander kombiniert angewendet werden. So ist es beispielsweise sinnvoll, nach einer Lymphdrainage, die zum Abschwellen der Extremitäten führt, den reduzierten Umfang mit einem Kompressionsprodukt zu erhalten.

Vorteile einer Kompressionstherapie

Eine fortschreitende Elephantiasis führt zu starken Veränderungen der Haut und des Bindegewebes. Eine Heilung und Normalisierung des Zustandes gilt dann als unmöglich. Deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich mit entstauenden Maßnahmen zu beginnen.

Die spannenden, schmerzenden und schweren Beine machen einen normalen Alltag zunehmend schwieriger. Wenn die Ursachen behoben sind, stehen deshalb eine Wiederherstellung und der Erhalt der Lebensqualität an oberster Stelle. Nicht selten ist ein stationärer Aufenthalt das Mittel der Wahl. Über täglich mehrmalige Behandlungen mit Lymphdrainage und Kompressionsverbänden soll der Abtransport überschüssiger Flüssigkeit im Gewebe unterstützt und gefördert werden, um den Umfang der betroffenen Körperbereiche bestmöglich zu reduzieren. Danach sollten Patienten mit maßgefertigten Kompressionsstrümpfenversorgt werden, um den Effekt der Therapie langfristig zu erhalten.

Kompressionsprodukte wie der VenoTrain curaflow können exakt auf die Probleme der Betroffenen angepasst werden.  Sie üben einen gleichmäßigen Druck auf Haut und Gewebe aus, der dauerhaft für eine Verstärkung des Lymphabflusses sorgt und zugleich verhindert, dass es zu punktuell minderversorgten Bereichen kommt. Das verhindert eine erneute Zunahme des Lymphstaus und lindert damit Schmerzen. Die empfindliche, gereizte Haut profitiert gleichzeitig von Hilfsprodukten mit hohem Tragekomfort. Das weiche Microfaser-Material, das beim VenoTrain curaflow zum Einsatz kommt, bildet eine angenehme, atmungsaktive Oberfläche auf der Haut. Damit steht dem ständigen Tragen auch bei Hitze nichts im Wege.