Mit der Diagnose Brustkrebs beginnt für betroffene Frauen ein langer Kampf gegen die Krankheit, gefolgt von einem schweren Weg zurück ins Leben. Belastende Behandlungen – sei es eine Operation oder Chemo-/Strahlentherapien – und zermürbende Wartephasen auf Untersuchungsergebnisse machen die Zeit der Therapie zu einer Herausforderung für das seelische und körperliche Gleichgewicht. Ist alles geschafft und stimmen die Testergebnisse positiv, so zeigen sich dennoch häufig Spätfolgen der Brustkrebs-Erkrankung, wie zum Beispiel ein Armlymphödem. Wenn sich die Kleidung plötzlich einseitig zu eng anfühlt, Bewegungen schmerzen oder gar Schwellungen sichtbar werden, kann das für ein Lymphödem am Arm sprechen.

Das Lymphsystem in der Brustkrebstherapie

Das Lymphsystem durchzieht den menschlichen Körper wie das Blutsystem mit kleinsten und größeren Gefäßen. In diesem befindet sich aber kein Blut, sondern die sogenannte Lymphe – eine klare Flüssigkeit. Sie spielt eine wichtige Rolle in der Immunabwehr und dient als Transportmedium für Nähr- und Abfallstoffe. Auch die Brust ist von vielen feinen Lymphgefäßen durchzogen, die über ein weitverzweigtes Netzwerk in Verbindung mit den Lymphknoten in den Achseln stehen. Weil die Lymphe ein wichtiges Transportmedium ist, sind die Lymphknoten in den Achseln oft als Erstes von streuenden Krebszellen betroffen. Deswegen gilt dem Lymphsystem bei der Operation und Bestrahlung bei Brustkrebs besondere Aufmerksamkeit.

So wenig wie möglich, so viel wie nötig: Entfernung von Lymphknoten

Wird eine Brustkrebs-Operation durchgeführt, versuchen die Chirurgen auch, von Krebs betroffene Lymphknoten zu entnehmen. Diese Form der Lymphknotenentfernung soll eine Streuung der Krebszellen verhindern. Heute ist es üblich, zumindest den „Wächter-Lymphknoten“ unter der Achsel zu entfernen und im Labor zu untersuchen, um eine schon beginnende Streuung auszuschließen. Wenn nötig, werden dann weitere Lymphknoten unter den Armen entfernt. Für das Lymphsystem bedeutet dieser Eingriff eine Störung der natürlichen Fließeigenschaften und -wege. Das kann zu Irritationen im Körper führen. Diese können auch nach einer Bestrahlung entstehen. Zum einen, weil meist auch das Lymphsystem der Umgebung gezielt mitbestrahlt wird, und zum anderen, weil es beim Abtransport der Abbauprodukte zu Verlegungen kommen kann.

Lymphödem am Arm – was ist das?

Bei mehr als fünf Prozent aller Frauen tritt nach der Krebs-Operation eine Schwellung im Bereich der Arme und Hände als Folge einer Lymphverletzung auf. Man spricht dann von einem Lymphödem am Arm oder auch Armlymphödem bei Brustkrebs. Unter „Ödemen“ versteht man allgemein eine Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe.

Dazu kommt es, wenn die Lymphe nicht wie üblich abtransportiert werden kann, wie es unter anderem nach einer Bestrahlung oder Operation der Fall ist. Die Flüssigkeit sorgt für eine Schwellung und erhöht außerdem das Infektionsrisiko. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Armlymphödem bei Brustkrebs auftritt, hängt vom Ausmaß des Eingriffs ab: Ist die Lymphknotenentfernung sehr umfassend, so steigt der Anteil der von dieser Nachwirkung der Brustkrebs-Behandlung betroffenen Frauen auf bis zu 20 Prozent. Verstärkt wird das Problem Studien zufolge außerdem von Übergewicht bei der Patientin.

Mehr als nur unangenehm: Symptome des Armlymphödems

Direkt nach der Operation sind Schwellungen der Arme und Hände recht häufig und in gewissem Ausmaß normal. Sie klingen oft von selbst ab oder lassen sich gut mit einer Kombination von Lymphdrainage und Kompressionstherapie behandeln. Aufmerksam werden müssen Patientinnen, wenn die Schwellungen nach der Entlassung wiederkehren oder anhalten. Im Zeitraum von bis zu zwei Jahren kann es zu einer solchen Entwicklung eines Armlymphödems nach Brustkrebs-Behandlungen kommen. Oft beginnt die Erkrankung mit kleinen Anzeichen:

  • Kleidung und Schmuck sitzen enger als zuvor
  • Arm und Hand fühlen sich schwer an
  • Schwellungen sind messbar und später auch erkennbar
  • Beweglichkeit ist eingeschränkt
  • Schwellungsschmerzen sind spürbar

Zu Anfang zeigt sich bei Druck mit dem Finger eine für ein Ödem typische Vertiefung, die erst langsam wieder vergeht. Ein Hochlagern und eine leichte Massage des Arms verschaffen Linderung. Bleibt das Lymphödem am Arm unbehandelt, so verändert sich die Schwellung von weich zu hart. Die Haut fühlt sich straff an und beginnt zu schmerzen. Es lässt sich keine Delle mehr eindrücken, weil die Haut stark unter Spannung steht. Häufig zeigen sich auch deutliche Einschränkungen in der Beweglichkeit.

Wichtig:

Nimmt das Lymphödem zu, steigt das Infektionsrisiko. Kleine Wunden sollten gut im Auge behalten werden!

Nachsorge bei Brustkrebs-Behandlung

Ein Armlymphödem diagnostizieren die für die Brustkrebs-Nachsorge zuständigen Ärzte oft schon basierend auf den Symptomen. Bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall können die Anamnese bestätigen. Ist das Problem erkannt, kann sofort eine Therapie eingeleitet werden. Sie umfasst meist:

  • Lymphdrainage
  • Kompressionstherapie
  • Bewegungsübungen
  • Hautpflege

Beste Erfolge bringt die Kombination dieser Behandlungselemente. Ergänzend können die Patientinnen durch ein Ödem-Tagebuch herausfinden, ob ein bestimmtes Nahrungsmittel oder der Genuss von Alkohol die Schwellung verstärkt, und diese dann meiden. Ganz wichtig ist in jedem Fall, das ständige Tragen der Kompressionsprodukte – gerade im Sommer, da ein Ödem durch hohe Temperaturen verstärkt werden kann.

Außerdem sollten Verletzungen so gut wie möglich vermieden werden, um das Entzündungsrisiko zu minimieren. Den besten Behandlungserfolg erreichen Patientinnen, die sich bewusst auf die genannten Maßnahmen einlassen und sie in den Alltag übernehmen. Nur dann kann ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert und dauerhaft ein Zustand erreicht werden, der die Lebensqualität kaum oder zumindest nicht zu stark einschränkt.

Therapie des Lymphödems: Arm im Blick

Neben der manuellen Lymphdrainage und den auch zu Hause durchführbaren Bewegungsübungen gilt die Kompressionstherapie als besonders effektiv in der Brustkrebs-Nachsorge bei Lymphödem. Maßgeschneiderte Kompressionsprodukte sind in der Lage, die Staubildung zu reduzieren und das Fortschreiten des Lymphödems zu verhindern

Produkte wie VenoTrain curaflow formen die betroffenen Körperregionen und üben bei Bewegung durch das feinmaschige Gestrick einen stabil hohen Druck aus. Die gleichmäßige Gewebe-Kompression sorgt für einen verstärkten Lymphfluss und für eine spürbare Entlastung.

Bei der Auswahl spielt der Komfort eine wichtige Rolle, denn der Armstrumpf muss nahezu dauerhaft getragen werden. Deshalb zeichnen sich die VenoTrain® curaflow Kompressionsprodukte durch ihre besondere Verarbeitung aus: Der Armstrumpf hat einen anatomisch geformten Ellenbogen mit extraweicher Beugezone und die Handschuhe sind ohne störende Fingernähte gearbeitet. Dank des hohen Mikrofaseranteils ist das Material besonders weich und atmungsaktiv. Es fühlt sich auch nach langer Zeit auf der Haut noch angenehm an. Das ist wichtig, denn Kompressionsprodukte können nur helfen, wenn sie getragen werden! Sie geben Lebensqualität zurück, wenn bei Brustkrebs das Leben danach von einem Armlymphödem belastet wird.