Schmerzen und Brennen im Unterarm, vor allem beim Bewegen und Greifen, deuten auf eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) hin. Seltener sind Sehnenscheiden am Bein oder Fuß betroffen. Auch dort äußert sich die Entzündung durch Schmerzen und Funktionseinschränkungen. In den meisten Fällen entsteht die Tendovaginitis durch Überbeanspruchung – zum Beispiel beim Sport oder bei lange ausgeübten, gleichförmigen Tätigkeiten. Der sogenannte Mausarm ist ebenfalls eine Form der Sehnenscheidenentzündung am Unterarm. Doch welche Möglichkeiten gibt es, eine Entzündung der Sehnenscheide zu behandeln?

Ursachen der Sehnenscheidenentzündung

Die Sehnen der Muskeln, die Finger und Hand bewegen, sind von bindegewebigen Hüllen umgeben – den Sehnenscheiden, die eine leicht ölige Flüssigkeit (Synovialflüssigkeit) enthalten. Diese dient der Ernährung der Sehne und reduziert wie ein Schmiermittel die Reibung zwischen Sehne und Sehnenscheide. Sehnenscheiden liegen auf beiden Seiten des Unterarms und der Hand. Auf der Beugeseite (Innenseite) reichen sie von oberhalb des Handgelenks bis zu den Endgliedern der Finger. Auf der Streckseite verlaufen sie vom Handgelenk bis etwa zur Mitte des Handrückens. Zur Tendovaginitis kommt es typischerweise durch eine Überbelastung, zum Beispiel wenn immer wieder die gleichen Bewegungen über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden. So können Musizieren (Geige, Klavier, Gitarre), Büroarbeit, Montagearbeiten, Putztätigkeiten, Gartenarbeit oder Sport (Rudern, Hanteltraining, Tennis) dazu führen, dass Sehne und Sehnenscheide anschwellen. Der Spalt zwischen ihnen verengt sich dabei, sodass die Synovialflüssigkeit die Reibung nicht mehr ausreichend mindert.

Zwar kann sich die Sehne selbst durch Überbeanspruchung durchaus entzünden, doch in der Mehrzahl der Fälle trifft es zuerst die empfindlichere Sehnenscheide. Auch eine ergonomisch ungünstige Gestaltung von Büroarbeitsplätzen leistet Sehnenscheidenentzündungen Vorschub. Deutlich seltener wird sie hingegen bakteriell verursacht.

Um andere Erkrankungen mit ähnlichem Erscheinungsbild auszuschließen, kann der Arzt zusätzliche Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen durchführen.

Tendovaginitis – typische Symptome und Diagnostik

Wegen ihrer anatomischen Lage beeinträchtigt die Sehnenscheidenentzündung Hand und Handgelenk, sodass Greifen oder Bewegungen des Handgelenks schmerzhaft werden. Zusätzlich zu den Schmerzen tritt in manchen Fällen ein reibendes oder knirschendes Geräusch auf (Tendovaginitis crepitans). Im entzündeten Gewebe können Verdickungen entstehen, die die Beweglichkeit hemmen. So kommt es zum Beispiel zum Schnappdaumen (Tendovaginitis stenosans), bei dem die verdickte Beugesehne des Daumens an einem Band hängen bleibt und erst bei erhöhtem Kraftaufwand weiter gleitet. Zu den Schmerzen und Schwellungen im Bereich entzündeter Sehnenscheiden gesellen sich meist Rötung und Druckempfindlichkeit. Für eine Diagnose reichen in der Regel schon die typischen Symptome aus.

Wie wird die Sehnenscheidenentzündung behandelt?

In den allermeisten Fällen lässt sich die Tendovaginitis konservativ, also ohne Operation, behandeln.

Ruhigstellung und Schonung sind dazu nötig. Deshalb wird der Arzt bei einer Sehnenscheidenentzündung Handgelenk und Hand zunächst mit einer Gipsschiene, einer Orthese, einer Bandage oder einem Tapeverband ruhigstellen. So erholt sich das gereizte und entzündete Gewebe und schwillt ab. Die vollständige Ruhigstellung sollte jedoch nicht zu lange andauern, da es sonst zu einem Verkleben von Sehne und Sehnenscheide kommen kann.

Entzündungshemmende Medikamente (Salben oder Tabletten), Kälteanwendungen oder Elektrotherapie können ebenfalls eingesetzt werden, um das Abschwellen des entzündeten Gewebes zu fördern

Der Ruhigstellung folgt in der Regel eine physiotherapeutische Behandlung, um Kraft, Koordination und Beweglichkeit der Hand und des Unterarms zu optimieren. Wenn die konservative Behandlung nicht anschlägt, bleibt als letztes Mittel der operative Eingriff. Dabei entfernt der Chirurg verdicktes Gewebe, das die Sehnenscheide einengt, und spaltet das ringförmige Handgelenksband in Längsrichtung, um den Sehnen wieder ungehinderte Beweglichkeit zu verschaffen. Die Operation kann in den meisten Fällen ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Dieses operative Verfahren kommt jedoch nur bei chronischen Sehnenscheidenentzündungen zum Einsatz.

Wie Orthesen bei Sehnenscheidenentzündung helfen

Bei einer akuten Tendovaginitis sind Ruhigstellung und Entlastung die obersten Gebote. Hierzu eignet sich eine Orthese wie die ManuLoc. Sie ist eine gute Alternative zur Gipsschiene, denn sie lässt sich mühelos an- und abgelegen, besteht aus leichtem, atmungsaktivem Material und schränkt ihren Träger bei Alltagsaktivitäten nicht ein. Das Handgelenk wird durch die ManuLoc in bequemer Neutralstellung fixiert. So werden Belastungen der Sehnenscheiden beim Beugen oder Abwinkeln des Handgelenks vermieden. Die entzündeten Gewebe können sich so besser erholen und regenerieren. Für die Körperpflege oder die krankengymnastische Behandlung kann die ManuLoc ganz einfach abgenommen und danach wieder angelegt werden.

Die ultraleichte Konstruktion der Orthese trägt unter der Kleidung nicht auf und dank des atmungsaktiven Materials kommt es auch nicht zu unangenehmer Feuchtigkeitsbildung oder Überwärmung. Damit bietet die ManuLoc eine ideale Kombination von heilungsfördernden Eigenschaften. Die Orthese sorgt für eine nötige Fixierung, unterstützt so die Heilung und bietet gleichzeitig genügend Flexibilität und Alltagstauglichkeit, sodass der Anwender durch die Ruhigstellung nicht zusätzlich eingeschränkt wird.