Ein unglücklicher Sturz reicht oft schon aus, um eine Radiusfraktur zu verursachen. Reflexartig strecken die Betroffenen bei Stürzen die Arme aus, um den Körper abzufangen. So bekommen Hände und Unterarme die Hauptwucht des Aufpralls zu spüren und das kann dazu führen, dass die Speiche (lateinisch: Radius) bricht. Treten nach einem Sturz Schmerzen und Bewegungseinschränkungen an der Hand und/oder dem Arm auf, ist eine rasche Diagnostik wichtig. Die Radiusfraktur kann erhebliche Komplikationen nach sich ziehen und sollte deshalb schnellstmöglich ärztlich versorgt werden. Wichtige Informationen wie Ursachen und Formen der Radiusfraktur sowie über Therapiemöglichkeiten und Nachsorge erfahren Betroffene im Folgenden. 

So entsteht eine Radiusfraktur

Ein Speichenbruch kann durch eine kräftige Stauchung, einen seitlich ansetzenden übermäßigen Druck – beziehungsweise einen Schlag auf den Unterarm – oder auch eine gewaltsame Verdrehung des Unterarms entstehen. Dabei ist der Sturz auf die Hand oder den Unterarm bei Weitem die häufigste Ursache für eine Radiusfraktur. Doch auch Verkehrs- oder Arbeitsunfälle, bei denen Hand und Unterarm eingeklemmt werden, können eine Radiusfraktur nach sich ziehen. Besonders gefährdet sind Menschen, die unter einer Osteoporose leiden, da die verminderte Knochendichte die Bruchfestigkeit der Knochen verringert. Hiervon sind vor allem Frauen im höheren Lebensalter betroffen.

Formen der Radiusfraktur

Die Speiche ist ein schlanker, von einer derben Bindegewebshaut (Periost) überzogener Knochen mit Verdickungen am oberen und unteren Ende, die die Gelenkflächen tragen. Über diese Gelenkflächen ist der Radius im Handgelenk mit den Handwurzelknochen und am Ellenbogen mit dem Oberarmknochen verbunden. Außerdem befinden sich an den Enden der Unterarmknochen gelenkige Verbindungen zwischen Elle (Ulna) und Speiche, die durch kräftige Bänder zusammengehalten werden.

In den meisten Fällen bricht der lang gezogene Schaft der Speiche, während die Gelenkverbindungen nicht betroffen sind. Dieser Bruch ereignet sich in der Regel durch einen Sturz, bei dem versucht wird, den Körper mit der Hand aufzufangen. Bricht die Speiche knapp oberhalb des Handgelenks, spricht man von einer distalen Radiusfraktur.

Die distale Radiusfraktur unterscheidet sich in zwei Arten:

  • Flexionsfraktur (Smith-Fraktur): Dabei knickt das Handgelenk in Richtung Handinnenflächen.
  • Extensionsfraktur (Colles-Fraktur): Das Gelenk bricht nach außen in Richtung Handrücken. Diese Form kommt wesentlich seltener vor, da beim Stürzen instinktiv versucht wird, den Körper mit aufgesetzten Händen zu fangen.

Beide Brüche können meist mit konservativen Maßnahmen (ohne Operation) behandelt werden.

Radiusfrakturen hingegen, die durch die gelenkbildenden Enden des Knochens verlaufen, sind oftmals sehr kompliziert. Dann muss das Gelenk operativ – möglichst ohne Stufenbildung in der Gelenkfläche – wiederhergestellt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Kritisch sind zudem offene Brüche, bei denen ein Knochenende die Muskulatur und die Haut durchstößt. Hier ist eine rasche operative Versorgung entscheidend für eine vollständige Genesung.

Radiusfraktur – Diagnose und Therapie

Typischerweise treten bei einer Radiusfraktur Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen auf. Gesichert werden kann die Radiusfraktur aber meist nur mithilfe einer Röntgendiagnostik. Die Röntgenbilder zeigen dem Arzt die Lage des Bruches und den Verlauf der Bruchlinie. So kann dieser mögliche Gelenkbeteiligungen erkennen beziehungsweise ausschließen. Außerdem kann anhand der Röntgenaufnahmen festgestellt werden, ob es zwei oder mehr Bruchstücke (Fragmente) gibt, die Bruchenden eng aneinander liegen oder zwischen ihnen ein Spalt klafft. Diese Informationen sind entscheidend für die weitere Behandlung. Liegen die Bruchenden sauber aufeinander – das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die umgebende Knochenhaut intakt geblieben ist – wird ein Gipsverband oder eine Gipsschiene angelegt und schnellstmöglich eine physiotherapeutische Behandlung eingeleitet. Liegen die Bruchenden weit auseinander oder sind sie gegeneinander verschoben, muss durch eine Reposition (Rückpositionierung) der Kontakt zwischen den Bruchflächen wiederhergestellt werden. Gelingt das ohne Operation, kann ebenfalls eine konservativ-frühfunktionelle Behandlung eingeleitet werden. Dazu erfolgt zunächst eine mehrwöchige Ruhigstellung (Gipsverband oder Gipsschiene) mit anschließender physiotherapeutischer Behandlung.

Bei stark verschobenen Bruchenden oder bei Gelenkbeteiligung wird eine operative Reposition durchgeführt, wobei die Knochenenden meist durch Metallplatten miteinander verbunden werden (Plattenosteosynthese). Seltener kommen Drähte zum Einsatz. Die sogenannte Plattenosteosynthese bietet den Vorteil, dass die Bruchenden umgehend stabil fixiert werden, sodass das Tragen eines Gipses entfällt. Dadurch kann auch die physiotherapeutische Behandlung frühzeitig beginnen.

Wie kann eine Orthese bei einer Radiusfraktur helfen?

Damit Betroffene nach einer Radiusfraktur möglichst schnell wieder ihre Beweglichkeit, Koordination und Kraft zurückerlangen und diese nicht erst einbüßen müssen, sollte die Ruhigstellungsphase so kurz wie möglich sein. Zur Weiterbehandlung kann bei stabilen Formen der Radiusfraktur – das heißt, es liegen keine Bänderverletzungen vor – eine Orthese die Stützfunktion eines Gipsverbandes oder einer Gipsschiene übernehmen. Sie umschließt zuverlässig den verletzten Abschnitt und verhindert dadurch unerwünschte Bewegungen sowie ungünstige Krafteinwirkungen auf die Platte und den Bruch. Mit einer Handgelenksorthese wie der ManuLoc long bleiben die Finger beweglich, während der verletzte Bereich zuverlässig stabilisiert wird. Dadurch ist es möglich, einerseits unerwünschte Bewegungen zu vermeiden und andererseits frühzeitig mit aktiven Übungen für Finger und Hand zu beginnen.

Ebenso kann eine Handgelenksorthese wie die ManuLoc long nach der Entfernung eines Gipsverbandes oder einer Gipsschiene für mehr Stabilität und Halt sorgen. Die besonders leichte Orthese ManuLoc long sichert das Handgelenk in einer bequemen Neutralposition mit drei integrierten Aluminiumstäben ab. Dabei sorgen zwei seitliche Stäbe für hohe Stabilität des Handgelenks und von Teilen des Unterarms (Extension/Flexion). Der Mittelhandstab stellt das Handgelenk ruhig und ermöglicht weiterhin alle alltäglichen Greifbewegungen. Die Handgelenksorthese lässt sich einfach und nur mit einer Hand an- sowie abgelegen. So wird zum Beispiel sowohl die postoperative Wundkontrolle erleichtert als auch die physiotherapeutische Behandlung, in deren Rahmen häusliche Eigenübungsprogramme durchgeführt werden müssen. Dementsprechend unterstützt die ManuLoc long die Nachbehandlung einer Radiusfraktur in vielen Bereichen und hilft dabei, ein optimales Therapieergebnis zu erzielen.