Der Tennisarm (Epicondylus lateralis humeri), wird zu Beginn häufig unterschätzt. Zunächst klingen die typischen Belastungsschmerzen am äußeren Ellenbogen schnell wieder ab. Doch wenn eine frühzeitige Behandlung ausbleibt, drohen ernst zu nehmende Schäden an den betroffenen Muskelansätzen. In den Anfangsstadien ist beim Tennisarm eine Behandlung ohne Operation meist erfolgreich – doch je länger er unbehandelt bleibt, desto höher ist das Risiko irreversibler und chronischer Schädigungen.

Die häufigste Ursache für einen Tennisarm: Überbelastung

Die Bezeichnung Tennisarm ist irreführend: Auch wenn diese Erkrankung häufig bei aktiven Sportlern auftritt, sind es doch meist Tätigkeiten in Beruf und Alltag, die die charakteristischen Tennisarm-Symptome hervorrufen. Die weitaus häufigste Ursache liegt in einer Überlastung von Muskelansätzen an der Außenseite des Ellenbogens. Hier setzen an einem kräftigen Knochenvorsprung (Epicondylus) des Oberarmknochens (Humerus) Muskeln an, die das Handgelenk und die Finger strecken. Durch die häufige Wiederholung gleichförmiger Bewegungen über einen längeren Zeitraum entstehen zunächst eine örtliche Reizung und eine dauerhaft erhöhte Anspannung der Streckmuskulatur am Unterarm (muskulärer Hypertonus). Die verspannten Muskeln erzeugen einen kontinuierlichen Zug auf den Ansatz. Dadurch entstehen winzige Verletzungen, sogenannte Mikrotraumen. Als Folge bildet sich eine Entzündung. In dieser Phase kann sich der Tennisarm durch gezielte Therapie noch vollständig zurückbilden. Unbehandelt werden die Symptome schnell chronisch. Die Überreizung von Muskel- und Sehnenansatz ist dann nicht mehr rückbildungsfähig. Dies kann die Ansatzstelle im weiteren Verlauf so sehr schwächen, dass es zum Muskelabriss kommt.

Typische Tennisarm-Symptome

Beim beginnenden Tennisarm treten stechende Schmerzen im Bereich des äußeren Ellenbogens auf, meist nach belastenden Tätigkeiten wie dem Anheben von Lasten, dem Einsatz schwerer Werkzeuge oder längerer Arbeit an Tastatur und Maus. Sie bilden sich in der Frühphase rasch wieder zurück, weshalb sie oft nicht weiter beachtet werden. Schon jetzt werden die Muskelansätze am äußeren Ellenbogen jedoch druckschmerzhaft – ein wichtiger Hinweis darauf, dass sich ein Tennisarm bildet. Im weiteren Verlauf nehmen Schmerzen und Missempfindungenzu, sodass die auslösenden Bewegungen nicht mehr schmerzfrei ausgeführt werden können. Beim Anheben der auf der Tischplatte liegenden Hand oder des Mittelfingers gegen einen Widerstand kommt es zu den typischen Tennisarm-Schmerzen. Die verspannten Muskeln sind deutlich zu ertasten, und an den betroffenen Ansätzen können sich durch die bestehende Entzündung Schwellungen und Hautrötungen bilden.

Was passiert bei der Tennisarm-Behandlung?

Meist lässt sich das Krankheitsbild nicht-operativ (konservativ) behandeln. Die konservative Tennisarm-Behandlung beruht auf zwei Prinzipien: Zugentlastung des Muskelansatzes und Bekämpfung der Entzündung. Dazu sind verschiedene Maßnahmen möglich. Zunächst müssen auslösende Tätigkeiten vermieden werden. Eine vollständige Ruhigstellung des Arms ist dazu meist nicht nötig. Nur selten und bei sehr ausgeprägten Beschwerden kommt für zwei Wochen eine Gipsschiene zum Einsatz. Entzündungshemmende Medikamente bzw. Salben und komprimierende Bandagen fördern ein Abklingen der Schmerzen. Bereits in der Akutphase kann auch die physiotherapeutische Behandlung beginnen.

Bei länger bestehenden oder sehr ausgeprägten Beschwerden kommt unter Umständen auch eine intramuskuläre Injektion von Botulinumtoxin (Botox) infrage. Sie führt eine vorübergehende Lähmung der betroffenen Muskeln herbei, wodurch sich der Muskelzug am Ansatz erheblich verringert.

Physiotherapeutische Behandlung soll helfen, die Entzündung weiter zu mindern und den Zug auf den Muskelansatz zu verringern, beispielsweise mit Übungen zur Dehnung/Entspannung der betroffenen Muskeln. Ultraschall oder Kältetherapie in Form von kurzzeitigen Eisbehandlungen können zum Abklingen der Entzündung beitragen.

Wann führt der Tennisarm zur Operation?

In weniger als zehn Prozent der Fälle ist eine operative Therapie notwendig. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn:

  • die Erkrankung schon länger besteht
  • konservative Behandlungsversuche nicht anschlagen
  • häufige Rückfälle (Rezidive) auftreten
  • Sehnen- oder Muskelabrisse erfolgt sind

Übliche Operationsverfahren sind: 

  • ein quer verlaufender Einschnitt in die betroffene Sehne (Tendotomie nach Hohmann)
  • Längseinschnitte in die betroffene Sehne (Tendotomie nach Goldie)
  • Verödung der Nerven im betroffenen Bereich (Denervation nach Wilhelm)

Die teilweise Durchtrennung der Sehne vermindert den Muskelzug, während die Nervenverödung die Schmerzweiterleitung verhindert. Beide Verfahren können auch kombiniert angewendet werden.

Wozu dient beim Tennisarm eine Bandage?

Bei der Behandlung von einem Tennisarm ist eine Entlastung und Schonung der betroffenen Muskelansätze notwendig. Gleichzeitig soll aber der aktive Bewegungsablauf des Arms erhalten bleiben, um einen Muskelabbau oder den Verlust von Beweglichkeit zu verhindern. Die EpiTrain Aktivbandage massiert das Gewebe während der Bewegung und regt die Durchblutung an. Die Bandage stabilisiert das Ellenbogengelenk und übt durch speziell angepasste Polster (Pelotten) sanften Druck auf die Muskulatur aus. Dadurch werden Verspannungen gelöst und der Abbau von Schwellungen wird gefördert. Außerdem wird der Schmerz durch die sanft massierende Wirkung der EpiTrain reduziert. Dank ihrer anatomischen Passform und dem atmungsaktiven Material sitzt die EpiTrain perfekt, passt sich den Bewegungen an, ohne einzuschnüren und verhindert eine Überhitzung des Gelenks. So unterstützt die Bandage optimal die Hauptziele der Therapie und fördert eine rasche Ausheilung der gereizten Muskelansätze bei einem Tennisarm.