Man muss kein Sportler sein, um einen Golfarm zu entwickeln. Häufig wiederkehrende Belastungen bei der Arbeit und im Alltag reichen oft schon aus, um eine „Epicondylitis humeri ulnaris“, so die medizinisch korrekte Bezeichnung, hervorzurufen. Diese führt zu einer schmerzhaften Reizung und zur Entzündung von Muskelansätzen am Oberarmknochen, was oft erhebliche Einschränkungen für die Betroffenen mit sich bringt. Bei frühzeitiger Behandlung sind die Heilungsaussichten aber gut und eine Operation ist meist nicht nötig.

Wie ein Golfarm entsteht

Das ellenbogenseitige Ende des Oberarmknochens (Humerus) hat zwei kräftige Verdickungen (Epicondylen), an denen Muskeln ansetzen. An der Innenseite, am Epicondylus medialis, entspringen zwei lange, schlanke Muskeln, die über das Ellenbogengelenk und über das Handgelenk zur Handfläche ziehen. Wenn sie angespannt werden, fungieren sie als Beuger in beiden Gelenken. Ein dritter Muskel zieht vom Epicondylus medialis zur Speiche und dreht den Unterarm einwärts. Gemeinsam bedecken diese drei Muskeln den größten Teil des Epicondylus.

Die Sehnen, sprich der Übergang zwischen den Muskeln und dem Knochen, werden bei bestimmten Tätigkeiten stark belastet– zum Beispiel beim Schrauben, beim Auswringen oder beim Heben schwerer Gegenstände. Auch das Arbeiten in sogenannten Zwangshaltungen oder am PC sowie häufig wiederkehrende ruckartige Krafteinwirkungen auf diese Muskelzonen bleiben oft nicht folgenlos. Diese kommen beispielsweise beim Golf oder Klettern vor. Sie verursachen minimale Verletzungen(Mikrotraumen), die zunächst meist unbemerkt bleiben. So kommt es bei einem Golfarm erst mit der Zeit zu Schmerzen und zu entzündlichen Veränderungen, wenn die belastenden Tätigkeiten weiter regelmäßig ausgeführt werden.

Typische Symptome – so erkennt man einen Golfarm

Im Frühstadium eines Golfarms treten Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens zunächst nur bei belastenden Tätigkeiten auf. Diese klingen jedoch rasch wieder ab, was auch der Hauptgrund dafür ist, weshalb kaum ein Betroffener in dieser Phase einen Arzt aufsucht.

Dauert die Belastung hingegen an, verschlimmern sich die Beschwerden im Laufe der Zeit. Die Schmerzen setzen immer früher ein und halten länger an. Außerdem werden die betroffenen Muskelansätze sehr druckempfindlich und fühlen sich warm an, was ein unverkennbares Anzeichen für eine Entzündung ist. Spätestens jetzt sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, denn unbehandelt schreitet die Erkrankung fort und kann chronisch werden. Zudem treten die Schmerzen bald schon in Ruhephasen oder bei minimalen Belastungen auf, was die Betroffenen erheblich einschränkt und einen normalen Gebrauch des Arms unmöglich macht. Eine Schmerzausstrahlung in den Ober- und Unterarm ist in dieser Phase nicht selten.

Wie behandelt der Arzt einen Golfarm?

Die Schonung der betroffenen Geweberegion sowie die Bekämpfung der Entzündung sind die Hauptpfeiler der Behandlung eines Golfarms. In der Regel – in neun von zehn Fällen – ist eine Operation nicht nötig, da die Erkrankung auf eine konservative (nicht-operative) Therapie gut anspricht. Dementsprechend ist zunächst eine Entlastung nötig, damit sich die gereizten Muskelansätze erholen können. Dafür kann beispielsweise eine Orthese sorgen. Gerade in leichten Fällen reicht es oftmals, den Arm zu schonen, um eine Ausheilung zu ermöglichen. Gegebenenfalls können entzündungshemmende Salben die Behandlung unterstützen. Zudem gibt es eine Vielzahl weiterer Verfahren aus den Bereichen der physikalischen Therapie und der Krankengymnastik, welche die Genesung fördern können:

  • Elektrotherapie, insbesondere Iontophorese (das Einbringen von entzündungshemmenden, schmerzlindernden Salben unter die Haut mithilfe von Gleichstrom)
  • Ultraschalltherapie
  • lokale Einspritzungen von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR, wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd)
  • Einspritzungen von Botulinumtoxin (Botox) in die beteiligten Muskeln, um den Muskelzug zu reduzieren
  • manuelle Behandlungen der betroffenen Muskelansätze (Querfriktionen nach Cyriax)
  • krankengymnastisches Training, gegebenenfalls mit Haltungskorrektur oder Anleitung zu weniger belastenden Bewegungsformen
  • Kälteanwendungen (Kryotherapie) wie lokale Kurzzeit-Eispackungen oder Kaltluft

Eine vollständige Ruhigstellung des betroffenen Arms ist aber nur selten erforderlich. Wie sich gezeigt hat, sind schmerzarme Bewegungsübungen und ein normaler Einsatz des Arms bei weniger belastenden Tätigkeiten heilungsfördernd.

Deshalb hilft eine Orthese beim Golfarm

Komprimierende Orthesen wie die EpiPoint zielen darauf ab, den Muskelzug am Ansatz zu verringern und so Schmerzen zu reduzieren. Der leichte Druck auf die entzündeten Muskelansätze fördert darüber hinaus den Abbau von entzündlich bedingten Schwellungen (Ödemen) und entlastet so Nerven und Blutgefäße in der Region. Die Beweglichkeit bleibt dabei erhalten, sodass der betroffene Arm im Alltag weiter im Rahmen schmerzfreier Tätigkeiten eingesetzt werden kann. Mit Noppen versehene Polster (Pelotten) entlasten die irritierten Sehnenansätze punktgenau und sorgen für eine Stimulierung des erkrankten Muskelgewebes. Das aktiviert den Stoffwechsel, was ebenfalls die Heilung fördert. Da die EpiPoint Stabilorthese aus atmungsaktivem, hautfreundlichem Material besteht, bietet sie zudem hohen Tragekomfort, ohne einzuengen, und verhindert eine Überwärmung des betroffenen Areals. So fügt sich die EpiPoint nahtlos in das übergreifende Therapiekonzept ein und unterstützt die Ausheilung auf ideale Weise.