Die diabetische Angiopathie zählt zu den häufigsten Folgeerkrankungen der Zuckerkrankheit. Sie verursacht Durchblutungsstörungen, die ihrerseits wiederum andere Störungen und Erkrankungen begünstigen. Zur Vorbeugung ist es daher gut zu wissen, warum die Blutgefäße bei Diabetes geschädigt werden und was man dagegen tun kann.

Was ist eine diabetische Angiopathie?

Unter dem Begriff diabetische Angiopathie fasst man Gefäßerkrankungen zusammen, die sich als Folge einer Diabeteserkrankung entwickeln können. Dabei kommt es zu Verengungen in den Arterien, die sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zu den Organen des Körpers transportieren. Dadurch entsteht eine Unterversorgung, die die Funktion der betroffenen Organe stört und diese langfristig schädigen kann. Grundsätzlich wird zwischen zwei Formen unterschieden: einer Mikro-Angiopathie, die vor allem die kleinen Gefäße betrifft und einer Makro-Angiopathie, die zu Verengungen (Stenosen) in größeren Blutgefäßen führt. Mikro-Angiopathien betreffen meist die Blutgefäße der Nieren, der Augen oder der Nerven, des Gehirns sowie des Herzmuskels. Makro-Angiopathien verengen hingegen große Arterien im Gehirn oder im Hals sowie die Herzkranzarterien oder die großen Schlagadern der Beine.

Wie kommt es zu einer diabetischen Angiopathie?

Die Hauptursache für eine diabetische Angiopathie ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Wenn Zucker in übermäßiger Konzentration im Blut vorhanden ist, kann er Zellen und das Gewebe schädigen. Angegriffen werden unter anderem die Zellen, die die Arterien von innen auskleiden. Sie bilden bei einem gesunden Menschen eine glatte Schicht (Endothel), an der Ablagerungen nicht haften bleiben. Wird dieses Endothel durch den erhöhten Blutzucker geschädigt, entstehen raue Stellen, an denen sich Ablagerungen, sogenannte Plaques, bilden können. Im Frühstadium verursachen sie keine Beschwerden. Aber im Laufe der Zeit lagern sich an diesen Herden weitere Plaques ab, die mit der Zeit verkalken. So entsteht eine Engstelle, durch die weniger Blut fließt, sodass es zu einer Unterversorgung der Organe und des Gewebes hinter der Stenose kommt. Das beeinträchtigt wiederum deren Funktion und verursacht – je nachdem, welches Organ betroffen ist und wo die Stenose auftritt – Störungen sowie ein erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.

Woran erkennt man eine Angiopathie?

Typische Angiopathie-Symptome lassen sich kaum benennen, da die Stenosen an nahezu jedem Ort im Körper auftreten können und oft lange Zeit unbemerktbleiben.

  • Mikro-Angiopathien der Niere werden oft nur zufällig bei routinemäßigen Laboruntersuchungen entdeckt, wenn ein bestimmtes Eiweiß (Albumin) in ungewöhnlich hoher Konzentration ausgeschieden wird.
  • Ist das Auge betroffen, treten ebenfalls lange Zeit keine Symptome auf. Erst im späteren Verlauf kommt es zu Sehstörungen wie unscharfem, verschwommenem Sehen sowie zu dunklen Flecken oder Schleiern im Gesichtsfeld. Das sind die ersten Anzeichen einer sogenannten Retinopathie, die bei schwerem Verlauf bis zur Erblindung führen kann.
  • Sind Gefäße im Gehirn betroffen, kann sich das durch Konzentrations- oder Denkstörungen, Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen oder depressive Verstimmungen bemerkbar machen.
  • Angiopathien in größeren Gefäßen (Makro-Angiopathien) können im Frühstadium einen abgeschwächten Puls sowie kalte Füße und Hände oder Schmerzen bei längeren Gehstrecken verursachen.

Da es ausgesprochen schwierig ist, eine beginnende Angiopathie zu erkennen, sollten Diabetiker regelmäßig ärztliche Kontrolluntersuchungen in Anspruch nehmen, um Frühsymptome rechtzeitig zu entdecken.

Wie kann man eine diabetische Angiopathie behandeln?

Die Behandlung einer Angiopathie zielt vor allem auf eine Minimierung von Risikofaktoren (hoher Blutzuckerspiegel, Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Bluthochdruck) und auf eine Verbesserung der Durchblutung ab. Im Vordergrund steht zunächst die optimale Einstellung des Blutzuckers. So werden weitere Schädigungen und ein Fortschreiten der Erkrankung vermieden. Die Behandlung von Mikro-Angiopathien ist nicht ganz einfach, denn die betroffenen kleinen Blutgefäße sind zu winzig, um operiert zu werden. So wird versucht, die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern, um den Bluteinstrom in den betroffenen Bereich zu erhöhen. Stenosen in größeren Blutgefäßen können durch verschiedene operative Verfahren erweitert werden:

  • die Abtragung der Plaques (Kalkausschälung)
  • die Dehnung des verengten Gefäßes mittels eines Ballonkatheters (Ballonkatheterdilatation)
  • Bypass-Operationen
  • das Implantieren eines Röhrchens (Stent), das das verengte Gefäß offenhält und so den Blutfluss verbessert

Wie kann man einer Angiopathie vorbeugen?

Eine optimale Einstellung des Blutzuckers ist die wichtigste Option zur Vorbeugung. Täglich durchgeführte Blutzuckerkontrollen, eine angepasste Ernährung und eine abgestufte medikamentöse Therapie bis hin zur korrekten Insulingabe helfen, den Blutzuckerspiegel unter dem kritischen Wert zu halten. Betroffene sollten in jedem Fall eine Diabetikerschulung absolvieren, um mit ihrer Erkrankung kompetent umgehen zu können. Darüber hinaus ist eine gesunde, aktive Lebensweise mit regelmäßiger körperlicher Bewegung vorteilhaft, um die Durchblutung und die Leistungsfähigkeit des Herzens zu verbessern und den Blutdruck zu senken.

Warum können Weichpolster-Einlagen bei einer Angiopathie helfen?

Bei einer diabetischen Angiopathie beeinträchtigt die verringerte Durchblutung der Beine und Füße die Wundheilung. So kann es schon bei kleineren Verletzungen der Füße zu chronischen Wunden und Geschwüren kommen, die nicht abheilen – ein diabetisches Fußsyndrom entwickelt sich. Drückendes, zu enges Schuhwerk ist oft eine Ursache, denn die Betroffenen merken wegen der gestörten Sensibilität meist nicht, wenn sich wunde Stellen bilden. Bequemes Schuhwerk mit weichem Innenpolster und ohne drückende Nähte kann in Verbindung mit einer Weichpolster-Einlage wie der der ErgoPad® soft Diabetes die Bildung von Druckstellen und Wunden verhindern. Die ErgoPad®soft Diabetes Schuheinlage entlastet insbesondere die kritischen Zonen an der Ferse und am Großzehen-Grundgelenk, die beim Auftreten und Abrollen besonders belastet werden, und hilft, die Entstehung eines diabetischen Fußsyndroms zu vermeiden.