Diabetes mellitus Typ 1 ist – ähnlich wie beispielsweise Rheuma – eine Autoimmunerkrankung, die meist schon in jungen Jahren ausbricht. Die Folgen sind für die Betroffenen oft gravierend. Eine lebenslange Versorgung mit Insulin ist unverzichtbar, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahrzehnten aber deutlich weiterentwickelt.

Was ist Diabetes Typ 1?

Diabetes mellitus, die sogenannte Zuckerkrankheit, macht sich durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel bemerkbar. So steigt dieser beim Typ-1-Diabetes durch einen Mangel an Insulin an – anders als bei Diabetes mellitus Typ 2, wo zwar genug Insulin vorhanden ist, die Zellen des Körpers jedoch resistent gegen dessen Wirkung sind. Das Hormon Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet – einem Organ, das zwischen Magen, Milz und Leber im Oberbauch liegt. Insulin sorgt dafür, dass der im Blut gelöste Zucker in die Zellen transportiert werden kann. Beim Typ-1-Diabetes greifen körpereigene Antikörper die Insulin bildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstören sie. So gelangt zu wenig Insulin in die Blutbahn und die Körperzellen können den Zucker nicht mehr in ausreichender Menge aufnehmen. Er reichert sich im Blut an. Diabetes vom Typ 1 tritt vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 24 Jahren auf („juvenile Diabetes“). Eine Sonderform, der LADA-Diabetes (latent autoimmune diabetes in adults, etwa „latenter Autoimmun-Diabetes mit Beginn im Erwachsenenalter“), betrifft hingegen erst Erwachsene nach dem 30. Lebensjahr.

Wie kommt es zum Typ-1-Diabetes?

Warum das Immunsystem das körpereigene Gewebe angreift und zerstört, ist bislang ungeklärt. Daher kann Diabetes derzeit auch noch nicht geheilt werden. An der Entstehung des Typ-1-Diabetes sind vermutlich sowohl Erbfaktoren als auch Umwelteinflüsse beteiligt. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen bestimmten Umwelteinflüssen und der Entstehung von Diabetes konnte allerdings noch nicht nachgewiesen werden. Diskutiert werden als potenzielle Faktoren zudem Virusinfektionen der Mutter während der Schwangerschaft oder ein Vitamin D-Mangel im Kindesalter.

Durch welche Symptome macht sich Diabetes Typ 1 bemerkbar?

Typische Symptome eines beginnenden Typ-1-Diabetes können sein:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Gewichtsabnahme
  • starkes Durstgefühl
  • häufiges Wasserlassen
  • Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen ohne erkennbare Ursache
  • ausgetrocknete oder juckende Hautstellen
  • chemisch riechende Ausatemluft (Acetongeruch)

Da der Typ-1-Diabetes wesentlich seltener auftritt als der Typ-2-Diabetes und häufig schon Jugendliche betrifft, wird er oftmals erst spät erkannt. Eine gründliche ärztliche Untersuchung kann die Diagnose sichern.

Welche Folgeerkrankungen kann Diabetes mellitus Typ 1 auslösen?

Wird der Blutzuckerspiegel nicht fortwährend durch Insulininjektionen gesenkt, schädigt dessen hohe Konzentration im Laufe der Zeit das Gewebe und die Organe. Besonders betroffen sind davon die Blutgefäße und Nerven. Und als Langzeitfolgen diabetischer Erkrankungen können zum Beispiel Schädigungen der Nieren (diabetische Nephropathie), der Arterien (Angiopathie) oder der Netzhaut des Auges (Retikulopathie) auftreten. Darüber hinaus erhöht sowohl der Typ-1- als auch der Typ-2-Diabetes das Risiko für Schlaganfälle, Durchblutungsstörungen und Herzinfarkte. Auch eine Form der Demenz, die sogenannte vaskuläre Demenz (vaskulär = gefäßbedingt), wird mit Diabetes in Zusammenhang gebracht. Eine besondere Rolle spielt dabei die diabetische Angiopathie:

  • Zunächst bilden sich winzige Schäden an der normalerweise glatten Innenwand einer oder mehrerer Arterien, verursacht durch den hohen Blutzuckerspiegel.
  • An den aufgerauten Stellen, die dadurch entstehen, lagern sich Eiweißkörper ab, die verkalken.
  • Die Kalkherde, die zunächst keine Beschwerden verursachen, vergrößern sich mit der Zeit, wodurch eine Engstelle (Stenose) in der betroffenen Arterie entsteht.
  • Das hinter der Engstelle liegende Gewebe und die Organe werden nur noch unzureichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt – es kommt zu Funktionsstörungen und auf längere Sicht zu Schäden.

Um solche Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist eine ständige Kontrolle und Regulierung des Blutzuckerspiegels notwendig.

Gut zu wissen: Folgeerkrankungen treten nicht zwangsläufig auf. Wichtig ist, dass der Blutzucker optimal eingestellt ist und fortlaufend überwacht wird.

Was ist ein diabetisches Fußsyndrom?

Das diabetische Fußsyndrom entwickelt sich auf Basis der zunehmenden Neuropathie. Trockene Haut und nachlassende Sensibilität begünstigen die Entstehung von nicht wahrgenommenen Wunden, die wiederum aufgrund der Durchblutungsstörung und der häufig spät einsetzenden Behandlung chronisch werden. Der diabetische Fuß ist eine ernst zu nehmende, bei schwerem Verlauf sogar lebensbedrohliche Komplikation: Die Wunden können als Eintrittspforte für Krankheitserreger dienen und Infektionen bis hin zu einer Blutvergiftung (Sepsis) können die Folge sein. Angepasstes, weiches Schuhwerk (Bequemschuhe) mit Polstereinlagen sowie tägliche Fußpflege und regelmäßige ärztliche oder podologische Kontrollen der Füße können das Risiko, einen diabetischen Fuß zu entwickeln, stark reduzieren.

Wie helfen Weichpolster-Einlagen bei Typ-1-Diabetes?

Hochwertige Weichpolster-Einlagen wie die ErgoPad® soft Diabetes von Bauerfeind helfen, Druckstellen und Wunden an den Füßen zu vermeiden. Das gelingt, indem sie den Druck beim Gehen gleichmäßig auf die Lauffläche verteilen. Insbesondere die kritischen Zonen an der Ferse und am Großzehenballen, die beim Auftreten und Gehen den höchsten Druckbelastungen ausgesetzt sind, werden durch die Einlage entlastet. Die ErgoPad® soft Diabetes besteht aus mehreren druck- und stoßdämpfenden Schaumlagen, die für eine optimale Druckverteilung und ein komfortables Laufgefühl sorgen. Die Einlagen lassen sich mit geringem Aufwand in vielen Bequemschuhformen einsetzen und sind auch für Patienten mit Knick-, Senk- oder Spreizfußdeformitäten sehr gut geeignet.