Wenn das Sprunggelenk beim Sport oder auch beim Gehen schmerzt, kann dies ein Anzeichen für eine Sprunggelenksarthrose sein. In der Regel handelt es sich bei dieser Form von Arthrose nicht um eine Alterserscheinung. Vielmehr löst in vielen Fällen eine (Sport-) Verletzung die Entstehung der Erkrankung aus. Nimmt außerdem die Belastungsfähigkeit zu stark ab, ist eine Operation das letzte Mittel. Allerdings lässt sich der Verlauf positiv beeinflussen und es gibt eine Reihe therapeutischer Möglichkeiten, durch die eine OP vermieden werden kann.

Was ist eine Sprunggelenksarthrose?

Die Sprunggelenksarthrose ist eine Abnutzungserscheinung des Gelenkknorpels im oberen und/oder unteren Sprunggelenk. Es handelt sich um einen degenerativen oder unfallbedingten Verschleiß. Dieser führt zum Knorpelabbau und einer Verkleinerung des Gelenkspalts. In der Folge geht die stoßdämpfende Funktion des Knorpels verloren, die Gelenkflächen reiben aneinander und verursachen Schmerzen. Am Gelenkrand bildet sich neuer Knochen (Osteophyten), wodurch es im weiteren Krankheitsverlauf zu Bewegungseinschränkungen kommt.

Insgesamt bestehen Fuß und Sprunggelenk aus 30 kleinen Knochen, diese bilden untereinander 38 Gelenke. Für Orthopäden gehört dieser Bereich zu den kompliziertesten knöchernen Strukturen im Körper. Das Sprunggelenk überträgt das gesamte Körpergewicht auf den Fuß. Beim Gehen, Laufen und Springen trägt es teilweise sogar mehr als das Fünffache des Körpergewichts. Es ist damit das am stärksten belastete Gelenk im Körper.

Das obere Sprunggelenk (OSG) wird vom Unterschenkel aus durch Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula) sowie aus Fußrichtung vom Sprungbein (Talus) gebildet. Im Gelenk hat das Sprungbein eine gerundete und nach hinten zunehmend breitere Oberfläche. Wird das Sprungbein nach vorne versetzt oder im Gelenk verkippt, beeinträchtigt dies die Passform der Gelenkpartner. Die Folge ist eine Abnutzung und OSG-Arthrose.

Für die Beweglichkeit des Sprunggelenks haben die Gelenkverbindungen des Sprungbeins eine entscheidende Funktion und dienen unter anderem der Anpassung an unebene Untergründe. Seitliche Kippbewegungen gleicht das Sprungbein-Fersenbein (Subtalargelenk) aus, einen Ausgleich nach vorne leistet das Sprungbein-Kahnbein (Talonaviculargelenk). Diese Gelenkanteile bilden das untere Sprunggelenk (USG) und sind von wesentlicher Bedeutung für die Stabilität des oberen Sprunggelenks. Eine Arthrose im USG ist seltener als eine OSG-Arthrose.

Arten und Ursachen der Arthrose am Sprunggelenk

Je nach Ursache wird zwischen primärer und sekundärer Sprunggelenksarthrose unterschieden. Für primäre Arthrosen gibt es in der Regel keinen erkennbaren Auslöser. Am Sprunggelenk kommt sie eher selten vor.

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Betroffenen um eine sekundäre Arthrose und dabei fast immer um Spätfolgen einer Verletzung, wie zum Beispiel dem Supinationstrauma. Solch eine Verletzung wurde meist gar nicht erst von einem Orthopäden diagnostiziert oder nicht richtig austherapiert. Das Verdrehen oder Umknicken des Sprunggelenks beschädigt nicht nur die Bänder, sondern verursacht auch Knorpelschäden. Eine Bänderdehnung oder ein Außenbandabriss können bereits bei jüngeren Patienten zu Störungen des Sprunggelenks führen, deren Folge die Sprunggelenksarthrose sein kann.

Eine Sprunggelenksarthrose nach Entzündungen oder bei Stoffwechselkrankheiten wie Gicht oder Rheuma ist selten, aber ebenfalls möglich.

Typische Ursachen für eine Sprunggelenksarthrose

• Bandinstabilität nach Bänderdehnung oder -riss
• Knochenbruch im oberen Sprunggelenk
• Veränderungen im unteren Sprunggelenk aufgrund eines Bruchs

Arthrose im Sprunggelenk: Welche Symptome sind typisch?

Ob und wie stark die Arthrose Schmerzen auslöst, ist abhängig vom jeweiligen Stadium der Sprunggelenksarthrose. Anfangs verursacht der Gelenkverschleiß kaum Symptome. Als erste spürbare Anzeichen machen sich oft tiefsitzende Schmerzen oder ein Ziehen im Gelenk bemerkbar. Später treten morgendliche Anlauf- und Belastungsschmerzen auf. Betroffene können das Gelenk nicht mehr richtig abrollen. Bei fortschreitender Arthrose verliert das Sprunggelenk seine natürliche Form. Im späten Stadium treten chronische Schmerzen auf und das Gelenk wird steif – typisch dafür ist die Spitzfußstellung.

Häufig auftretende Symptome sind:

  • Anlauf- und Belastungsschmerzen
  • Stechende oder ziehende Schmerzen
  • Schonhaltungen
  • Ausstrahlende Schmerzen in den Fuß und Unterschenkel
  • Stechende Schmerzen beim Gehen auf unebenem Gelände und bei seitlichen Kippbewegungen
  • Fehlstellungen des Sprunggelenks
  • Einsteifung des Sprunggelenks

Um die Diagnose zu sichern, kann der Arzt eine Röntgenaufnahme machen lassen. Im Fall einer Sprunggelenksarthrose können sich dabei Knochenanbauten am Gelenkrand (Osteophyten) und freie Gelenkkörper sowie Knorpelfragmente in der Gelenkflüssigkeit zeigen.

Behandlung der Sprunggelenksarthrose

In den vergangenen Jahrzehnten war die Versteifung des Sprunggelenks die klassische Behandlung. Inzwischen werden die Ursachen immer besser verstanden und heute ist in vielen Fällen ein Erhalten des Sprunggelenks möglich. Ziel der Therapie ist die Schmerzlinderung, Verlangsamung des Gelenkverschleißes oder gar Behebung der Schäden. Die Behandlung beginnt mit konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerztabletten oder einer Gelenk-Ruhigstellung mithilfe spezieller Bandagen. Für Patienten im fortgeschrittenen Stadium kommen Cortisonspritzen oder verschiedene operative Verfahren infrage. Dazu zählen die Versteifungsoperation und der Einsatz eines künstlichen Sprunggelenks.

Bandagen helfen bei der Arthrose-Sprunggelenk-Therapie

Zur Stabilisierung und Schmerzlinderung bei Arthrose im Sprunggelenk ist die Aktivbandage MalleoTrain ein bewährtes Mittel. Das hochelastische Gestrick aktiviert die Durchblutung, indem die Kompression beim Laufen eine Wechseldruckmassage ausübt. Das verbessert den Stoffwechsel, baut Schwellungen ab und lindert Schmerzen. Die Muskeln werden stimuliert und aktiviert, was dazu beiträgt, die Sprunggelenke sicher zu führen. Zwei Pelotten (viskoelastisches Funktionskissen) hinter den Knöcheln sind auf Schritt und Tritt aktiv und massieren das Sprunggelenk zusätzlich. Das wiederum verbessert die Selbstschutzmechanismen durch Anregung der Tiefensensibilität (Propriozeption), beugt Fehlstellungen vor und senkt Knorpel schädigende Belastungen. Vor allem im ersten Stadium der Sprunggelenksarthrose können medizinische Hilfen wie die Aktivbandage MalleoTrain den Schmerz deutlich senken und die allgemeine Beweglichkeit im Sprunggelenk fördern.