Schmerzen und verminderte Kraft beim Zupacken sowie Bewegungseinschränkungen im Daumen – so macht sich die Rhizarthrose bei Alltagstätigkeiten bemerkbar. Allerdings gibt es viele Möglichkeiten, die Schädigung zu verlangsamen, Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit sowie die Kraft der Hand zu erhalten.

Wie entsteht eine Rhizarthrose?

In den meisten Fällen betrifft die Rhizarthrose den Daumen – genauer gesagt: das Daumensattelgelenk. Dieses Gelenk wird vom Mittelhandknochen des Daumens und von einem daumenseitigen Knochen der Handwurzel, dem Vieleckbein (Os trapezium), gebildet. Die für die Rhizarthrose typischen Schmerzen treten daher meist handgelenksnah am Daumenballen auf. Im gesunden Zustand sind die Gelenkflächen beider Knochen mit einem glatten Knorpel überzogen, der seinerseits von einer dünnen Knorpelhaut geschützt wird. Der dünne Spalt zwischen den Gelenkflächen ist mit einer Flüssigkeit, der Synovialflüssigkeit, gefüllt, die zur Ernährung des Knorpels sowie als Schmiermittel dient. Bei häufig wiederkehrenden Belastungen mit hohem Kraftaufwand (zum Beispiel beim ständigen Auswringen von Lappen oder bei Montagearbeiten) kann diese Knorpelhaut geschädigt werden, sodass die Knorpelflächen direkt aufeinandertreffen. Anhaltend hohe Beanspruchung kann dann zur Rissbildung und zum Aufrauen der Knorpelschicht führen. Durch die rauen Oberflächen werden der Abrieb und der Verschleiß des Knorpelgewebesbeschleunigt. Dabei entzündet sich oft auch die Innenhaut der Gelenkkapsel, sodass es zu Überwärmung, Schwellung und einem Gelenkerguss kommen kann.

Schmerzen, Kraftverlust und eine Schonhaltung sind die Folge, wobei ein Abspreizen des Daumens gar nicht mehr oder nur noch unter Schmerzen möglich ist. Ist der Knorpel erst einmal geschädigt, lässt sich der Verschleiß nur noch verlangsamen, aber nicht mehr rückgängig machen.

Ebenso kann die Rhizarthrose auch als Folge von Verletzungen entstehen, bei denen die Gelenkflächen geschädigt wurden (zum Beispiel bei Handgelenksfrakturen). Das ist jedoch eher selten der Fall. Oftmals spielen genetische und hormonelle Einflüsse eine Rolle, denn die Rhizarthrose tritt häufig im familiären Umfeld auf und betrifft überwiegend Frauen ab dem 60. Lebensjahr.

Rhizarthrose – Therapie und Prognose

Eine Heilung im Sinne einer Wiederherstellung der glatten und gesunden Knorpelfläche ist nicht möglich. Dennoch gibt es viele Methoden, die Rhizarthrose zu behandeln, wobei eine nicht-operative Therapie meist im Vordergrund steht. Ist der Verschleiß noch nicht weit fortgeschritten, erfolgt zur Entlastung des Gelenks und zur Schmerzlinderung eine Ruhigstellung zum Beispiel durch eine spezielle Rhizarthrose-Orthese. Begleitend werden schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente gegeben. Zudem wird zum Erhalt der Funktion des Daumens und der Hand meist eine physiotherapeutische oder ergotherapeutische Behandlung verordnet.

Im Vordergrund der Behandlung stehen der Erhalt der Kraft und Beweglichkeit der Hand und die Schmerzlinderung. Die Therapie hat zum Ziel, einen möglichst normalen Gebrauch der Hand im Alltag zu ermöglichen und schmerzbedingte Fehlstellungen und Muskelabbau zu verhindern. Eine übermäßige Schonung der Hand ist nicht wünschenswert, da es dadurch zu weiteren Einschränkungen kommen würde. Stattdessen erlernen die Betroffenen Techniken, um den geschädigten Daumen möglichst schmerzfrei zu aktivieren und einen dauerhaften Funktionsverlust der Hand zu vermeiden. Darüber hinaus können zur Schmerzlinderung sowie zum Abbau der Entzündung und Schwellung Kälte- oder Salbenanwendungen beziehungsweise eine Ultraschall- oder Elektrotherapie hilfreich sein.

In der Regel lässt sich die weitere Schädigung des Gelenkknorpels nicht vollständig durch konservative Maßnahmen aufhalten. Wenn die Zerstörung des Knorpels fortschreitet, kommen schließlich auch operative Maßnahmen zum Zuge.

Leichte Bewegungsübungen unter Anleitung, ein häusliches Übungsprogramm und eine schonende Mobilisierungsbehandlung unterstützen den Erhalt der Handfunktion.

Der Einsatz von Orthesen bei Rhizarthrose – ein wichtiger Therapiebaustein

Eines der wichtigsten Behandlungsprinzipien bei Rhizarthrose ist die Entlastung des geschädigten Knorpels. Ebenso wichtig ist das Ausschöpfen des schmerzfreien Bewegungsspielraums. Daher ist für die konservative ebenso wie für die postoperative Behandlung der Rhizarthrose eine Orthese wie die RhizoLoc ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Im Rahmen der konservativen Therapie stabilisiert die RhizoLoc das Daumensattelgelenk und das Daumengrundgelenk in einer neutralen Mittelposition, während die Finger frei bleiben. Das Ausmaß der Bewegungseinschränkung lässt sich durch einen individuell formbaren Aluminiumbügel und eine Klettlasche individuell einstellen. Dadurch werden Schmerzen reduziert sowie unerwünschte Bewegungen und Belastungen des betroffenen Gelenks vermieden. Trotzdem bleibt die Hand im Alltag einsatzfähig, da die Finger frei beweglich sind. Zur Verlaufskontrolle, zur Anwendung von Salben oder zur Physiotherapie kann die RhizoLoc schnell und bequem mit der freien Hand abgenommen und wieder angelegt werden. Für ein optimales Therapieergebnis ist die Daumenorthese individuell anpassbar und bietet dadurch einen hohen Tragekomfort.

Nach Operationen wie einer Arthroskopie oder Arthroplastik dient die RhizoLoc – gegebenenfalls nach Gipsabnahme – der Schonung und Entlastung des operierten Gelenks und unterstützt so ein schnelles, komplikationsfreies Ausheilen. Die aktive Beweglichkeit der Finger fördert die Durchblutung und den Lymphabfluss, was wiederum die Heilung begünstigt und zudem das Risiko von Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) verringert.