Individuelle Sportlerversorgung bei Olympia

Die Nähmaschine rattert wieder

10.02.2010

Wenn sich die Orthopädietechnikermeister Dirk Schwager und Peter Feichtinger im kanadischen Whistler um die Olympioniken kümmern, dann ziehen sie alle Register: Mit Nähmaschine macht sich das deutsch-österreichische Bauerfeind-Duo auch schon mal über Wettkampfkleidung von Athleten her.

Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Kanada ist die Bauerfeind AG aus Zeulenroda erstmalig mit ihren Produkten und dem orthopädietechnischen Versorgungsservice für die Athleten aller teilnehmenden Nationen da. Das internationale Bauerfeind-Team vor Ort lebt die Bezeichnung „Friend of the Games“: Die Orthopädietechniker helfen, wo sie können, passen Bandagen und Orthesen individuell an und nehmen auf Wunsch auch Änderungen am Equipment der Sportler vor.

Die Orthopädietechnikermeister Peter Feichtinger und Dirk Schwager kümmern sich um die Athleten im rund 120 Kilometer nördlich von Vancouver gelegenen Whistler. Sie stehen in engem Kontakt mit der Poliklinik im Olympischen Dorf, in der vom Augenarzt, über den Computertomographen bis hin zum Operationssaal alles vorhanden ist. Die orthopädietechnische Versorgungsstation ist Bestandteil des Therapiebereichs, in dem Chiropraktiker, Physiotherapeuten und Sportmediziner tätig sind. Über ihre kanadischen Handys sind die beiden Bauerfeind-Techniker rund um die Uhr erreichbar – egal, ob sie sich gerade in- oder außerhalb des Olympischen Dorfes befinden.

Seit 4. Februar haben die Olympischen Dörfer geöffnet und damit auch die Polikliniken. Täglich reisen mehr Athleten an, trainieren und beginnen mit der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Bandagen, Orthesen und auch Kompressionsstrümpfen von Bauerfeind.

Erste Spezialaufträge sind im direkten Kontakt zustande gekommen. Einfallsreichtum und Freude am Tüfteln waren gefragt: Das deutsche Rodelteam bat darum, bei einer Athletin eine Änderung am Rennanzug vorzunehmen. Ein Rodler hatte Änderungswünsche am Leibchen mit der Startnummer. Es wurde enger genäht, um aerodynamische Nachteile auf ein Minimum zu reduzieren – im Eiskanal geht es schließlich um Tausendstel. In Vancouver sucht derweil Orthopädietechniker Christian Laimann nach einer Lösung für den lädierten Ellenbogen einer Eisschnellläuferin: Der Arm soll beweglich sein, darf aber nicht überstreckt werden. Ein Gurtsystem an der Bandage könnte dies verhindern. Und wieder einmal leisten Nähmaschinen bei Bauerfeind-Olympiaeinsätzen gute Dienste. Ihr vertrautes Rattern wird sicher noch des Öfteren zu hören sein.




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