Ratschow Gedächtnismedaille

Ratschow Medaille

Die Ratschow Gedächtnismedaille wird im Jahresrhythmus seit 1969 vom CURATORIUM ANGIOLOGIAE INTERNATIONALIS an besonders verdiente wissenschaftliche Persönlichkeiten aus dem Bereich Gefäßmedizin und diese tangierenden Disziplinen verliehen. Das Kuratorium (siehe Reiter „Kuratorium“) ist für die Organisation des Auswahlprozesses und die Verleihung zuständig. Ihm gehören ausschließlich Wissenschaftler aus dem internationalen Gefäßbereich an.

Geehrt wird Prof. Dr. Max Ratschow (siehe Reiter „Max Ratschow“), der als Begründer der Angiologie gilt. Die Initiative zu dieser Stiftung geht auf seinen verdienstvollen Schüler Prof. Dr. Norbert Klüken zurück.

Die mit der Medaille geehrten Wissenschaftler präsentieren auf einer Sitzung während der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie (DGP) eine ihrer Hauptarbeiten. Diese werden in den "Documenta Angiologorum" vom Schattauer Verlag publiziert.

Prof. Dr. Eberhard Rabe (Präsident des Kuratoriums) schreibt dazu:

Die Documenta Angiologorum haben unter den angiologischen Periodica eine besondere Zielsetzung. Sie sollen wissenschaftliche Persönlichkeiten und deren Arbeiten entsprechend würdigen. So gelangen in dieser Publikation Beiträge zum Abdruck, die wichtige Entwicklungsakzente in der Angiologie setzen und meist auch gleichzeitig das Lebenswerk des international anerkannten Forschers darstellen, der durch die Verleihung der Ratschow Gedächtnismedaille geehrt wird.

Seit Jahren ist das Unternehmen Bauerfeind Mäzen dieser Stiftung. Es unterstützt die Arbeit des Kuratoriums, hilft bei der Ausrichtung der Verleihungszeremonie und übernimmt alle anfallenden Kosten.

Kontakt:
Dr. rer. nat. Nadine Rüdiger
(nadine.ruediger@bauerfeind.com)

Peter Mortimer, M.D., Ph.D.

Preisträger Ratschow Medaille 2018

Die 43. Ratschow-Gedächtnismedaille wurde während der 60. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in Bielefeld an den Engländer Peter Mortimer, MD, Ph.D. verliehen. Das Curatorium Angiologiae Internationalis ehrte ihn damit für sein Lebenswerk.

Der Professor für Dermatologie arbeitet an der St. George’s University von London und ist für sein Engagement zur Erforschung des Lymphsystems bekannt. Seine Forschungsgruppe hat maßgeblich dazu beigetragen, die Gene für fünf verschiedene Formen vererbbarer Lymphödeme zu finden. Mit seiner Arbeit hat Prof. Mortimer geholfen, die Rolle der Lymphgefäße bei metastasierenden Melanomen zu verstehen. Außerdem untersucht der 66-Jährige Lymphödeme an Armen oder Oberkörper, die durch Brustkrebs verursacht werden.

Die Max-Ratschow-Medaille wird seit 1969 im Jahresrhythmus an besonders verdiente wissenschaftliche Persönlichkeiten aus dem Bereich Gefäßmedizin verliehen. Bauerfeind ist seit dem Jahr 2000 Mäzen der Stiftung.

Frühere Preisträger der Ratschow-Medaille

M. COMEL. Betrachtungen über die Angiologie der Gegenwart und der Zukunft. 1968.

W H. HAUSS. Die Rolle der Mesenchymzellen in der Pathogenese der Arteriosklerose. 1969.

F. MARTORELL. Ulcus hypertonicum. 1970.

E. WOLLHEIM. Kapillarkreislauf und Blutvolumen. 1971.

R. FONTAINE. Die chirurgische Behandlung der arteriosklerotischen Verschlüsse der unteren Extremitäten. 1972.

G. OTTAVIANI. Allgemeine biologische Aussagen über das Lymphsystem. 1973.

L. LASZT. Die Biochemie und Pharmakologie der Venenwand. 1974.

0. OLSSON. Angiographie als Grundlagenuntersuchung in der klinischen Medizin. 1975.

W. REDISCH. Von William Harvey zu Otfried Müller.1976.

R. TOURNAY, H. R. VAN DER MOLEN. Die Entwicklung der Phlebologie in den letzten 30 Jahren (1948-1978). 1977.

R. C. MAYALL. Das Hyperstomie-Syndrom, eine klinische Entität, verursacht durch einen arteriolovenulären Shunt, unter diagnostischen und therapeutischen Aspekten. 1978.

G. V R. BORN. Der Einfluß hämodynamischer Bedingungen auf die Hämostasefunktion der Thrombozyten. 1979.

ROBERT W. WISSLER. Neueste Studien über die Pathogenese und Rückbildung der Atherosklerose. 1980.

MICHAEL FÖLDI. Insuffizienz des Lymphgefäßsystems. 1981.

EDUARDO C. PALMA. Das postphlebitische Syndrom - operative Therapie. 1982.

DIETRICH WERNER LÜBBERS. Die Sauerstoffversorgung der Warmblüterorgane. 1983.

JEAN FRANCOIS MERLEN. Die Akrozyanosen - klinische, pathogenetische und therapeutische Paradoxien. 1985.

R. J. A. M. VAN DONGEN. Heutiger Stand und Bedeutung der vaskulären Chirurgie. 1986.

GERD ASSMANN. Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen. 1987.

F. COCKETT. Der Einfluß anatomischer Varietäten auf das Venensystem und seine Behandlung.1988.

W. DOERR. Grundsätzliches zur Pathogenese der Gefäßkrankheiten. 1989.

E. BETZ. Experimentelle Studien zur Rolle von Gefäßwandmuskelzellen bei der arteriellen Verschlußkrankheit. 1991.

CHR. M. PAPENDIECK. Zur Behandlung der Hypertension des Venensystems im Kindesalter. 1992.

H. JELLINEK. Die Wirkung von Magnesiumorotat auf die Herzmuskulatur und die Koronarien bei verschiedenen Tierarten in Modellexperimenten. 1996.

ST. KUBIK. Die Entwicklung und Bedeutung des Lymphgefäßsystems bei der Verhütung der Ödembildung unter Berücksichtigung der Struktureigenschaften. 1997.

G. W. SCHMID-SCHÖNBEIN. Mechanismen und Konsequenzen der Zellaktivierung in der Mikrozirkulation. 1999.

N. KLÜKEN. Vaskuläre Dys- und Hyperplasien bei Kindern.  2000.

T. J. RYAN. The blood supply and lymphatic drainage of the skin. 2001.

H. PARTSCH. Die Antistase, ein vernachlässigtes Therapiekonzept bei der tiefen Beinvenenthrombose. 2002.

H. K. BREDDIN. Tiefe Beinvenenthrombose: Pathogenese, Diagnostik und Therapie Was ist gesichert? Welche Fragen bleiben offen? 2004.

ETELKA FÖLDI. Die Brücke vom Experiment zur Klinik: Das Lymphödem. 2005.

R. V. CLUZAN. Peripheral lymphoedema treatment. 2006.

Sir N. BROWSE. 50 years of phlebology. Advance or standstill? 2007.

U. SCHULTZ-EHRENBURG. Prospective epidemiological study on the beginning of varicose veins. Bochum study I-IV. 2008.

L. VILLAVICENCIO 2009

W. HACH. 2010

Präsidenten

Prof. Dr. N. Klüken (1969-1999)
Prof. Dr. K.U. Tiedjen (1999-2006)u.tiedjen@t-online.de
Prof. Dr. E. Rabe (seit 2006)eberhard.rabe@ukb.uni-bonn.de

Wissenschaftlicher Beirat

R. BauersachsDarmstadtgefaesszentrum@klinikum-darmstadt.de
E. FöldiHinterzartenfoeldi@foeldiklinik.de
M. JüngerGreifswalddermatologie@uni-greifswald.de
M. NeumannRotterdamh.neumann@erasmusmc.nl
C.M. PapendieckBuenos Airescmpapendieck@angiopediatria.com.ar
H. PartschWienhugo.partsch@meduniwien.ac.at
M. StückerBochumm.stuecker@derma.de
Prof. Dr. K.U. TiedjenBochum u.tiedjen@t-online.de
M. ZabelRecklinghausenzabel@hautzentrum-re.de

aktiv / verstorben

Max Ratschow

Portrait Max Ratschow

Prof. Dr. med. Max Ratschow gilt als Begründer der Fachdisziplin der Angiologie, dem jüngsten Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße beschäftigt. Nach seinem Studium der Medizin in Rostock, Freiburg, Wien, München, Berlin und Breslau von 1924 bis 1929 folgte 1930 die Promotion zum Dr. med. an der Universität Breslau und 1936 die Habilitation an der Universität Kiel für Physiologie. Von 1939 bis 1952 war Max Ratschow an der Medizinischen Universitätsklinik Halle tätig, ab 1948 als ordentlicher Professor für Pathologische Physiologie. Mit dem Ziel eine Forschungsklinik für Gefäßkrankheiten einzurichten, siedelte er 1952 in die damalige Bundesrepublik Deutschland über. Von 1953 bis zu seinem Tod 1963 war Max Ratschow Direktor der medizinischen Klinik Darmstadt und Ordinarius für Innere Medizin. Während dieser Tätigkeit baute er das erste angiologische Forschungszentrum (Eröffnung Mai 1963) auf, aus dem später die nach ihm benannte Max-Ratschow-Klinik für Angiologie am Klinikum Darmstadt entstand. 

Die schnelle Entwicklung der neuen Fachdisziplin war verbunden mit Max Ratschows besonderem Engagement für die wissenschaftliche Untersuchung und Therapie von Gefäßkrankheiten und Durchblutungsstörungen. Auf dem Deutschen Ärztetag in Köln 1992 schließlich wurde die Angiologie als Teilbereich der Inneren Medizin anerkannt. Die Ehrung seiner Verdienste um die Gründung des Faches belegen zwei nach ihm benannte Wissenschaftspreise. Seit 1968 wird von der Deutschen Gesellschaft für Angiologie der Max-Ratschow-Preis für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Gefäßmedizin vergeben. Die Ratschow-Gedächtnismedaille wird seit 1969 vom Curatorium Angiologiae Internationalis an wissenschaftliche Persönlichkeiten für ihr Lebenswerk im Bereich der Gefäßmedizin verliehen. Die Stiftung der Gedächtnismedaille initiierte Ratschows Schüler Prof. Dr. med. Norbert Klüken.