Seite 28 - Bauerfeind_life_02_2012

Basic HTML-Version

Bilder: privat, Bauerfeind, Uniprox
MEDICAL
Die Funktionalität der distalen Fußwurzelstrukturen
28
life
magazin 3/2012
Ungestörtes Gelenkspiel
Herr Dr. Stanek, welche pathologischen
Veränderungen vollziehen sich bei einer
eingeschränkten Beweglichkeit im proximalen
Fußquergewölbe?
Dr. Stanek:
Grundsätzlich kann man die
Funktion des Längs- und Quergewölbes nicht
voneinander trennen. Die Intaktheit der hier
verbundenen artikulären, ligamentären, fas-
zialen und neuromuskulären Komponenten
garantiert eine uneingeschränkte Stütz- und
Bewegungsfunktion dieser Konstruktion.
Unter dem Quergewölbe wird häufig die c-
förmige Stellung der Metatarsalia zueinander
verstanden. Diese ist vordergründig durch die
Lage und Funktion der Fußwurzelstrukturen
– d. h. dem Komplex „Navikulare-Cuboid-
Cuneiforme I–III“ – bestimmt. Die optimale
Motilität, also aktive Beweglichkeit, setzt ein
ungestörtes Gelenkspiel voraus. Bedeutsam
ist hier die Funktion des Os cuneiforme II
in Verbindung zu seinen Gelenknachbarn.
Besteht eine Funktionsstörung, z. B. im Sinne
einer Kompression des Keilbeins, wirkt sich
dies auf die Stellung der Metatarsalen aus.
Resultat sind z. B. eine Spreizfußhaltung
und Schmerz im Bereich der Grundgelenke
des 2. und 3. Strahls. Die Stellung und Ver-
schiebbarkeit des Os cuneiforme II hängt im
Wesentlichen von der Funktion der intrinsi-
schen kurzen Fußmuskeln einschließlich der
opponierend wirkenden Muskeln und von den
faszialen Spannungsverhältnissen ab.
Können orthopädische Einlagen zur aktiven
Bewegung der Füße beitragen?
Dr. Stanek:
Einlagen sind dann am hilfreichs-
ten, wenn sie den Träger in der Fehlfunktion
korrigieren, gleichzeitig aber Einfluss auf die
aktive Fußführung nehmen, also Sensorik und
Motorik optimal ansprechen.
Wie beurteilen Sie die neue Bauerfeind-Einlage
ErgoPad weightflex hinsichtlich der flexiblen
Festigkeiten und aktiven Schrittführung?
Dr. Stanek:
Die ErgoPad weightflex zielt
darauf ab, die Kuppel des Quer- und Längsge-
wölbes so weit zu stützen, dass eine freie Be-
weglichkeit der Fußwurzelregion ermöglicht
wird. Mit der Kombination von flexiblen und
festen Elementen erreicht sie ein hohes Maß
an Flexibilität bei gleichzeitiger Stabilität.
Durch die flexiblen Stützpfeiler wird die
Verwringbewegung des Fußes zugelassen und
eine gute aktive, aber assistierte Rückstel-
lung erzielt. Gleichzeitig setzt die Einlage
propriozeptive und sensomotorische Stimuli.
Daraus resultiert ein aktiverer Einsatz der
kleinen Fußmuskeln. Je nach Insuffizienz-
grad der Fußgewölbestrukturen, aber auch
dem Körpergewicht entsprechend ist die
Einlage adaptierbar. Dies ist ein weiterer Vor-
teil. Die ErgoPad weightflex hat aus meiner
Sicht ein breites Einsatzgebiet. Wer sehr viel
statischen Belastungen ausgesetzt ist – also
die Trägerin von Absatzschuhen, aber auch
der Träger von unflexiblen Arbeitsschuhen –,
kann von dieser Einlage profitieren.
Eine eingeschränkte Beweglichkeit der Fußwurzelknochen ist Auslöser verschiedener Fuß-
beschwerden. Über die Bedeutung des Os cuneiforme II für Funktionsstörungen der Füße
und die aktivierende Wirkung der neuen Schuheinlage ErgoPad weightflex sprach
life
mit
Dr. med. Frank-Detlef Stanek. Er ist praktischer Arzt sowie Facharzt für physikalische und
rehabilitative Medizin, Sportmedizin und Chirotherapie.
Dr. med. Frank-
Detlef Stanek.
Ossa Cuneiformia
Navicular
I II
III
Cuboid
Weitere Informationen
Das ausführliche Interview mit Dr. Stanek lesen Sie unter
www.bauerfeind.com/life
.
„Die optimale Motilität setzt ein
ungestörtes Gelenkspiel voraus.“
(Dr. Frank-Detlef Stanek)