Seite 25 - Bauerfeind life

life
magazin 2/2013
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Welche Ergebnisse der Studie haben Sie
überrascht?
Prof. Dr. Greitemann:
Auffällig war, dass
sich die Weichbettungseinlagen beim
Schmerz zwar positiver bemerkbar gemacht
haben als gedacht, aber immer noch signi-
fikant schlechter waren als die individuell
angepassten Einlagen. Überrascht hat mich,
wie deutlich sich die Lebensqualität der
Probanden verbessert hat.
In der Studie erwähnen Sie, dass nicht geklärt
werden konnte, ob der positive Effekt der
individuell angepassten Einlage hauptsäch-
lich durch die retrokapitale Pelotte oder die
Längsgewölbeunterstützung erreicht wird.
Was vermuten Sie?
Prof. Dr. Greitemann:
Spontan denkt man,
dass es die retrokapitale Abstützung sein
muss. Es gibt aber bei den Orthopädieschuh-
technikern durchaus ernst zu nehmende
Stimmen, die sagen, dass gerade die Un-
terstützung unter dem Sustentaculum tali
ein ganz wichtiger Aspekt sei. Ich glaube,
MEDICAL
Weitere Informationen
Fordern Sie die
Broschüre TRIactive
unter folgender Servicenummer
an: 0800-001 05 30. Interessenten aus der Schweiz wählen +41 (0)
56 485 82 42,
Interessenten aus Österreich +43 (0) 800 44 30 130.
Weitere Informationen auch unter
Einlagen, wie wir sie zum Beispiel beim
Spreizfuß verwenden.
Können Sie die biomechanische Wirkung der
individuell angepassten Einlage bei einer
Metatarsalgie beschreiben?
Prof. Dr. Greitemann:
Mit der Einlage hebt
man leicht – und da gilt es sehr vorsichtig
zu sein – die Mittelfußstrahlen an, stellt
dadurch die leichte Querwölbung des Fußes
wieder her und bringt somit die Hauptbelas-
tung auf den ersten und fünften Zeh. Dies
entlastet die Mittelfußköpfchen 2 bis 4. Die
sorgfältige Platzierung der Pelotte ist dabei
ganz wichtig. Diese darf man nicht zu weit
dis­tal, also zehenwärts platzieren, sonst
drückt sie auf die empfindlichen Hälse der
Mittelfußknochen. Zudem darf die Pelotte
auch nicht zu stark in der Höhe sein, sonst
gäbe es weitere Folgebeschwerden fersen-
wärts.
Warum wurde die TRIactive run für die Studie
ausgesucht?
Prof. Dr. Greitemann:
Mit der TRIactive run
haben wir eine gut zurichtbare, individuell
anpassbare, langsohlige Einlage mit entspre-
chender physiologischer Abrollunterstützung
und Vorfußweichbettung. Die Einlage hat per
se gute Voraussetzungen für angenehmes Ge-
hen durch die unterschiedlichen Shorehärten.
Von der TRIactive bin ich wirklich überzeugt.
dass beides eine Rolle spielt. Der Vorteil
der TRIactive ist, dass sie von Haus aus
schon eine Längsgewölbeunterstützung
mitbringt, die der Orthopädieschuhtechniker
dann nur noch an die individuelle Fußform
anpassen muss. Die Weichbettungseinlage
der Kontrollgruppe bestand dagegen aus
einer Schicht Polstermaterial ohne jegliche
Gewölbestütze. Dies lässt vermuten, dass der
Haupteffekt durch die flächig verlaufende
Wölbung von proximal nach distal erreicht
wurde. Die retrokapitale Pelotte spielt dabei
für die Entlastung im Vorfuß eine wichtige
Rolle.
Die Ergebnisse der Studie sprechen ja für das
orthopädieschuhtechnische Handwerk. Könnte
sich dadurch die Zusammenarbeit zwischen
behandelnden Ärzten und Technikern noch
weiter verbessern?
Prof. Dr. Greitemann:
Ich meine ja. Denn
mit der Studie, übrigens der höchsten Evi-
denzklasse, haben wir zwei Dinge gezeigt.
Erstens: Die individuell angepasste, retro-
kapital stützende Einlage wirkt bei einer
Metatarsalgie, und zwar besser als die reine
Weichbettungseinlage. Zweitens: Man kann
einen industriell vorgefertigten Rohling neh-
men und ihn individuell vernünftig anpassen.
Dabei ist sowohl die orthopädie-schuhtechni-
sche Leistung gefragt als auch die Absprache
zwischen Arzt und Schuhtechniker.
Die Studie ist übrigens auch für die Kosten-
träger ein wichtiges Signal. Das, was wir seit
Jahren aus der orthopädischen Praxis wissen,
nämlich dass die Einlagen den Patienten hel-
fen, ist jetzt auch wissenschaftlich bewiesen.
Das wird sich – zum Wohle der Patienten – in
der Genehmigungspraxis bemerkbar machen.
Denn damit ist aus meiner Sicht das Damo-
klesschwert „Einlagen werden nicht mehr
übernommen“ erst einmal weg.
Die 3-Zonen-Einlage TRIactive run mit der vertikalen Deckschichttechnologie PowerWave ermöglicht
eine exakte Positionierung von Funktionspolstern, die den Fuß gezielt stützen, dämpfen und führen.
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Siehe Seite 22 f.