Seite 22 - Bauerfeind life

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life
magazin 2/2013
MEDICAL
In Deutschland ist es übliche klinische
­
Praxis, Patienten mit schmerzhaften
Metatars­algien mit individuell angepass-
ten, oft retrokapital abstützenden Einlagen
zu versorgen – mit gutem Erfolg“, betont
Prof. Dr. Greitemann. „Dieses Erfahrungs-
wissen wollten wir nun wissenschaftlich
untermauern.“
An der prospektiv randomisierten, ver-
blindeten Kontrollgruppenstudie nahmen
127
Patienten mit der Diagnose Spreizfuß
mit Metatarsalgie im Alter zwischen 16 und
77
Jahren teil. „Die Probanden der Studien-
gruppe und der Kontrollgruppe unterschie-
den sich nicht signifikant bezüglich Beruf,
Alter, Gewicht, durchgeführten Therapien,
Schmerzniveau bzw. Beschwerdeausmaß.
Somit war die Ausgangssituation als ver-
gleichbar anzusehen“, sagt der Facharzt für
Orthopädie.
Die 63 Probanden der Studiengruppe erhiel-
ten eine Einlagenversorgung mit retrokapita-
ler Unterstützung (Einlagenrohling TRIactive
run von Bauerfeind mit Pelotte), die für alle
in demselben orthopädieschuhtechnischen
Betrieb angepasst wurde. Die Einlagen waren
aufgrund der gleich gestalteten Deckschicht
vom Laien nicht zu unterscheiden. Die
64
Probanden der Kontrollgruppe bekamen
eine reine Weichbettungseinlage. Beide
Gruppen trugen die Einlagen mindestens
vier Stunden am Tag über insgesamt acht
Wochen. Zu drei Zeitpunkten wurden die
Patienten befragt bzw. untersucht: zu T0
zum Diagnosezeitpunkt in einer der zehn
teilnehmenden orthopädischen Praxen, zu
T1 nach vier Wochen zu Hause und T2 nach
acht Wochen zu Hause. „Dafür haben wir
unter anderem einen speziellen Fußschmerz-
fragebogen entwickelt, der die wesentlichen
Fußschmerzereignisse der Metatarsalgie
erfasst“, erläutert Prof. Dr. Greitemann.
Zur Erhebung der gesundheitsbezogenen
Lebensqualität kam der Fragebogen SF-36
zum Einsatz. Zu Beginn und zum Ende des
Untersuchungszeitraums erfolgten zudem
Fußdruckmessungen.
Von den 183 in die Studie eingeschlossenen
Patienten füllten 127 Patienten die Fragebö-
gen komplett und somit für die Ergebnisana-
lyse verwertbar aus. Insgesamt brachen elf
Patienten die Studie ab, davon acht Patien-
ten wegen anhaltender Beschwerden, zwei
aus unbekannten Gründen und einer holte
Der längst überfällige Beweis
Studie zur Einlagenversorgung bei Metatarsalgie
Wirken Einlagen bei der Metatarsalgie?“ Dieser Frage ging Prof. Dr. med. Bernhard
Greitemann, Ärztlicher Direktor der Klinik Münsterland, Bad Rothenfelde, in einer rando-
misierten Kontrollgruppenstudie nach und schließt damit auch eine Forschungslücke.
Bild: Stefan Durstewitz
Prof. Dr. med. Bernhard Greitemann leitete die prospektive randomisierte Kontrollgruppenstudie zur Einlagenversorgung bei Metatarsalgie.