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life
magazin 2/2013
Bilder: Stefan Durstewitz, Bauerfeind
MEDICAL
Venenspezialist nicht, dagegen aber
einige Besonderheiten. „Bei Frauen ist der
kosmetische Aspekt sicherlich wichtiger als
bei Männern. Darüber hinaus ist das Bin-
degewebe bei Männern und Frauen anders
strukturiert. Männer zeigen beispielsweise
erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadi-
um eines Venenleidens Schwellneigungen.
Sie haben häufig als erste klinische Sympto-
me Hautverfärbungen oder Ekzeme und dann
meist schon ein fortgeschrittenes Venen-
leiden“, erklärt Prof. Dr. Stücker. Während
Männer in der Regel meist nur Kniestrümpfe
anzögen, wählten viele Frauen gerne auch
Schenkelstrümpfe. Männer hätten zudem
weniger Probleme mit trockener Haut und im
Alter rein kraftbedingt oft einen gewissen
Vorteil beim Anlegen der Strümpfe.
Generell ist die Compliance jedoch eher
eine Frage der Schwere der Indikation,
des Leidensdrucks und der erforderlichen
Therapiedauer. Aber auch individuelle
Bedürfnisse sollten nicht unterschätzt
werden“, sagt Prof. Dr. Stücker. „Strumpf-
hersteller wie Bauerfeind bieten heutzutage
glücklicherweise eine große Auswahl an
medizinischen Kompressionsstrümpfen an,
die entsprechend der Wünsche und persönli-
chen Erfordernisse des Patienten ausgewählt
werden können. Das ist der Schlüssel zum
Therapieerfolg.“
Parameter bei der Entscheidungs-
findung
Selbstverständlich stehen auch für Prof.
Dr. Stücker bei der Wahl des geeigneten
Strumpfs die Indikation und daraus resultie-
rend die richtige Kombination aus Kompres-
sionsdruck und Festigkeit des Materials an
erster Stelle. Zu weiteren wichtigen Para-
metern zählt unter anderem der Bindege-
webstyp des Patienten. „Erst kürzlich kam
eine Patientin, die ihre Strümpfe konsequent
trug, deren Beine jedoch trotzdem anschwol-
len. Sie hatte sehr kräftige Fesseln und ein
sehr weiches Bindegewebe. Die Stiffness
respektive der Arbeitsdruck ihres bislang
verwendeten Kompressionsstrumpfs reichte
nicht aus. Hier war – wohlgemerkt innerhalb
derselben Kompressionsklasse – eher ein
festerer Strumpf, wie etwa der VenoTrain
soft, angezeigt“, berichtet der Arzt. Er selbst
macht auf dem Rezept konkrete Vermerke,
wenn eine besondere Festigkeit des Strumpfs
erforderlich ist. Ein weiterer Punkt sei das
Strumpfhandling. Für manche Patienten, die
in den Händen arthrotische oder rheumati-
sche Veränderungen bzw. schlichtweg nicht
mehr genug Kraft haben, ist eine Anziehhil-
fe zwingend notwendig. In seltenen Fällen
weicht Prof. Dr. Stücker auch schon einmal
auf eine geringere Kompressionsklasse aus:
Konkret gibt es für mich zwei Gründe, von
der Klasse 2 auf 1 zu gehen: Das sind – in der
Regel bei älteren Patienten – Probleme beim
Anziehen sowie das Vorliegen einer arteriel-
len Verschlusskrankheit.“
Auch Aussehen und Tragekomfort
spielen eine Rolle
Als ebenfalls sehr bedeutsam schätzt er
Aspekte wie Aussehen und Tragekomfort
ein. „Wenn ein Patient beispielsweise viel
schwitzt, sollte der Arzt ihn darauf hinwei-
sen, dass er im Sanitätshaus nach Strümpfen
mit Mikrofaser fragen soll. Auch die Ärzte
sollten darüber informiert sein, welches
Kompressionsstrumpfangebot es mit wel-
chen Ausstattungsmerkmalen gibt“, betont
Prof. Dr. Stücker. „Denn letztlich ist es doch
Versorgungsbeispiel 2:
Mann, 40 Jahre, Schweregefühl in den
Beinen, empfindliche Haut, Beanspruchung
des Strumpfs durch körperliche Arbeit.
Strumpfauswahl:
VenoTrain soft
>>>
Dank des Noppenhaftbands rutscht nichts.
Das Komfortbündchen
sorgt für ein angeneh-
mes Tragegefühl.
Versorgungsbeispiel 1:
Frau, 49 Jahre, Seitenastvarikosis und
­
pudendale Varikosis, CEAP C3, eher festes
Binde­gewebe, sportlich aktiv, modebewusst.
Strumpfauswahl:
VenoTrain micro