Seite 24 - Bauerfeind_life_02_2012

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life
magazin 2/2012
Bilder: Fulvio Zanettini
Einlagenversorgung im Fechtsport
Der richtige Schliff
Wenn Nicolas Limbach im Sommer bei den Olympischen Spielen in London antritt, will
er weit mehr als nur „dabei sein“. Bereits im Vorfeld geben Physiotherapeutin Sylvia
Henn und das Bauerfeind-Serviceteam ihr Bestes, um für den Säbelfechter optimale
Voraussetzungen zu schaffen.
Ein Anruf genügt
Um einen guten Stand bei Nicolas Limbach
kümmert sich heute auch Joachim Böckel­
mann. Er nimmt bei dem 26-Jährigen
Messungen für individuell bearbeitete und
zugeschliffene Einlagen vor.
Auch der Orthopädietechniker kennt sich
bestens mit den Anforderungen im Fecht-
sport aus. Im Frühjahr 2004 traf er Degen-
Frühjahr 2012, Sportschule Hennef. Während
Nicolas Limbach mit Messsohlen im Schuh in
der Turnhalle seine Runden dreht, bespricht
sich Physiotherapeutin Sylvia Henn mit
Joachim Böckelmann, dem Leiter Medical/
Technical Support bei Bauerfeind. Bereits
seit 2002 betreut Sylvia Henn Fechtsportler,
zunächst am Olympiastützpunkt Tauberbi-
schofsheim und seit 2009, aufgrund einer
Kooperation ihres jetzigen Arbeitgebers
medicoreha Welsink GmbH mit dem Olympia-
stützpunkt Rheinland, unter anderem auch
an der Sportschule Hennef. Für den Olym-
piastützpunkt kümmert sich die 34-Jährige
darüber hinaus um Hockeyspieler, Hand-
baller, Leichtathleten und Schwimmer. „Da
die einzelnen Sportarten sehr spezifische
Verletzungen und Belastungssyndrome ha-
ben, muss man sich schon etwas intensiver
mit jeder einzelnen von ihnen auseinander-
setzen, um die Athleten physiotherapeutisch
gut betreuen zu können“, betont sie.
Hohe einseitige Belastung
Beim Fechten treten häufig Supinationstrau-
men auf, aber auch generell Probleme durch
die hohe Belastung im Fuß. „Schließlich
entspricht die Fußstellung beim Fechten
nicht der beim natürlichen Gang“, so Sylvia
Henn. Häufige Folgen seien eine Plantar­
faszitis oder aber, insbesondere beim
Säbelfechten, Probleme im Großzehen-
grundgelenk des hinteren Beins. „Bei den
Nachwuchssportlern in der Wachstumsphase
wird auch das Knie sehr belastet, weil viel in
der Hocke stattfindet“, ergänzt die Physio-
therapeutin. Neben Rückenbeschwerden
durch eine stark einseitige Belastung treten
zudem vielfach Stauchungsverletzungen an
Fingern und Hand auf.
Zweimal pro Woche bietet das MedSport-
Team der medicoreha den Fechtern eine
physiotherapeutische Sprechstunde an so-
wie – vor allem im Nachwuchsbereich – ein
Athletiktraining, um die Überlastungsschä-
den so gering wie möglich zu halten. Das
Athletiktraining beinhaltet beispielsweise
Stabilitäts- und Koordinationsübungen zur
Verletzungsprävention, aber auch Übungen
zur Schnell- und Sprungkraft. „Die Fechttrai-
ner sind sehr dankbar, dass sie sich mehr auf
ihr sportartspezifisches Training konzen-
trieren können und wir uns im Prinzip der
allgemeinen athletischen Ausbildung der
Sportler annehmen“, sagt Sylvia Henn.
HANDEL & TECHNIK
Joachim Böckelmann, Leiter Medical/Technical Support bei Bauerfeind (Mitte), erklärt Physiothera-
peutin Sylvia Henn und Nicolas Limbach die Messergebnisse.