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life
magazin 2/2012
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MEDICAL
meist das Bindegewebe und die Fascien.
Doch erst, wenn alle Elemente ineinander-
greifen, erreichen wir Stabilität.
Was verursacht den Funktionsverlust in den
Füßen?
Dr. Best:
Kein Gelenk ist stabil, wenn es
nicht flexibel ist. Das ist bei jeder Brücke so
und im Körper erst recht. Wenn Sie überle-
gen, wie der Mensch gebaut ist, um stehen
zu können, würden Sie vermutlich erst
einmal von planen Flächen ausgehen, die
aufeinander ruhen. Doch auf allen Gelenken,
die zum Stand benutzt werden, zum Beispiel
oberes Sprunggelenk oder Hüftgelenk, gibt
es runde Oberflächen. Denn auch Stehen ist
ein „­dynamischer“ Prozess.
Unser Fuß benötigt sowohl ein gewisses Maß
an Flexibilität als auch an Stabilität. Sind
unsere Kompensationsmechanismen beein-
trächtigt, wird das System instabil. Unsere
modernen Umweltbedingungen, die harten
Böden, schlechtes Schuhwerk sowie unphy-
siologische Bewegungsabläufe haben zur
Folge, dass der Fuß in seiner Funktionalität
dekompensiert.
Können Sie ein Beispiel geben?
Dr. Best:
Wenn etwa im C-Bogen die
Grundspannung nicht da ist und sich das
Quergewölbe absenkt, kommt es zu einem
Spreizfuß. Die Belastung liegt dann auf den
mittleren Mittelfußköpfchen, die dieser nicht
gewachsen sind. Oft bilden sich zusätzlich
Zehendeformitäten aus. Oder nehmen Sie
einen Knickfuß. Da ist der Winkel zwischen
Achillessehne, Calcaneus und der Auftritts-
fläche nicht optimal. Dann bekommen Sie
unter Umständen Achillessehnenreizungen.
Wenn Sie nun noch eine leichte Valgus-Stel-
lung am Knie haben, dann entstehen ständig
ein höherer Zug am Innenband und ein Druck
am Außenmeniskus. Über einige Jahre mag
das keine Probleme machen, aber wenn lang-
fristig eine Belastungsspitze auf der einen
Seite und eine Belastungshemmung auf der
anderen Seite entsteht, kommt es durch die
unphysiologische Kraftverteilung auf den
Knorpel zum Verschleiß. Das kann sich auch
nach oben fortsetzen.
Wer bei Hüft- oder Knieproblemen nur nach
oben schaut, hat zu kurz gedacht. Wir sollten
zuerst auf die Füße sehen. Das „Fahrgestell“
muss passen. Danach können wir die Kette
nach oben optimieren.
Was ist, wenn die Spiralkonstruktion im Fuß
nicht mehr optimal funktioniert?
Dr. Best:
Dann kommt es, wie gesagt, zu
unphysiologischer Belastung und häufig zu
Funktionsstörungen. Man sollte reagieren,
bevor sich eine Strukturstörung ausgebildet
hat. Primär gilt es, die Aktivität des Fußes
zu erhöhen, beispielsweise mit der „Proprio­
zeptiven Sensomotorischen Fazilitation“
oder einer anderen physiologischen Trai-
ningstherapie. Damit trainieren Sie nicht nur
den Fuß, sondern die gesamte Kette. Wir ver-
suchen auch, Blockierungen zu lösen, damit
der Fuß wieder arbeiten und sich aufrichten
kann. Mitunter erledigt sich das Problem
sogar von allein. Der Fuß ist eine wichtige
Eingangszone für Sensomotorikreize. Oft
ist eine Therapie dort der Anstoß zu einer
Selbstkorrektur des übrigen Bewegungssys-
tems.
Wann erachten Sie Einlagen als sinnvoll?
Dr. Best:
Mit Einlagen können Sie vielfach
Defizite abfangen, die sich durch physiologi-
sche Therapien allein nicht beheben lassen.
Und wenn sich etwa aus einer Fehlstellung
oder Überlastung ein größerer Schaden
entwickeln könnte, sollte man ebenfalls
frühzeitig reagieren. Wenn ich etwa eine
Reizung an der Endsehne des M. tibialis
posterior nicht reguliert bekomme, kann ich
mit einer Einlage den Fuß so abfangen, dass
die Sehne entlastet wird. Bei vielen Fußpro-
blemen ist es sinnvoll, mit einer Einlage das
Längsgewölbe wieder so aufzurichten, dass
der Fuß schmerzfreier mobil wird. Sie sollten
allerdings auch nicht überregulieren und die
natürliche Torsion möglichst wenig beein-
flussen. Schuhe und Einlagen müssen daher
gut aufeinander abgestimmt sein.
„Mit Einlagen können Sie vielfach
Defizite abfangen, die sich durch
physiologische Therapien allein
nicht beheben lassen.“
(Dr. med. Norman Best)
Einen positiven Einfluss auf die natürliche
Torsion der Füße hat die neue Bauerfeind-
Kunststoffeinlage ­ErgoPad weightflex. Ihr
flexibler Einlagenkern besteht aus zwei
Kunststoffkomponenten – der äußeren Ba-
siskomponente sowie dem innenliegenden
„weightflex-X“ –, die mittels Spritzguss-
technologie zusammengeführt werden. Das
„weightflex-X“ lenkt die Kräfte über zwei
Drehpunkte von außen nach innen und un-
terstützt so die Torsionsfähigkeit der Füße
und damit eine optimierte Schrittabwick-
lung. Die Gegenstütze bilden die jeweils
gegenüberliegenden Schenkel. Moderate
Längs- und Quergewölbestützen richten
ErgoPad weightflex: Schuheinlagen mit X-Faktor
die Füße auf, stabilisieren sie und reduzie-
ren unphysiologische Belastungen. Da jeder
Mensch entsprechend seines individuellen
Fußzustands, Therapieziels und Körper-
gewichts andere Anforderungen an die
Gewölbeunterstützung hat, sind die Kerne
in den Festigkeiten soft, medium und strong
erhältlich. Ein besonderer Vorteil bietet sich
Trägerinnen von Absatzschuhen: Im vorde-
ren Bereich sowie in der Ferse ist der Kern
biegsam – ähnlich einem Scharniergelenk.
So lassen sich die Einlagen problemlos an
jede Absatzsprengung adaptieren. Weitere
Informationen unter
www.bauerfeind.com/
weightflex
.
Gut sichtbar: das „weightflex-X“
im Einlagenkern.