Seite 23 - Bauerfeind_life_01_2013

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magazin 1/2013
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Strumpf sinnvoll sein, um schweren, müden
Beinen und einer Reisethrombose vorzubeu-
gen. Stützstrümpfe bewirken eine geringere
Kompression als MKS der Ccl 1, verfügen
über keinen definierten Druckverlauf und
werden, wie auch die Antithrombosestrümp-
fe, nicht nach RAL GZ387 geprüft. Da es
sich um eine reine Prophylaxemaßnahme
handelt, sind Stützstrümpfe nicht erstat-
tungsfähig. „Ganz elementar ist es, den
Patienten klarzumachen, dass Stützstrümpfe
bei bereits bestehenden Venenerkrankungen
keinesfalls geeignet sind“, macht der Fach-
arzt für Chirurgie und Phlebologie deutlich.
Patientenorientierte Verordnung
„Als Arzt muss ich stets abklären, welche
genaue Indikation vorliegt. Ist es ein rein
venöses Geschehen? Dann profitiert der
Patient überwiegend von einem MKS in
Kompressionsklasse 2“, so Dr. Rombach.
Ein Großteil seines Klientels sind Patienten
mit Wundheilungsstörungen. Diese rühren
zwar oft von venösen, mitunter aber auch
von arteriellen Erkrankungen her. „Sobald
es die Wundsituation erlaubt und falls die
periphere arterielle Verschlusskrankheit
nicht zu hochgradig ist, setzen wir einen
Kompressionsstrumpf der Ccl 1 ein.“ Gerade
bei Patienten mit chronischen Wunden, die
nach dem Wundverschluss konsequent Kom-
pressionsstrümpfe tragen, könnten Rezidive,
wenn auch nicht immer vermieden, doch oft
zeitlich hinausgeschoben werden. Und auch
auf so manche Venen-OP habe er dank einer
konsequenten Kompressionsstrumpftherapie
schon verzichten können. Wichtig sei auch,
mit dem Patienten abzusprechen, welche
Strumpflänge möglich ist: „Wenn jemand
partout keinen Oberschenkelstrumpf tragen
will, obwohl es sinnvoll wäre, gehe ich
lieber einen Kompromiss ein und begnüge
mich mit einem Kniestrumpf.“ Neben dem
korrekten Anmessen im Sanitätshaus seien
auch das Handling und der Tragekomfort der
Strümpfe entscheidend für die Compliance.
„Viele meiner Patienten erhalten im Fach-
handel den VenoTrain soft. Da habe ich vom
Material und vom Tragekomfort her ein gutes
Gefühl. Er ist für die meisten Patienten auch
sehr angenehm anzuziehen. Das A und O
bei der Kompressionstherapie ist und bleibt
eben die Compliance.“
MEDICAL
Medizinische Kompressions-
strümpfe üben einen genau
definierten Druck auf das
Gewebe und die Gefäße aus.
Der Druckgradient beträgt im
Fesselbereich 100 Prozent und
nimmt zum Oberschenkel hin
stetig ab.
g = 20–50%
c = 50–80%
b = 100%