Seite 14 - Bauerfeind_life_01_2013

Basic HTML-Version

14
life
magazin 1/2013
>>> Jetzt hat das Fußballerschicksal auch
ihn getroffen. Nicht weiter verwunderlich,
angesichts der Häufigkeit, mit der es zu-
schlägt. In gesundem Zustand kickt Alfonso
Lavorato als typischer Freizeitsportler in
einem Verein in der Nähe von Stuttgart.
Ein Fußballer, wie es ihn in Deutschland
millionenmal gibt. Und alle hoffen sie, um
das eine, traumatische Ereignis herumzu-
kommen: den Riss des Kreuzbands. Alfonso
Lavorato hatte Pech. Die Fußballschuhe
muss der Hobbysportler erst einmal in der
Ecke lassen. „Ruptur des vorderen Bands mit
größerem Einriss des Meniskus“, lautete die
Diagnose am für ihn letzten Spieltag. Vier
Wochen ist das her, vor zwei Tagen erhielt
der Knieverletzte in der Sportklinik Stutt-
gart eine Kreuzbandplastik. Heute sitzt der
junge Italiener schon wieder optimistisch
dreinblickend im Sessel und gibt Interviews.
Anders als bei den Berühmtheiten aus der
Bundesliga geht es bei den Fragen nicht um
Karriere oder verpasste Meisterschaft, son-
dern um die medizinische Prognose. Wie sind
die Aussichten der anstehenden frühfunk-
tionellen Nachbehandlung? Was ist mit der
Stabilität des Knies? Dem Rekonvaleszenten
stehen Dr. med. Daniel Wagner und Steffen
Gehrung zur Seite. Der eine ist Oberarzt an
der Sportklinik Stuttgart für den Bereich
untere Extremitäten, der andere Orthopädie-
technikermeister des Sanitätshauses Günter
Gehrung in Ostfildern. Die drei machen einen
ausgesprochen aufgeräumten Eindruck.
Ähnliches ließe sich, bei allem Respekt, auch
über die Situation an Alfonso Lavoratos Knie
sagen.
„SofTec Genu kann durch den propriozep-
tiven Input die Sensomotorik verbessern“
Ins Auge springt die schwarz-blaue Orthese,
die mit ihrer zentralen Pelottenaussparung
exakt auf der Kniescheibe des Patienten
sitzt. Gleich soll mit der angelegten SofTec
Genu die erste Physiotherapieeinheit statt-
finden. „Die Orthese schützt das Gelenk in
dieser Phase der Rehabilitation, indem sie
die Beugung des Knies limitiert“, erläutert
Steffen Gehrung. „Sie stabilisiert von außen
und unterstützt die Abschwellung durch die
Kompression des Gestricks, ein Vorteil im
Vergleich zu einer Hartrahmenorthese.“
Alles Effekte, auf die Dr. Wagner baut: „­Direkt
nach dem Eingriff wollen wir natürlich
unser Operationsergebnis gesichert sehen“,
so der Orthopäde. „Neben der Kreuzband­
plastik haben wir den Meniskusriss genäht“,
führt er aus. Beide Verletzungen zusammen
seien eine klare Indikation für die Operati-
on. „Bei der Entscheidungsfindung für die
geeignete Therapie sind zahlreiche Faktoren
zu berücksichtigen“, so der Arzt. Für ein
gutes Ergebnis seien bei einer operativen
Therapie sowohl die korrekt durchgeführte
Operation als auch eine gezielte, fundier-
te Nachbehandlung entscheidend, betont
Dr. Wagner. Ein zu großer Stress auf das
Transplantat muss verhindert werden, um
eine funktionsfähige Kreuzbandplastik zu
gewährleisten. Zusätzlich ist die aktive Sta-
bilisierung der Muskulatur wichtig. Verletzte
„Für ein gutes Ergebnis sind
bei einer operativen Therapie
sowohl die korrekt durchge-
führte Operation als auch
eine gezielte, fundierte Nach-
behandlung entscheidend.“
(Dr. med. Daniel Wagner)
Zwei Tage nach seiner Kreuzbandplastik
probiert Patient Alfonso Lavorato die
SofTec Genu an. Orthopädietechnikermeister
und Oberarzt begutachten den Sitz der
Multifunktionsorthese.
FOKUS
Bilder: Stefan Durstewitz