Seite 20 - Bauerfeind life

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life
magazin 1/2012
MEDICAL
Vereinte Kompetenz für mehr
Lebensqualität
ErgoPad redux hallux
gegenüber dem Bahnhof untergebracht ist,
sucht Elke Schmahl-Gerwin auf, nachdem
sie sich ein Jahr lang mit Schmerzen beim
Gehen geplagt hat. Eine Belastung für die
rührige Frau mit den kurzen weißen ­Haaren,
schließlich betreibt ihre Familie einen
Reiterhof in der Nähe der nordrhein-west­
fälischen Stadt. „Da muss man immer da sein
und ist viel auf den Beinen.“ Aber nicht nur
die Fortbewegung ist beschwerlich. „Wenn
ich mit meinen Enkeln spiele und dabei auf
die Knie gehe, kann ich den großen Zeh
nicht mehr belasten, weil der steif ist“, be-
Auf dem Röntgenbild ist das Problem von
Elke Schmahl-Gerwin klar zu erkennen.
„Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie
den Gelenkspalt“, sagt Dr. Jörg Thieme
und deutet mit dem Stift auf den großen
Zeh des linken Fußes, der als Schwarzweiß-
Aufnahme auf dem PC-Monitor erscheint.
„Er ist ganz schmal und müsste eigentlich
dreimal so groß sein“, ergänzt der Facharzt
für Orthopädie. Das ist nicht alles, was er
der 69-Jährigen mitzuteilen hat. Dadurch
dass die Knorpelmasse in diesem Bereich
kaum mehr vorhanden sei, hätten sich an
der Gelenkkapsel knöcherne Wucherungen
entwickelt – typische Symptome des Hallux
rigidus. Aber immerhin sei keine Flüssigkeit
im Gelenkspalt vorhanden und somit liege
auch keine Entzündung vor, gibt der Medizi-
ner zumindest in diesem Punkt Entwarnung.
Die Besprechung zwischen Arzt und Pati-
entin ist der letzte Akt einer eingehenden
Untersuchung, die sich in der medizinischen
Praxis im Gesundheitszentrum in Hattingen
abspielt.
Die modern ausgestattete, helle Einrichtung,
die am Rand eines großen Einkaufszentrums
Das Röntgenbild verdeutlicht das Problem: Der Gelenkspalt an der Großzehe von Elke Schmahl-Gerwin müsste rund dreimal so groß sein.
Sich ohne Schmerzen zu bewegen, ist für viele eine Selbstverständlichkeit. Allerdings nicht
für Menschen, die an einer Großzehensteife – einem sogenannten Hallux rigidus – leiden.
Wie man den Betroffenen wirkungsvoll und schnell helfen kann, zeigt die enge Zusammen­
arbeit zwischen einem Facharzt für Orthopädie und einem Sanitätshaus in Hattingen.
Bilder: Stefan Durstewitz